PewDiePie

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PewDiePie

PewDiePie auf der PAX 2015

Allgemeine Informationen
Sprache Englisch,
Schwedisch
Genre Let’s Play, Vlog, Comedy
Gründung 29. April 2010
Kanäle YouTube-Kanal,
Offizielle Website
Abonnenten über 56 Mio. (Stand August 2017)[1]
Aufrufe über 15,8 Mrd. (Stand August 2017)
Videos über 3200 (Stand August 2017)[2]

PewDiePie [ˈpjuːdipaɪ] (* 24. Oktober 1989[3] in Göteborg, Schweden,[4] bürgerlich Felix Arvid Ulf Kjellberg) ist ein schwedischer Webvideoproduzent und Betreiber eines gleichnamigen YouTube-Kanals, auf welchem er vor allem sogenannte Let’s Plays oder Gameplays hochlädt. Bekannt wurde PewDiePie durch seine Let’s Plays des Computerspiels Amnesia: The Dark Descent.[5] Er betreibt den meistabonnierten privaten Kanal auf YouTube.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kjellberg ist im schwedischen Göteborg geboren und aufgewachsen. Seine Mutter ist Johanna Kjellberg, IT-Leiterin bei der schwedischen Modekette KappAhl. 2008 begann Kjellberg an der Technischen Hochschule Chalmers Industriewirtschaft und Technologiemanagement zu studieren. Jedoch brach er 2011 das Studium ab. Später zog er mit seiner Freundin Marzia Bisognin, besser bekannt unter ihrem Pseudonym CutiePieMarzia, in ihr Geburtsland Italien. Marzia wohnte auch eine Zeit lang mit ihm in Schweden, was allerdings eine laut eigenen Angaben schwere Zeit für beide war, vor allem, da Bisognin weder Schwedisch noch gutes Englisch sprach und so keine Arbeit fand, während Kjellberg YouTube zum Beruf gemacht hatte. Im Juli 2013 zog er mit ihr nach Brighton, Großbritannien.[6]

YouTube-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2006 startete Kjellberg seinen ersten YouTube-Kanal unter dem Namen PewDie. Der Name setzte sich zusammen aus dem Geräusch einer Strahlenpistole (pew) und dem Tod (englisch die ‚stirb!‘ bzw. ‚sterben‘). Nachdem er sein Passwort für diesen Kanal vergessen hatte, erstellte Kjellberg einen neuen Kanal und hängte Pie (englisch pie ‚Torte‘) an den Namen an.[7]

Den Kanal PewDiePie erstellte Kjellberg im April 2010. 2012 fing sein Kanal an, stark an Abonnenten zuzunehmen. Kjellberg erreichte am 11. Juli 2012 eine Million und im September 2012 zwei Millionen Abonnenten. Im Februar 2012 wurde Kjellberg in einem Internetkontest zum King of the Web nominiert. Jedoch verlor er den Titel wieder, trotzdem wurde er kurze Zeit danach zum Gaming King of the Web nominiert, bezogen auf seinen auf Let’s Plays fokussierten YouTube-Kanal. Kjellberg gewann den Wettbewerb und spendete den Gewinn an die World Wildlife Fund. Er sprach außerdem bei der Nonick Konferenz 2012. Im Oktober 2012 wurde Kjellbergs YouTube-Kanal von OpenSlate auf Platz 1 aller YouTube-Kanäle hochgestuft.[2]

Kjellberg gewann neben Jenna Marbles, Smosh, gute Freunde von Kjellberg, und Toby Turner einen Preis in der Kategorie Most Social Show, sowie den Swedish Social Star Award. Am 14. September 2013 veröffentlichte er den Song Jabba the Hutt, in Mitarbeit mit Schmoyoho, auf iTunes. In den Jahren 2012 und 2013 war er der „am schnellsten wachsende“ YouTube-Kanal überhaupt, was dazu führte, dass dieser nun neben Jenna Marbles und Smosh zu den meistabonnierten Kanälen zählt. Am 12. Januar 2014 erreichte Kjellberg insgesamt 20.215.138 Abonnenten. Er war somit neben YouTube Spotlight der meistabonnierte YouTube-Kanal. Für diesen Titel nahm er den World Record Award entgegen. Am 6. Juni 2014 betrug die Anzahl der Abonnenten 27.538.462, etwa 5 Millionen mehr als YouTube Spotlight zu diesem Zeitpunkt. Somit ist er der meistabonnierte YouTube-Kanal.

