Pietrabruna

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Pietrabruna
Wappen
Pietrabruna (Italien)
Pietrabruna
Staat: Italien
Region: Ligurien
Provinz: Imperia (IM)
Koordinaten: 43° 53′ N, 7° 54′ O43.8833333333337.9400Koordinaten: 43° 53′ 0″ N, 7° 54′ 0″ O
Höhe: 400 m s.l.m.
Fläche: 9,95 km²
Einwohner: 534 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einw./km²
Postleitzahl: 18010
Vorwahl: 0183
ISTAT-Nummer: 008041
Volksbezeichnung: Pietrabrunesi
Schutzpatron: Matthäus
Website: www.comunepietrabruna.it

Pietrabruna (im Ligurischen: Priabrùna) ist eine Gemeinde mit 534 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der norditalienischen Region Ligurien. Politisch gehört sie zu der Provinz Imperia.

Lage[Bearbeiten]

Blick auf Pietrabruna

Das autofreie Bergdorf inmitten von Olivenhainen und Eichenwäldern zu Füßen des Monte Follia liegt etwa fünf Kilometer Luftlinie vom Mittelmeer in einem Seitental südwestlich von Dolcedo, dem Valle di San Lorenzo, und ist über die serpentinenreiche Provinzstraße SP45 in nicht ganz zehn Kilometer Entfernung mit dem Küstenort San Lorenzo al Mare verbunden. Die benachbarten kleinen Orte Boscomare, der Weiler Torre Paponi und Civezza sind über die SP45 oder kleine Nebenstraßen erreichbar. Es existiert eine Busverbindung in den Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf wurde erst im späten Mittelalter gegründet. Im Besitz der Familie Clavesana wurde es 1162 dem damaligen Herren von Lengueglia, Anselmo die Quaranta, übergeben. Die Herren von Lengueglia waren ein Adelsgeschlecht, die vom benachbarten Lingueglietta[2] aus die Bergregion beherrschten. Wohl Ende des 12. Jahrhunderts wurde das Dorf von Porto Maurizio als Lehen erworben. Die Bewohner Porto Maurizios zerstörten das ursprünglich schon befestigte Dorf und erbauten eine neue Ansiedlung auf heutiger höher gelegener Position. Im Jahre 1613 erreicht der Ort seine Eigenständigkeit.[3]

Im Weiler Torre Paponi befindet sich ein Denkmal zum Gedenken der Opfer der Bombardierung des Ortes durch die deutsche Wehrmacht vom 14. bis 16. Dezember 1944 als Rache für die Erschießung eines deutschen Wehrmachtsangehörigen nahe Imperias, der den Weiler in Brand setzte und bei dem 28 Menschen getötet wurden.[4]

Kirchen[Bearbeiten]

Porto Maurizio ließ die Kirche des Hl. Matthäus erbauen, die nicht mehr erhalten ist, da an ihrer Stelle 1844 eine klassizistische Predigerkirche, die einzige diesen Stils in großem Umkreis, erbaut wurde. Restaurationen geben ihr inzwischen ein barockes Aussehen. Die Kirche hat die Form eines Kreuzes. Leicht außerhalb des Ortes liegt die romanische Kirche des Hl. Gregor aus dem 12. Jahrhundert mit gotischen Portalen. Interessant ist die Predigerkirche der Hl. Maria, die einem Büßerorden, dem Orden der weißen Büßer, gehört. Die Kirche ist ein Bau aus dem Übergang des 16. ins 17. Jahrhundert und hat ihr Aussehen weitgehend bewahrt. An der Fassade befindet sich ein Fresko des Malers Portorino Domenico Virenti. [5]

Geographie[Bearbeiten]

Pietrabruna, Hauptsitz der Gemeindeverwaltung, mit den Weilern Boscomare (südlich) und Torre Paponi (südöstlich), liegt an den Hängen des 1149 Meter hohen Monte Faudo. Das typisch ligurische Bergdorf besteht in seinem historischen Ortskern aus charakteristischen Gassen und kleinen Plätzen. Pietrabruna gehört zu der Comunità Montana dell’Olivo und ist circa 17 Kilometer von der Provinzhauptstadt Imperia entfernt.

Nach der italienischen Klassifizierung bezüglich seismischer Aktivität wurde die Gemeinde der Zone 2 zugeordnet. Das bedeutet, dass sich Pietrabruna in einer seismisch moderat bis stark aktiven Zone befindet[6].

Klima[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird unter Klimakategorie D klassifiziert, da die Gradtagzahl einen Wert von 2093 besitzt. Das heißt, die in Italien gesetzlich geregelte Heizperiode liegt zwischen dem 1. November und dem 15. April für jeweils 12 Stunden pro Tag[7].

Trivia[Bearbeiten]

Der Ort ist bekannt für seine Spezialität der La Stroscia, einem süßen Mürbegebäck[8], das heute noch vor Allem zum Fest des Hl. Matthäus traditionell im Ort gebacken wird. Die umgebenden Olivenhaine sind heute, neben dem Tourismus, noch Erwerbsquelle der Bewohner und bestehen überwiegend aus der lokalen ligurischen Taggiasca Olive.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. heute Ortsteil von Cipressa
  3. Geschichte des Dorfes auf der Webseite www.comunepietrabruna.it
  4. Gerhard Schreiber: Deutsche Kriegsverbrechen. Täter, Opfer, Strafverfolgung. München 1996, S. 205;
    siehe auch: Istituto Ligure per la storia della Resistenza e dell'Età contemporanea (ILSREC): Memoria nella pietra – Monumenti alla Resistenza ligure 1945–1995, Genua 1996;
    Onlineinformation: Webseite Gedenkorte Europa 1939-1945: Pietrabruna / Torre Paponi, abgerufen: 4. August 2015
  5. Kunst und Kultur auf der Webseite www.comunepietrabruna.it
  6. Ordinanza PCM n. 3274 vom 20/03/2003
  7. Daten von Confedilizia
  8. Traditionales Rezept der stroscia auf www.comunepietrabruna.it

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pietrabruna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien