Lech (Vorarlberg)

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Lech
Wappen von Lech
Lech (Vorarlberg) (Österreich)
Lech (Vorarlberg)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 89,97 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 10° 9′ OKoordinaten: 47° 12′ 36″ N, 10° 8′ 34″ O
Höhe: 1444 m ü. A.
Einwohner: 1.503 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6764
Vorwahl: 05583
Gemeindekennziffer: 8 01 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 329
6764 Lech
Website: www.gemeinde.lech.at
Politik
Bürgermeister: Ludwig Muxel
Gemeindevertretung: (2015)
(18 Mitglieder)
Mehrheitswahl
Lage der Gemeinde Lech im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Lech (Vorarlberg) im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Lech (2006)
Lech (2006)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Lech, 2003, Blick vom Tannberg Richtung Rüfikopf

Lech (teilweise auch mit Zusatz Lech am Arlberg) ist eine Gemeinde mit 1503 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) am gleichnamigen Fluss im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Gemeinde ist ein international bekannter Wintersportort am Arlberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Lech liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 1444 m im österreichischen Bundesland Vorarlberg. 14,1 % der Gemeindefläche sind bewaldet, 58 % der Fläche Alpen. Geografisch und geschichtlich gehört Lech zum Tannberg, touristisch jedoch wird die Gemeinde zur Region Arlberg gezählt. Lech gehört zum Bezirk Bludenz und auch dem Gerichtsbezirk Bludenz an, liegt aber anders als seine südlichen Nachbargemeinden Klösterle und Dalaas, die ebenfalls zum Bezirk Bludenz gehören, nicht im Klostertal, sondern im Bergmassiv des Arlberg nordöstlich davon.

Im Gemeindegebiet von Lech vereinigen sich die Quellflüsse Formarinbach (Quelle nahe dem Formarinsee) und Spullerbach, der aus dem Spullersee abfließt, zum Fluss Lech, der in weiterer Folge über Warth durch das Tiroler Lechtal Richtung Bayern fließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lech grenzt an acht andere Gemeinden, wobei fünf davon in Vorarlberg und drei im benachbarten Bundesland Tirol liegen. Von Norden im Uhrzeigersinn liegen um Lech herum die Gemeinden Schröcken und Warth im Bezirk Bregenz, Steeg und Kaisers im Tiroler Bezirk Reutte, St. Anton am Arlberg im Tiroler Bezirk Landeck, die im Klostertal gelegenen Gemeinden Klösterle und Dalaas, sowie Sonntag im Großen Walsertal.

Die Gemeindegebiete von Lech, Klösterle, Kaisers und St. Anton am Arlberg treffen sich an der Spitze der Valluga auf 2809 m ü. A., wobei Lech nur in diesem einen Punkt an St. Anton am Arlberg angrenzt. Der gemeinsame Grenzpunkt mit den Gemeinden Schröcken und Sonntag befindet sich auf der Braunarlspitze auf 2649 m ü. A. Daraus ist zum einen die gebirgige Lage von Lech inmitten des Lechquellengebirges ersichtlich, zum anderen der Verlauf der Gemeindegrenze, der sich überwiegend an Berggräten orientiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lech wurde im 13./14. Jahrhundert von eingewanderten Walsern gegründet. Es hieß bis ins 19. Jahrhundert Tannberg, dann setzte sich der aus „Tannberg am Lech“ entstandene Name Lech durch. Die vermutlich im frühen 14. Jahrhundert gebaute Pfarrkirche St. Nikolaus war bis ins 16. Jahrhundert die Pfarrkirche des Gerichtsbezirkes Tannberg, außerdem befand sich das Gerichtsgebäude von Tannberg bis zur Auflösung des Tannberggerichts 1806 in Lech. Der kleine Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten zunächst durch den Einfluss des Wintertourismus, in der Folge aber auch vermehrt durch Sommertourismus zu einer blühenden Gemeinde entwickelt.

Im August 2005 wurden große Teile der Ortschaft durch eine Hochwasserkatastrophe verwüstet. Die teils erheblichen Schäden wurden bis zum Beginn der Wintersaison im Dezember 2005 weitestgehend behoben.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Lech besteht aus 18 Mitgliedern. Die Wahl erfolgte bei der Gemeindevertretungswahl 2015 nicht per Parteienlisten, sondern per Mehrheitswahl. Bürgermeister der Gemeinde ist Ludwig Muxel.

