Praga (Unternehmen)

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PRAGA-Export s.r.o.
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Rechtsform s.r.o.
Sitz Prag, Tschechien
Branche Automobilhersteller, Flugzeugbau
Website www.pragaglobal.com
Praga V3S als Baustellenfahrzeug 2013

Praga ist ein tschechisches Maschinenbauunternehmen und Hersteller von Rennwagen, Karts und Flugzeugen. In der Vergangenheit wurden auch Autos, Lkw, Militärfahrzeuge und Motorräder gebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. März 1907 gründeten die První českomoravská továrna na stroje und Franz III. Freiherr von Ringhoffer von der Firma Ringhoffer die Pražská automobilní továrna – Prager Automobil-Fabrik in Prag.[1] Davon abgeleitet lautete der Markenname der ersten Fahrzeuge PAT-PAF.[1] Die Fahrzeuge waren anfangs Nachbauten der Marken Charron und Renault sowie Lizenzbauten von Isotta Fraschini. Am 24. Dezember 1909 wurde aus diesem Unternehmen Praga.[1] Der Markenname lautete nun auch Praga.[1] 1910 wurde der erste Lkw vorgestellt, 1911 der erste selbst entwickelte Lkw. Daneben wurden Luxusautomobile produziert. 1929 kam es zur Fusion mit der Firma ČKD-Praga.

Mit der Übernahme von Breitfeld-Daněk A.S. wurde 1928/29 auch der Bau der B.D.-Motorräder übernommen und unter dem Markenzeichen Praga weitergebaut. Hier verbesserte Ing. Jaroslav František Koch (der vorher bei AVIA arbeitete) die 499-cm³-Königswellen-OHC-Einzylindermaschine im Rohrrahmen. Seit der Übernahme durch Praga wurden diese Motorräder in dunklen Farben ausgeliefert (dunkelblau). 1930 ergänzte eine moderne 346-cm³-OHC-Königswellen-Einzylindermaschine mit Kardanantrieb im Pressstahlrahmen das Modellprogramm. Während die 500er-Motorräder unter anderem als Behörden-Motorräder abgesetzt wurden, entstanden von den 350er-Maschinen nur geringe Stückzahlen. Der teure Motorradbau wurde 1935 wieder eingestellt.

Nach 1945 wurde die Pkw-Produktion nicht mehr aufgenommen. Praga arbeitete bei der Lkw-Fertigung mit Tatra zusammen. Praga-Lkw wurden bei Avia bis 1984 produziert. Seither ist Praga Zulieferer für die Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie. 1985 stellte Praga mit den Modellen UV100 und UV120 wieder Nutzfahrzeuge vor. 1996 wurde die Nutzfahrzeugherstellung an Praga Čáslav a.s. abgegeben.

Praga beteiligt sich heute auch an der Entwicklung von Prototypen für die Rüstungsindustrie.

2016 will Praga mit dem R1R wieder ein Auto für den regulären Straßenverkehr auf den Markt bringen. Der Sportwagen soll auf 68 Stück limitiert sein.[2]

Lkw-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praga V3S

Omnibusse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobus Praga mit 30 Plätzen
  • Praga NDO
  • Praga RN und Praga RND
  • Praga A150

Oberleitungsbusse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Praga TOT

Panzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tank LTH – Panzerwagen 39
M53/59-Flak auf Praga V3S

Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugmotoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artilleriezugmaschinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praga Kettenzugmaschinen:

Das Unternehmen Breitfeld-Danek hatte seit Anfang der 1920er Jahre Hanomag-Kettenschlepper in Lizenz hergestellt, deren Fertigung wurde 1927/28 zusammen mit der Motorradfertigung von Praga übernommen. Es handelte sich hierbei um die Typen BD-25 (Lizenz des Hanomag WD Z-25, 4 Zylinder, 4252 cm³, 25 PS) und BD III (Lizenz des Hanomag WD-50: 4 Zylinder 8220 cm³, 50 PS) Unklar ist, inwieweit nach der Übernahme durch Praga (1928) dieser Typ, von dem Breitfeld-Danek um 1925/6 etwa ein Dutzend an die tschechische Armee geliefert hatte, noch gebaut wurde.