Am 3. Juli 2015 wurde bekannt, dass PewDiePie im Jahr 2014 durch Werbeeinnahmen inner- und außerhalb YouTubes insgesamt rund 63 Millionen SEK (7,5 Millionen US-Dollar) brutto verdient hat.[8] In der Folge gab es hitzige Diskussionen in den sozialen Netzwerken, welche die Gerechtigkeit der hohen Einnahmen in Frage stellten. Am 7. Juli 2015 bezog er in einem Video Stellung dazu.[9]

Zurzeit ist Pewdiepie unter anderen zusammen mit CutiePieMarzia, Jacksepticeye und Markiplier bei seinem selbst gegründeten Netzwerk Revelmode (unter Maker Studios) eingegliedert.[10] Kjellberg betrieb Revelmode seit 2014 gemeinsam mit The Walt Disney Company. Nach Vorwürfen über Videos mit antisemitischen Äußerungen kündigte Disney im Februar 2017 die Zusammenarbeit.[11] Pewdiepie distanzierte sich allerdings noch innerhalb der angesprochenen Videos vom Antisemitismus und warf deshalb auch dem Wall Street Journal vor, die Ausschnitte aus dem Kontext gerissen zu haben. Seine Popularität nahm nach der Kontroverse weiter zu mit teilweise über 100.000 neuen Abonnenten pro Tag.[12]

Format[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kjellbergs YouTube-Kanal fokussierte sich größtenteils auf Montagen (Zusammenschnitte) seiner Let’s Plays und seiner Reaktionen (meist über eine Webcam aufgenommen), bei denen er verschiedenste Videospiele spielte. Er war bekannt für seine überwiegenden Horror- und Action-Let’s-Plays, unter anderem für das beliebte Horror-Let’s-Play des Videospiels Amnesia: The Dark Descent und dessen veröffentlichten Mods.

Anders als konventionelle sogenannte „Walkthroughs“ haben sich seine Videos auf Highlights konzentriert und waren dementsprechend komprimiert geschnitten. Kjellberg begann später, am 2. September 2011, auf YouTube wöchentlich sogenannte Vlogs, also Video-Blogs, von sich zu posten. Diese erschienen meist freitags unter dem Namen „Fridays with PewDiePie“. Seit 2016 beschränkt sich der Inhalt weniger auf bestimmte Formate, sondern auf Unterhaltungsvideos aller Art.

Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meistabonnierter YouTube-Kanal (seit dem 20. Januar 2014)
  • Erstmals 10 Milliarden Videoabrufe (8. September 2015)[13]
  • Erster YouTube-Kanal mit mehr als 50.000.000 Abonnenten (8. Dezember 2016)
Entwicklung des
YouTube-Kanals PewDiePie[14]
Datum Abonnenten
17. Aug. 2013
  
12.000.000
11. Sept. 2013
  
13.000.000
3. Okt. 2013
  
14.000.000
1. Nov. 2013
  
15.000.000
9. Jan. 2014
  
20.000.000
15. März 2014
  
25.000.000
24. Okt. 2015
  
40.000.000
8. Dez. 2016
  
50.000.000
Quelle: socialblade.com

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Auszeichnung Kategorie Ergebnis
2013 Starcount Social Star Awards Most Popular Social Show Gewonnen
Sweden Social Star Award Gewonnen
Shorty Awards #Gaming Gewonnen
2014 Teen Choice Awards Webstar: Gaming Gewonnen
4th Steamy Awards Best Gaming Channel, Show, or Series Nominiert
2015 Teen Choice Awards Choice Web Star: Male Nominiert
5th Streamy Awards Best First-Person Channel, Show, or Series Nominiert
Best Gaming Channel, Show, or Series Gewonnen