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen entstand im Jahre 1968 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold. Es wurde am 18. Februar 1969 von der Vorarlberger Landesregierung verliehen.
Blasonierung: „Gespalten durch einen silbernen Wellenpfahl; vorne in Blau eine goldene Sonne, hinten in Rot auf einem schwarzen Dreiberg eine schwarze Tanne.“
Die Tanne ist das klassische Symbol der Gemeinden des Bregenzerwaldes und ein Bekenntnis zu dieser Region.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland Kampen (Sylt) auf der Insel Sylt, Schleswig-Holstein, Deutschland: Gastgeschenk an die nordfriesische Gemeinde war die Gondel der ehemaligen Mohnenfluhbahn, die nun am Kampener Strand aufgestellt ist. Im Gegenzug steht nun in Lech ein reetgedecktes Bus-Wartehäuschen. In der Balmalp, an der Bergstation der Zugerbergbahn, steht zudem ein Strandkorb, welcher mit einem Schriftzug der Partnerstadt versehen ist.
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Beaver Creek Resort, Colorado, USA: Beaver Creek Resort ist das größte US-amerikanische Wintersportgebiet und befindet sich in Privateigentum. Dort befindet sich auch die weltberühmte Weltcupabfahrt „Birds of prey“ (Raubvogelpiste).
  • JapanJapan Hakuba, Japan: das Dorf Hakuba ist die Geburtsstätte des japanischen Skisports und Austragungsort der alpinen Bewerbe bei der Olympiade 1998 in Nagano.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lech
Pfarrkirche St. Nikolaus
Naturschutzgebiet Gipslöcher
Naturschutzgebiet Gipslöcher
  • Pfarrkirche Lech am Arlberg: Die Kirche wurde etwa 1390 im gotischen Stil erbaut und 1987 gründlich renoviert. Die ursprünglich romanische Kirche ist noch an verschiedenen Fresken erkennbar – das komplette Kircheninnere wurde 1791 im Landrokoko-Stil umgestaltet. Besonders markant ist der Turm mit 33 Meter Höhe und seinem einzigartigen Zwiebeldach. In der Glockenstube befinden sich sechs Bronzeglocken. Die älteste Glocke stammt aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts.
  • Kästle-Mountain Museum: Im Dezember 2008 wurde in der Bergstation der Rüfikopfbahn das Kästle Mountain Museum eröffnet. Die Dauerausstellung zeigt die Geschichte der Ski-Marke Kästle sowie deren enge Verbindung mit Lech.
  • Museum Huber-Hus: Das Huber-Hus, das 1590 erbaut wurde, lädt die Besucher im Erdgeschoss zunächst ein, bäuerliches Wohnen und Arbeiten zu entdecken, wobei die Küche den historisch ältesten Kern des Hauses bildet. Exponate vom Barock bis zur Gegenwart stammen von den ursprünglichen Besitzern, der Familie Huber. Besonders wertvoll sind die zahlreichen Exponate in der „Küferwerkstatt“, die teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammen. Im Keller des Hauses befindet sich das Archiv der Gemeinde Lech. Im Obergeschoss stehen die renovierten Räume für zweimal jährlich wechselnde Sonderausstellungen zur Verfügung.
  • Naturschutzgebiet Gipslöcher: Oberhalb von Lech befindet sich das Naturschutzgebiet „Gipslöcher“
  • Cineastic Gondolas: Zu Beginn der Wintersaison findet ein Kunstfestival für animierte Kurzfilme, Visual Art & Musik in den Gondeln der Rüfikopfbahn bzw. vor und in der Rüfibahn-Bergstation statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philosophicum Lech: Seit 1997 findet in Lech alljährlich das Philosophicum Lech statt, eine renommierte interdisziplinäre Tagung, die sich mit philosophischen Themen auseinandersetzt.
  • Der Weiße Ring: Das längste Skirennen der Welt findet in Lech-Zürs über 22 Pistenkilometer und 5.500 Höhenmeter statt. Die Startzahl liegt jährlich bei rund 1.000 Teilnehmern.
  • Medicinicum Lech: Eine Public Health Veranstaltung, die sich mit Themen rund um Gesundheit und Ernährung auseinandersetzt.

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Lech 2004 mit einer Goldmedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet. [1]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skigebiet Arlberg dies und jenseits der Vorarlberger Landesgrenze umfasst zurzeit (Stand Saison 2014/15) 350 km präparierte Skipisten sowie 200 km ausgewiesene Tourenabfahrten. Etwa 63 % der Skipisten können beschneit werden. Insgesamt sind 97 Lifte und Seilbahnen mit einer Beförderungskapazität von 123.600 Personen pro Stunde in Betrieb. Auf Lech und Oberlech (Gebiet Arlberg West) entfallen davon 23 Lifte und Seilbahnen sowie 17 Skipisten und 18 Skirouten.

Seit der Wintersaison 2013/14 verbindet die Gondelbahn Auenfeldjet die bis dahin benachbarten aber voneinander getrennten Skigebiete Lech-Zürs und Warth-Schröcken.[2] Das daraus entstandene gemeinsame Skigebiet ist mit insgesamt 47 Liften und 190 Kilometer Pistenabfahrten derzeit das Größte in Vorarlberg. Weiterhin können aber auch Karten nur für die jeweiligen Skigebiete Warth-Schröcken und Lech-Zürs erworben werden, die Benutzung beider Skigebiete setzt den Kauf des Ski Arlberg-Skipass voraus.[3]