Immerhin konnte Praga auf den Erfahrungen mit diesen Fahrzeugen aufbauen und fertigte in den 1930er Jahren einige Kettenzugmaschinen, die im Nachfolgenden aufgezählt werden sollen. Sie trugen die Bezeichnung T (Traktor), gefolgt von einer römischen oder arabischen Ziffer: Die römische bezeichnete die niedrigtourigen, die arabische die hochtourigen Varianten:

Typ Tonnen Länge (m) Breite (m) Höhe (m) Zylinder cm³ PS km/h zug(to)
Praga III 3,12 3,95 1,73 2,26 4 3.820 27 10 1,8
Praga TIII/3 5,4 3,95 1,73 2,26 4 4.387 78 30 1,8
Praga IV 4,64 4,07 1,59 1,85 4 6.082 57 21 4,5
Praga T V 4,5 4,79 1,8 6 7.796 75 18 4,3
Praga T 5 6 7.796 90 30
Praga T VI 7,05 4,8 1,8 1,7 6 7.754 75 25 6
Praga T 6 7,05 4,8 1,8 1,7 6 7.754 110 31 6
Praga T 7 8,66 5,83 2,42 2,08 6 11.530 112 31 7
Praga T 8 9,65 5,7 2,06 2,47 6 11.530 112 31 8
Praga T 9 11,6 5,6 2,45 2,54 8 14.230 142 20 10
Praga T-III

Praga T-III:

Ursprünglich in griechischem Auftrag aus den eingangs beschriebenen Breitfeld-Danek-Typen entwickelt wurden 1935 32 Stück an die tschechische Armee geliefert, zwei davon kamen 1939 nach dem Zerfall der Tschechoslowakei zur slowakischen Armee, der Rest an die Wehrmacht. Der Motor des Fahrzeuges war eine gedrosselte Version des Motors des Praga Grand von 1912, wie er auch im Lkw Praga R von 1922 bis 1926 eingebaut worden war: zwar etwas leistungsschwach, aber nach einer Bauzeit von 20 Jahren voll ausgereift.

Praga T-III/3: Gebaut wurde er aufgrund von Forderungen der Niederlande, die eine leichte Kettenzugmaschine für die niederländisch-indische Armee suchten. Das Fahrzeug erhielt ein neues Fahrgestell, identisch mit dem des leichten Panzers Praga AH-4. Der Motor war eine Neuentwicklung. Die niederländische Armee testete einen Prototyp, es erfolgte daraufhin eine Bestellung von 40 Fahrzeugen in zwei Serien (23 und 17 Stück). Noch vor der Auslieferung brach der Zweite Weltkrieg aus, das Deutsche Reich beschlagnahmte alle im Auftrag ausländischer Regierungen gefertigten Militärfahrzeuge und übernahm auch diese Zugmaschinen nach Fertigstellung 1939 bis 1941 in die Wehrmacht. Nach Spielberger wurden insgesamt 126 Stück gefertigt, hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Spielbergers Publikationen aus den 1970er Jahren stammen und er viele erst nach Fall des Eisernen Vorhanges zugänglich gewordene Quellen offenbar nicht kannte, möglicherweise hat er die Zugmaschinen T-III und T-IV verwechselt.

Praga T-IV: Der Motor für dieses Fahrzeug war seit 1924 in den Fünftonner-Lkw Praga N eingebaut und auch im gleichzeitig gefertigten Kampfpanzer Praga P-II zu finden. Von 1935 bis 1939 wurden nach Bau eines Prototyps 114 Zugmaschinen für die tschechische Armee beschafft, davon gelangten 1939, nach dem Zerfall der Tschechoslowakei, 38 Stück zur slowakischen Armee, der Rest an die Wehrmacht. Nach Spielberger wurden nur 25 Stück gefertigt.

Praga T-V und T-5: Der Motor für diese Zugmaschine, ein Sechszylinder-Benzinmotor, war auch im zeitgleich gebauten Sechstonner-Lkw TN wie auch in einigen Varianten des Panzers Praga TNH zu finden. 13 Zugmaschinen wurden 1934 bis 1935 an die Türkei geliefert, nach Spielberger zwei Serien in unbenannter Anzahl, eine für Niederländisch-Indien, eine für die Wehrmacht. Spielberger bildet auf S. 97 seines Buches eine angebliche Zugmaschine T-V ab, die indessen das Fahrwerk der T-III/3 aufweist: Möglicherweise liegt daher insoweit bei Spielberger eine Verwechslung mit der T-III/3 vor.