Kjellberg wurde im April 2016 in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten, herausgegeben vom Time Magazine, in der Kategorie Pioniere aufgenommen.[15] Am 11. April 2016 wurde Pewdiepie als meistabonnierter YouTube-Kanal in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.[16]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kjellberg ist in den World Wildlife Fund und das St. Jude Children’s Research Hospital involviert. Er startete außerdem eine Wasser-Kampagne (original: „Water Campagne“), an welche seine Fans Geld, als Feier zu seinen damals erreichten 10 Millionen Abonnenten, spenden konnten. Kjellberg erreichte mit der Aktion rund 250.000 US-Dollar. Die als Kooperation mehrerer YouTuber durchgeführte Wohltätigkeitsaktion Charity: water erreichte insgesamt über 450.000 US-Dollar. Zur Feier von 25 Millionen erreichten Abonnenten startete Kjellberg eine weitere Spendenkampagne für Save the Children, bei der er wiederholt mehr als 340.000 Dollar sammelte und selbst 25.000 zusteuerte.[17]

Kontroverse um Videos und Vertragskündigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einem Artikel des Wall Street Journals habe PewDiePie ab August 2016 neun Videos veröffentlicht, in denen er sich antisemitischer Witze und Symbolik des Nationalsozialismus bedient haben soll.[11][18][19] Besonders kritisiert wurde ein Video vom 11. Januar 2017, in dem er zwei von ihm dafür bezahlte Männer zeigte, wie diese mit einem Schild mit der Aufschrift „Death to all Jews“ vor der Kamera tanzten.[20][21] Bereits im angesprochenen Video zeigte sich PewDiePie erstaunt darüber, dass die Männer tatsächlich das Schild hochhielten.[22] Er wurde auf diese über Fiverr aufmerksam, wo sie anboten, für eine Handvoll Dollar Schilder jeglicher Aufschrift hochzuhalten und dazu zu tanzen.[22] PewDiePie distanzierte sich zugleich vom Antisemitismus.[22] Nach Tamara Wernli sei es ein Experiment gewesen, das zeige, dass man für Geld alles kaufen könne.[12] Kjellberg selbst rechtfertigte sich in einem Statement am 12. Februar erneut, er habe nur zeigen wollen, wie „verrückt“ die Welt sei.[23] Er verteidigte den Inhalt der Videos und wies die Anschuldigungen zurück.[24]

Dennoch kündigte Maker Studios, ein Tochterunternehmen der Walt Disney Company, am 13. Februar sämtliche Verträge mit PewDiePie.[19][25][20] Nach Aussagen des Konzerns sei Kjellberg zwar für Provokationen und seine respektlose Art bekannt, wäre nun aber „eindeutig zu weit gegangen“.[26] Nach Disney trennte sich auch Google von Kjellberg und kündigte bestehende Verträge mit ihm. Die geplante zweite Staffel von Scare PewDiePie wurde abgesagt und der Kanal aus dem YouTube-Preferred-Programm genommen.[27] Das betroffene Video und zwei weitere wurden unterdessen von Kjellbergs YouTube-Kanal entfernt.[20]

