Dalaas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dalaas
Wappen Österreichkarte
Wappen von Dalaas
Dalaas (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 94,3 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 10° 0′ OKoordinaten: 47° 7′ 20″ N, 9° 59′ 40″ O
Höhe: 916 m ü. A.
Einwohner: 1.647 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6752
Vorwahl: 05585
Gemeindekennziffer: 8 01 08
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
NR. 140
6752 Dalaas
Website: www.dalaas.at
Politik
Bürgermeister: Martin Burtscher
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2020)
(18 Mitglieder)

Mehrheitswahl

Lage von Dalaas im Bezirk Bludenz
BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSt. Anton im MontafonSt. GallenkirchSt. GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlbergLage der Gemeinde Dalaas im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Ortsteil Wald aus dem Skilift aufgenommen, Blickrichtung Norden. Arlbergbahn mit (li.) Glongtobelbrücke und (re.) Einfahrt Bahnhof Wald am Arlberg

Dalaas ist eine Gemeinde mit 1647 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Bezirk Bludenz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Dalaas wird durch das Klostertal gekennzeichnet, das von Ost nach West von der Alfenz (angebunden an das Flusssystem des Rheins) durchflossen und an ihr entlang durch die Arlbergbahn und die Arlberg Schnellstraße (S16/E60) durchquert wird. Im Norden des Dalaaser Gebiets findet sich das Lechquellengebirge mit dem Formarinsee im Nordwesten. In der westlichen Mitte findet sich der Spullersee der sein Wasser letztlich an die Alfenz liefert. Im Süden finden sich kleinere Teile der weitaus größeren Verwallgruppe. Der Ortskern selbst liegt im Talgrund nahe der Alfenz auf ca. 835 Metern Höhe zu Füßen des Lechquellengebirges (früher auch „Klostertaler Alpen“ genannt). 28,4 Prozent der Fläche sind bewaldet, 25,6 Prozent der Fläche sind Alpen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Dalaas (1006)
  • Wald am Arlberg (641)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Dalaas.

Ortsteile der Gemeinde sind der Hauptort Dalaas und das etwas weiter taleinwärts, dem Arlberg und der Nachbargemeinde Klösterle zugewandt, gelegene Wald am Arlberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Dalaas grenzt an das von sieben anderen Gemeinden im Bezirk Bludenz. Im Uhrzeigersinn um Dalaas herum, beginnend im Norden, liegen die Gemeinden Sonntag im Großen Walsertal, Lech, Klösterle, Silbertal, Bartholomäberg, Innerbraz und Raggal. Die Nachbargemeinden Klösterle und Innerbraz liegen ebenso wie Dalaas im Klostertal, wobei Klösterle taleinwärts am Beginn des Klostertals am Arlbergpass und Innerbraz talauswärts in Richtung der Bezirkshauptstadt Bludenz gelegen ist. Aufgrund der Tallage gibt es auch nur mit diesen beiden Nachbargemeinden eine direkte Straßenverbindung von Dalaas aus.

Raggal Sonntag Lech
Innerbraz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Klösterle
Bartholomäberg Silbertal

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalaas hat sich aus einer schon um 1300 bestehenden Bergwerksiedlung entwickelt. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Das gesamte Hinterland des Walgaues, insbesondere auch das Klostertal, galt als Bergbaugebiet.[2] Ein Schwerpunkt der Bergbautätigkeit lag um 1355 am Nordhang des Kristberges bei Dalaas.

Eine Vorarlberg-Karte von 1783 notiert den Ort abweichend zu Heute mit der Schreibweise „Talas“ und dem Herrschaftsgebiet Sonnenberg (von Braz bis Stuben) zugehörig.[3]

Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zum Königreich Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Dalaas seit der Gründung des Vorarlberger Landtages 1861.

1884 wurde die Arlbergbahn und mit ihr der Bahnhof Dalaas in Betrieb genommen.

Im Juni 1910 wurde der Ort von einem verheerenden Jahrhunderthochwasser heimgesucht: Es kamen starke Regenfälle und die verspätete Schneeschmelze nach einem überaus schneereichen Winter zusammen. Die fruchtbaren Talböden wurden eingeschottert und für die Landwirtschaft unbrauchbar. Dalaas wurde besonders durch das Toben der Alfenz sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.[4]

Am 29. April 1945 überschritten französische Truppen die Vorarlberger Grenze bei Lochau und Hohenweiler. Bevor sie am 6. Mai den Arlberg erreichen konnten, lieferten ihnen Einheiten der Wehrmacht und der SS noch Kämpfe bei Bregenz, Götzis, Bings und Dalaas, welche Todesopfer auch unter der Zivilbevölkerung forderten und Sachschäden verursachten.[5] Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Im Jänner 1954 wurde Dalaas von einer Lawinenkatastrophe heimgesucht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 6,3 Prozent.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Dalaas
Blick auf den Dalaaser Tunnel und Dalaas; Blickrichtung Osten: Am li. Hang die Arlbergbahn mit dem Ostkopf des Bahnhof Dalaas