Lifte und Seilbahnen in Lech und Oberlech[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auenfeldjet (10-MGD)
  • Balmengrat (SL)
  • Berghoflift (SL)
  • Bergbahn Oberlech (28-AT)
  • Flühenlift (1-SL)
  • Hasensprungbahn (6-CLD/B)
  • Hinterwieslift (2-SL)
  • Kriegerhornbahn (6-CLD/B)
  • Petersbodenbahn (6-CLD/B)
  • Rotschrofenbahn (2-CLF)
  • Rüfikopfbahn I (55-AT)
  • Rüfikopfbahn II (80-AT)
  • Schafalplift (1-SL)
  • Schlegelkopfbahn I (4-CLD/B)
  • Schlegelkopfbahn II (2-CLF)
  • Schlosskopfbahn (2-CLF)
  • Schüttbodenlift (2-SL)
  • Schwarzwandlift (1-SL)
  • Skischullift
  • Steinmähderbahn (8-CLD/B)
  • Übungslift Oberlech (1-SL)
  • Weibermahdbahn (8/10-CGD)
  • Zugerbergbahn (2-CLF)

Die Abkürzungen sind unter Luftseilbahn erläutert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahresdurchschnitt 2014 waren laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer Österreich 1.872 unselbständig Beschäftigte in 227 Lecher Betrieben beschäftigt. Mit dieser Arbeitnehmerzahl war die Gemeinde Lech der größte Arbeitsplatzstandort im Vorarlberger Teil der Arlbergregion und viertgrößter Arbeitsplatzstandort im Bezirk Bludenz (nach der industriell geprägten Region um die Bezirkshauptstadt Bludenz). Von den Arbeitnehmern in Lech entfiel der absolut überwiegende Anteil, nämlich 1.312, auf die 156 Tourismusbetriebe der Gemeinde. 235 Arbeitnehmer waren in Verkehrsbetrieben, wozu auch die Seilbahnanlagen zählen, 207 im Handel und 62 im Bank- und Versicherungssektor tätig.[4]

Zu den größten Handelsbetrieben Lechs zählt der Ski- und Sportartikelverkäufer Strolz Sport & Mode, der seit dem Jahr 1921 im Ort ansässig ist. Daneben haben sich im Ortszentrum von Lech exklusive Boutiquen und Filialen von Luxus-Marken angesiedelt.

2010 war Lech nach ihrer Nachbargemeinde Warth die Gemeinde Österreichs mit der zweithöchsten Finanzkraft pro Kopf (6.110 €).[5]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wintersaison 2014/15 gab es in Lech 835.849 und 2015/16 863.070 Nächtigungen, in der Sommersaison 2014 151.639 und 2015 156.218 Nächtigungen. Lech ist Ziel zahlreicher Wintersportler, darunter auch seit 1959 des niederländischen Königshauses.

Stammgäste in Lech bekommen von der Gemeinde nach 10, 15, 25, 35, 45 und 55 aufeinanderfolgenden Jahren mit Aufenthalten in der Länge von mindestens sieben Übernachtungen jeweils eine Ehrennadel verliehen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reetgedecktes Bus-Wartehäuschen, 2007

Erreichbar ist Lech vom Klostertal aus über eine nicht wintersichere ehemalige Bundesstraße – die Lechtalstraße mit der Flexen-Galerie (Flexenpass) –, so dass es in den Wintermonaten immer wieder passiert, dass der Ort einige Zeit von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Im Sommer kann Lech auch von der anderen Seite des Lechtals aus, von der Nachbargemeinde Warth, erreicht werden. Auf diesem Straßenabschnitt ist die Lechtalstraße im Winter allerdings wegen Lawinengefahr durchgängig gesperrt.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Langen am Arlberg und auf der Tiroler Seite St. Anton am Arlberg. Diese Bahnhöfe werden von Lech aus mit der Landbuslinie 91 bzw. 92 angefahren. Im Sommer verbindet die Landbuslinie 40a Lech mit Schoppernau im Bregenzerwald und weiter bis nach Dornbirn.

Mehrere private Anbieter bieten im Winter Shuttleservices an, um von den nahe gelegenen Flughäfen in der Umgebung nach Lech zu gelangen.

Im Winter befährt ein Nachtbus mit der Bezeichnung "James" bis halb vier Uhr in der Früh die verschiedenen Ortsteile.

Innerhalb der Gemeinde Lech verbindet ein Ortsbus die Ortsteile miteinander.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Neue Mittelschule mit 45 und eine Volksschule mit 52 Schülern (Stand Jänner 2013) sowie einen Kindergarten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lech (Vorarlberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lech am Arlberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lech, schönstes Dorf Europas
  2. Erfolgreiche Weltpremiere Auenfeldjet. Artikel auf Vorarlberg Online (VOL.at) vom 27. März 2014.
  3. Der Auenfeldjet verbindet die Skigebiete Lech Zürs und Warth-Schröcken. Artikel auf den Seiten von Vorarlberg Tourismus.
  4. Wirtschaftskammer Vorarlberg: Beschäftigtenstatistik. Ausgabe 2015. S. 19.
  5. Gemeindefinanzbericht 2011 der Kommunalkredit Austria.