Praga T-VI und T-6: Die in größter Anzahl gebaute Variante, gefertigt von 1937 bis 1944. Der Motor war eine leicht gedrosselte Variante des Motors des Panzers 38(t). Zunächst bestellte die Türkei 434 Stück, die wohl auch alle noch vor Kriegsbeginn ausgeliefert werden konnten. Dann bestellte 1941 Rumänien 221 Stück, erhielt aber nur 130, der Rest ging an die Wehrmacht. Ähnlich gingen 30 Exemplaren, die Portugal 1942 bestellte, alle an die Wehrmacht. Schweden zeigte Interesse, löste aber keine Bestellung aus. Die Slowakei erhielt von 30 Bestellten acht, der Rest ging an die Wehrmacht. 1942 bestellte das SS-Führungshauptamt für die Waffen-SS 500 Stück, wovon bis November 1943 95 ausgeliefert wurden – ob und wann der Rest geliefert wurde, bleibt offen, Spielberger nennt für 1944 weitere 76 Stück: Wir dürfen nicht übersehen, dass Praga ab Mitte 1944 voll mit der Fertigung des Jagdpanzers Hetzer beschäftigt war und kaum weitere Kapazitäten freigehabt haben dürfte.

Insgesamt sollen etwa 900 Stück gebaut worden sein.

Praga T-7 und T8: 40 bzw. 62 Stück wurden von der Türkei 1937 bestellt und bis 1939 an diese ausgeliefert. Der Motor, ein großer Sechszylinder-Benzinmotor, lief auch im zeitgleich gebauten Omnibus Praga TO.

Praga T-9: Ursprünglich ebenfalls eine türkische Bestellung. Insgesamt wurden 76 Stück, davon 16 bis Kriegsbeginn an die Türkei ausgeliefert, vom bei Kriegsausbruch beschlagnahmten Rest fünf an die Slowakei, die übrigen bis 1943 an die Wehrmacht. Der Achtzylinder-Benzinmotor dieser Zugmaschine wurde auch in den Panzerprototyp 38(t) n.A. (=neuer Art) eingebaut.

T-VI, T-6, T-7, T-8 und T-9 hatten sehr ähnliche Fahrwerke mit jeweils acht Laufrollen und drei oder (T-9) vier Stützrollen.

Pkw-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restaurierter Praga Piccolo, Bj. 1929
  • Praga Alfa
  • Praga Baby
  • Praga Golden
  • Praga Grand 8
  • Praga Lady
  • Praga Mignon
  • Praga Piccolo
  • Praga Super Piccolo
  • Praga R4S, unter den Namen Praga Racing
  • Praga R1, unter den Namen Praga Racing

Motorrad-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praga BD 500 DOHC (1929)

Praga BD 500 DOHC

  • Hubraum: 499 cm³
  • Leistung: 15 PS bei 4000 min−1
  • Gewicht: 178 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 105 km/h

Praga BC 350 OHC

  • Bohrung: 70 mm
  • Hub: 90 mm
  • Hubraum: 346 cm³
  • Leistung: 12 PS bei 3000 min−1
  • Gewicht: 140 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h

Praga ED 250

Praga ED 610

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nutzkraftfahrzeuge aus der Tschechoslowakischen Republik. In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1956, S. 418–420.
  • Nutzkraftfahrzeuge auf der III. Tschechoslowakischen Maschinenbauausstellung. In: Kraftfahrzeugtechnik 9/1957, S. 346–347.
  • Marián Šuman-Hreblay: Encyklopedie automobilů. České a slovenské osobní automobily od roku 1815 do současnosti. Computer Press, Brünn 2007, ISBN 978-80-251-1587-9. (tschechisch)
  • Emil Prihoda: Praga – Devadesat let vyroby automobilu. Praha 1998, ISBN 80-902542-1-7. (tschechisch)
  • Francev, Vladimir / Kliment, Charles K.: Ceskoslovenská obrnená vozidla 1918–48, Prag 2004
  • Spielberger, Walter J., Die Panzer-Kampfwagen 35(t) und 38(t) und ihre Abarten einschließlich der tschechoslowakischen Heeresmotorisierung 1920–45, Bd.11 der Reihe „Militärfahrzeuge“, Stuttgart 1980
  • Spielberger, Walter J., Die Rad- und Vollketten-Zugmaschinen des Deutschen Heeres 1871–1945, Bd.10 der Reihe „Militärfahrzeuge“, Stuttgart 1978

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Praga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Šuman-Hreblay: Encyklopedie automobilů.
  2. R1R auf www.pragaglobal.com, abgerufen am 30. Juli 2015