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 gab es 24 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige arbeiteten 728.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 57.000 im Jahr 2011 auf 92.000 im Jahr 2019 und ging im COVID-Jahr 2020 auf 71.000 zurück.[6][7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Dalaas
Bahnhof Dalaas (Blick talauswärts) mit dem Roggelskopf (2284 m) im Hintergrund

Dalaas liegt an der Arlbergbahn zwischen Langen am Arlberg und Bludenz. Der Bahnhof Wald am Arlberg, welcher im Gemeindegebiet von Dalaas liegt, wurde vor Jahren geschlossen. Der Dalaaser Bahnhof ist weiterhin besetzt, dient jedoch nur als Ausweich- und Kreuzungsstelle für die im Bereich Dalaas eingleisige Bahnstrecke. Die Buslinie 90 Stuben – Bludenz führt im Talgrund durch den Ort und sorgt stattdessen für eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Das jetzige Bahnhofsgebäude ist nach der Lawinenkatastrophe von 1954 neu errichtet worden. Die Muttentobellawine schleuderte am 12. Jänner 1954 eine 120 t schwere Lokomotive samt einiger Schnellzugwagen vom Gleis. Die Lok kam teilweise vor dem Bahnhofsgebäude zum Liegen und schützte es mit ihrem Gewicht vor dem Druck der Schneemassen. Der Teil des Gebäudes, der nicht von der Lok geschützt war, wurde weggerissen. Dabei starben zehn Menschen (die darin wohnende Eisenbahnerfamilie sowie im Wartesaal befindliche Reisende des Zuges, der aufgrund der lawinenbedingten Streckensperre schon am Vormittag des 11. Jänner in Dalaas angehalten worden war).[8][9]

Schon am 13. Jänner 1924 bot das Bahnhofsgelände ein Bild der Verwüstung: 14 Wagen eines bergauf fahrenden Güterzuges rissen im damaligen Großtobeltunnel, gut 1 km vor Langen am Arlberg, bei einer Zugtrennung von den Lokomotiven ab. Sie rollten rückwärts, rasten nach einer Geisterfahrt über mehr als 9 km schließlich mit weit über 100 km/h auf den Bahnhof Dalaas zu und konnten dort nur noch durch eine absichtlich herbeigeführte Entgleisung gestoppt werden.[10]

Dalaas mit Arlbergbahn und Kristbergsattel im Hintergrund
Dalaaser Tunnel

Die Arlberg Schnellstraße S16 führt durch den 1810 Meter langen, einröhrigen Dalaaser Tunnel. Er dient der Ortsumgehung von Dalaas. Über dem Tunnel sind ca. 90 bis 100 Meter Deckgebirge.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Dalaas und Wald gibt es zwei Kindergärten und (Stand Januar 2003) 87 Schüler.
  • Volksschule Dalaas

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Mitgliedern, die bei der letzten Gemeindevertretungswahl 2020 per Mehrheitswahlsystem gewählt wurden.[11]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 10. April 2018 Martin Burtscher, der das Amt von Christian Gantner übernahm, nachdem dieser als Landesrat in die Vorarlberger Landesregierung gewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde 1970 verliehen.

Beschreibung: Im gespaltenen Schild vorn in Rot ein schwarzes gekreuztes Bergwerkshammerpaar und im silbernen Feld drei bewurzelte grüne Tannen.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dalaas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Jochen Hofmann, Christian Wolkersdorfer: Der historische Bergbau im Montafon. in Berufung auf Müller 1925, S. 37–38.
  3. Historische Karte der Herrschaftsgebiete von Vorarlberg, 1783
  4. Die Wasserkatastrophe in Vorarlberg im Jahr 1910 (PDF; 360 kB)
  5. Montafoner Heimatmuseum Schruns, Sonderausstellung: „Montafon 1945–1955. Ein Tal im Aufbruch“ (12. Dezember 2004 bis 2. April 2005). Idee: Dr. Andreas Rudigier. Konzeption: Dr. Peter Strasser
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Dalaas, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 27. Dezember 2021.
  7. Österreich - Betroffenheit Branchen Corona 2020. Statista, abgerufen am 28. Dezember 2021.
  8. Das Drama von Dalaas. 6. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2019.
  9. Arlbergbahn - Lawinenlok. Abgerufen am 22. November 2021.
  10. Horrorfahrt durchs Klostertal. In: Vorarlberger Nachrichten. 19. Januar 2014.
  11. Gemeindevertretung - 2020. Land Vorarlberg, abgerufen am 27. Dezember 2021.
  12. Vorarlberger Gemeindewappenregistratur. (PDF) Vorarlberger Landesarchiv, 2008, S. 22, abgerufen am 27. Dezember 2021.