Raggal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Raggal
Wappen von Raggal
Raggal (Österreich)
Raggal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 41,57 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 9° 50′ O47.2102777777789.83583333333331015Koordinaten: 47° 12′ 37″ N, 9° 50′ 9″ O
Höhe: 1015 m ü. A.
Einwohner: 849 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 20 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6741
Vorwahl: 05553
Gemeindekennziffer: 8 01 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Raggal 220
6741 Raggal
Website: www.raggal.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Manahl
Gemeindevertretung: (2015)
(12 Mitglieder)
Mehrheitswahl
Lage der Gemeinde Raggal im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Raggal im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Raggal, Blick von Blons
Raggal, Blick von Blons
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Raggal, das Dorf im Sommer
Kuratienkirche hl. Katharina im Ortsteil Marul

Raggal ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 849 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf 1.015 Metern Höhe. Das gesamte Gemeindegebiet liegt im UNESCO Biosphärenpark Großes Walsertal. 47 % der Fläche sind bewaldet, 19 % der Fläche Alpen. Es gibt ca. 50 landwirtschaftliche Betriebe. Die ganzjährigen Höfe und Häuser reichen von ca. 770 m Seehöhe bis ca. 1150 m.

Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Litze (ca. 25 Einwohner),
  • Marul (ca. 160 Einwohner),
  • Plazera (ca. 20 Einwohner) und
  • Raggal (ca. 655 Einwohner) – der größte Ortsteil der Gemeinde Raggal heißt selbst Raggal

Alpen (Almen) der Gemeinde sind:

  • Alpe Laguz mit der Oberalpe Hinter Enge
  • Alpe Faludriga (Kernzone Biosphärenpark)
  • Untere und Obere Nova Alpe
  • Alpe Fuchswald
  • Alpe Stafelfeder
  • Alpe Hintertöbel

Geschichte[Bearbeiten]

Raggal bezeichnet sich als "Walsergemeinde". Bevor die Walser das Große Walsertal bzw. Raggal besiedelten waren schon die Rätoromanen in Raggal, worauf viele Flurnamen hinweisen. Vermutlich wurden die Rätoromanen durch die Walserbesiedelung zurück gedrängt oder es gab Vermischungen.

Jetzt noch wird von vielen Raggalern der Walser Dialekt gesprochen. In jedem Ort und sogar (geringfügig) in den Ortsteilen gibt es Unterschiede im Dialekt.

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich.

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Raggal seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Per 31. März 2015 lebten in Raggal 859 Personen mit Hauptwohnsitz und 55 Personen mit Nebenwohnsitz. 140 Personen sind von den 914 Personen (Haupt- und Nebenwohnsitz) aus dem Ausland. Davon sind in einem größeren Objekt 35 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern untergebracht.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus zwölf Mitgliedern. Die Wahl erfolgte nicht per Parteienlisten, sondern per Mehrheitswahl. Bürgermeister ist Hermann Manahl, Vizebürgermeisterin Irmgard Eller. Gemeindevorstandsmitglieder sind neben der Vizebürgermeisterin, Leopold Atschreiter und Klaus Küng.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1875 - 1876 Peter Bickel
  • 1877 - 1886 Ferdinand Rüf
  • 1890 - 1892 Franz Josef Schwarzmann
  • 1893 - 1894 Ferdinand Ruf
  • 1894 - 1899 Franz Heim
  • 1899 - 1910 Andreas Küng
  • 1910 - 1919 Johann Anton Schäfer
  • 1919 - 1923 Heinrich Schwarzmann
  • 1924 - 1934 Andreas Heim
  • 1938 - 1943 Augustin Schwarzmann
  • 1943 - 1946 Andreas Heim
  • 1946 - 1955 Michael Bertsch
  • 1955 - 1970 Richard Küng
  • 1970 - 1985 Elwin Sebastian Burtscher
  • 1985 - 2000 Norbert Bickel
  • 2000 - 2005 Robert Müller, Ing.
  • seit 2005 Hermann Manahl


Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der Gemeinde Friedenfels (Deutschland) besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Raggal
  • Pfarrkirche hll. Nikolaus und Theodul
  • Kuratienkirche hl. Katharina im Ortsteil Marul
  • Lasanggabrücke: Der Weg ins Hintere Walsertal führte bis 1884 über diese Brücke. Die Lasanggabrücke wurde 1789 erbaut und ist die letzte erhaltene gedeckte Holzbrücke des Tales. Sie steht unter Denkmalschutz und ist eine der ältesten Brücken Vorarlbergs. „Lasangga“ kommt aus dem Rätoromanischen und bedeutet so viel wie „Wildbach“.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • mehrere alte Walserhäuser
  • Gemeindehaus Raggal (Architekturpreise) - Planer Johannes Kaufmann, Baujahr 2005/06

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Kirchplätze im Ortsteil Raggal (mit einer großen Linde) und im Ortsteil Marul (mit einer großen Ulme)
  • große und alte Kugelbuche in Marul „Ahorn“
  • Trübbachhöhle auf dem Weg Richtung Laguz. Eine der größten Gipshöhlen in Mitteleuropa. Nicht zugänglich.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Sommer finden Dorfabende (Trachtengruppe, Kindertrachtengruppe, Alphornbläser und Musikverein) statt. Jährlich im August, üblicherweise am 3. Augustwochenende, ist das Dorffest. Das Weihnachtskonzert des Musikverein Fraßenecho findet in der Walserhalle Raggal zwischen 26. und 30. Dezember statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 17 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 32 Beschäftigten und 2 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 353. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 72.286 Übernachtungen. Seit 2014 sind es im Jahr ca. 55.000 Übernachtungen.

Tourismus[Bearbeiten]

Zahlreiche Alpen befinden sich im Gemeindegebiet von Raggal, die meisten sind mit einem Wanderbus erreichbar.

Das Faludrigatal (ein Seitental des Marultals) ist als Naturschutzgebiet und Kernzone des Biosphärenparks Großes Walsertal ausgewiesen.

Das Raggaler Wanderwegenetz ist gut gewartet. Kellaspitze, Hoher Fraßen, Gamsfreiheit und die Rote Wand sind über markierte Wanderwege von Raggal aus erreichbar. Auf dem Walderlebnispfad in Marul sind familientaugliche Wanderungen von 1,5 bis ca. 2,5 Stunden möglich.

Verkehr[Bearbeiten]

Raggal ist vom Walgau bzw. der Gemeinde Ludesch aus erreichbar.

Es führt eine ca. 6 km lange, gut ausgebaute Landesstraße nach Raggal.


Bildung[Bearbeiten]

In Raggal gibt es einen Kindergarten und eine Spielgruppe.

Es gibt in Raggal die Volksschule Raggal. Alle Kinder aus den Ortsteilen Raggal, Marul, Litze und Plazera besuchen die Volksschule Raggal. Zusätzlich besuchen Kinder aus Ludescherberg (Gemeindegebiet Ludesch) die Volksschule Raggal.

Im Jahr 2014/15 besuchen in Raggal 37 und in Marul (Schließung der Volksschule Marul per 11.07.2015) 8 Schüler diese Schulen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Lorenz (1811–1896): geb. in Raggal; Dompropst in Brixen
  • Franz Karl Reinherr, Schulleiter Volksschule Raggal, verstorben (Ehrenringträger der Gemeinde Raggal)
  • Elwin Sebastian Burtscher, Altbürgermeister, Träger des Großen Verdienstzeichens des Landes Vorarlberg (verstorben 17.04.2015)
  • Norbert Bickel, Altbürgermeister, Träger des Großen Verdienstzeichens des Landes Vorarlberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raggal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien