Plassac-Rouffiac

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Plassac-Rouffiac
Plassac-Rouffiac (Frankreich)
Plassac-Rouffiac
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente
Arrondissement Angoulême
Kanton Boëme-Échelle
Gemeindeverband Grand Angoulême
Koordinaten 45° 32′ N, 0° 4′ OKoordinaten: 45° 32′ N, 0° 4′ O
Höhe 98–191 m
Fläche 11,97 km2
Einwohner 402 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km2
Postleitzahl 16250
INSEE-Code

Plassac – Kirche Saint-Cybard

Plassac-Rouffiac ist eine westfranzösische Gemeinde mit 402 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Charente in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plassac-Rouffiac liegt etwa 21 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich von Angoulême in der Kulturlandschaft des Angoumois in der südlichen Charente in einer Höhe von etwa 130 Metern ü. d. M.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 282 297 307 304 297 321 340 402

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl von etwa 420 auf über 650 an; infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl danach kontinuierlich auf die Tiefststände in den 1960er und 1970er Jahren. Durch die Nähe zur Stadt Angoulême und der deutlich geringeren Immobilienpreise hat sich die Bevölkerungszahl der Gemeinde in den letzten Jahren stabilisiert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner der Gemeinde lebten jahrhundertelang von der Landwirtschaft; aber auch die Herstellung von Papier spielte seit dem ausgehenden Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein eine nicht unwichtige Rolle. Die Böden der Gemeinde gehören zu den Fins Bois des Weinbaugebietes Cognac, doch sind die Absätze bei teuren Weinbränden in den letzten Jahrzehnten eher rückläufig, so dass der Weinbau heutzutage keine bedeutende Rolle mehr spielt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort lag am Chemin Boisné, einer antiken Römerstraße, die Saintes (Mediolanum Santonum) und Périgueux (Vesunna) miteinander verband. Im Jahr 1845 schlossen sich die Nachbargemeinden Plassac und Rouffiac zu einer Gemeinde zusammen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plassac – Kirche Saint-Cybard

Die romanische Pfarrkirche Saint-Cybard des Ortsteils Plassac zählt zu den architektonischen Schmuckstücken der mittelalterlichen Architektur der Charente: sie ist dem Eremiten Eparchius (= ‚Cybard‘) geweiht, der sich im 6. Jahrhundert bei Angoulême. Die durch vorgelegte Halbsäulen mit aufruhenden Arkadenbögen gegliederte halbrunde Apsis schließt mit einem Konsolenfries und ist mit Steinschindeln (lauzes) gedeckt. Der im unteren Teil quadratische, später dann oktogonale Vierungsturm schließt mit einem kegelförmigen Steinhelm mit Schindelimitationen. Die Außenwände des Kirchenschiffs und die Südwestecke der Fassade wurden im 15./16. Jahrhundert durch mächtige Strebepfeiler statisch gesichert. Die Westfassade zeigt im unteren Teil das für Kirchenbauten der Charente so typische Triumphbogenschema mit seitlichen Blendportalen; darüber verläuft eine fünfbogige Blendarkadenreihe mit eingestellten Säulchen. Eine dreiteilige Bogenstellung mit kleinem Mittelfenster und darüber befindlichem Konsolenfries leitet über vom Fassaden- zum ungegliederten und ungeschmückten Giebelbereich. Das einschiffige spitztonnengewölbte Innere bietet – neben einer handwerklich exakten Maurerarbeit – ein überaus reichhaltiges Kapitelldekor und eine kryptaartige Kapelle unter dem Ostteil der Kirche. Die Apsis selbst ist mit einer neunbogigen Arkadenstellung mit vor- und eingestellten Säulen und einem darüber verlaufenden Konsolenfries und reliefierten Metopenfeldern überaus reich gestaltet; in der Apsiskalotte befindet sich ungewöhnlicherweise ein Oculusfenster. Der Bau ist seit dem Jahr 1862 als Monument historique[1] anerkannt. Hinter dem Altar der Unterkirche steht eine ca. 80 cm hohe Muttergottesstatue aus dem frühen 17. Jahrhundert, die im Jahr 1911 gesondert unter Schutz gestellt wurde.[2]

  • Die Kirche von Rouffiac ist ein kleiner kapellenartiger Bau aus dem 12. Jahrhundert mit einem Eingang auf der Südseite und einem Glockengiebel über der schlichten Westfassade.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plassac-Rouffiac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Cybard, Plassac-Rouffiac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Vierge de Pitié, Plassac-Rouffiac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)