In einem weiteren Video entschuldigte sich Kjellberg zunächst, beklagte sich aber, dass seine Witze aus dem Kontext gerissen worden seien und verbrachte den überwiegenden Teil des Videos damit, die Medien „Alter Schule“ im Allgemeinen, und besonders das Wall Street Journal zu kritisieren, denen er eine Verschwörung gegen sich vorwarf.[28] Die Kontroverse erfuhr in den Medien weitere Beachtung. So interpretierte Internetpersönlichkeit Johnny Haeusler die Auseinandersetzung als Graben „zwischen der Generation YouTube und den ‚Altmedien‘“.[29] Die Journalisten Tamara Wernli und Jochen Bittner kritisierten die entsprechende Berichterstattung des Wall Street Journal.[12][22] Letzterer bezeichnete die Vorwürfe gegen PewDiePie als „unsinnig“ und verglich ihn mit Jan Böhmermann.[22] Allerdings sei PewDiePie auch kein Opfer, da er sich darüber bewusst sein müsse, dass seine Werbepartner eher ihren Ruf schützen wollen, anstatt seine Provokationen zu belohnen.[22]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PewDiePie vertont einen Charakter und unterstützt das Videospiel PewDiePie: Legend of the Brofist, das am 24. September 2015 von Outerminds veröffentlicht wurde.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: PewDiePie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Top 50 YouTubers by Subscribed – Socialblade
  2. a b PewDiePie YouTube Stats, Channel Statistics – Socialblade.com. In: Social Blade. Social Blade LLC., abgerufen am 8. Juli 2016 (englisch, wird täglich aktualisiert).
  3. PewDiePie: Allgemeine Informationen. Facebook, abgerufen am 9. Juni 2013.
  4. Lars Lindström: COLUMN Pewdiepie rules, now one million subscribers. Expressen.se, 13. Juli 2012, abgerufen am 9. Juni 2013 (englisch).
  5. Sarah Chayer: Game reviewers play around on YouTube. Fourth Estate, 27. März 2013, abgerufen am 7. Juni 2013 (englisch).
  6. Sian Boyle: The King of YouTube: How 25-year-old makes £2.6m a year just from playing computer games in Brighton flat he shares with girlfriend (and yes, they did meet over the internet). In: Mail Online. Associated Newspapers Ltd, 23. Januar 2015, abgerufen am 1. Juni 2017 (englisch): „Marzia subsequently moved to Sweden and after another brief stint at her parents' home, they decided to settle down in Brighton in July 2013.“
  7. mcvuk.com: PewDiePie makes over $4m per year, 17. Juni 2014 (englisch, aufgerufen am 17. Juni 2014)
  8. Peter Thunborg: Youtube-jättens stora vinst: 63 miljoner. Expressen.se. 3. Juli 2015. Abgerufen am 10. Juli 2015.
  9. Lets Talk About Money. YouTube-Video von PewDiePie
  10. Gründung von Revelmode – variety.com
  11. a b Rolfe Winkler, Jack Nicas, Ben Fritz: Disney Severs Ties With YouTube Star PewDiePie After Anti-Semitic Posts. In: The Wall Street Journal. 14. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  12. a b c Tamara Wernli: Heuchelei der Journalisten. In: Basler Zeitung. 2. März 2017, abgerufen am 4. März 2017.
  13. PewDiePie schafft als Erster 10 Milliarden Videoabrufe
  14. Monatliche Statistik auf socialblade.com
  15. Trey Parker: Time Magazine: Felix Kjellberg (a.k.a. PewDiePie)
  16. http://www./world-records/most-subscribers-on-youtube Most subscribers on YouTube – guinnessworldrecords.com
  17. Save the Children – 25 Million Bros! YouTube-Video von PewDiePie
  18. Madeline Berg: Disney Cuts Ties With PewDiePie After Anti-Semitic Posts. In: Forbes. 13. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  19. a b Janko Roettgers: Disney’s Maker Studios Drops PewDiePie Because of Anti-Semitic Videos. In: Variety. 13. Februar 2017, abgerufen am 5. März 2017 (englisch).
  20. a b c Fabian Reinbold: Antisemitische Witze: Disney trennt sich von YouTube-Star. In: Spiegel Online. 14. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  21. Linus Schöpfer: 53 Millionen Follower mobilisiert. In: Der Bund. 24. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017.
  22. a b c d e f Jochen Bittner: Wall Street Journal vs. PewDiePie. In: Zeit Online. 2. März 2017, abgerufen am 4. März 2017.
  23. Felix Kjellberg: just to clear some things up… In: PewDiePie. 12. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  24. Olivia Solon: Disney severs ties with YouTube star PewDiePie over antisemitic videos. In: The Guardian. 14. Februar 2017, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 14. Februar 2017]).
  25. Nina Agrawal: Disney ends deal with YouTube star PewDiePie over Nazi imagery and jokes. In: The Los Angeles Times. 14. Februar 2017, abgerufen am 27. Februar 2017 (englisch).
  26. Andreas Wilkens: Disney trennt sich angeblich von Youtuber PewDiePie. In: Heise Online. 14. Februar 2017, abgerufen am 14. Februar 2017.
  27. Stefan Köhler: Pewdiepie – YouTube kündigt nach Disney ebenfalls Vertrag, Show abgesetzt. 14. Februar 2017, abgerufen am 15. Februar 2017.
  28. Joan E. Solsman: PewDiePie to the media: 'Nice try' and a middle finger. In: Cnet. 16. Februar 2017, abgerufen am 24. Februar 2017 (englisch).
  29. Johnny Haeusler: Der tiefe Graben zwischen Generation YouTube und den „Altmedien“. In: Wired. 28. Februar 2017, abgerufen am 4. März 2017.
  30. Overminds’ official web page. Abgerufen am 20. April 2016.