Roßberg (Ebsdorfergrund)

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Roßberg
Koordinaten: 50° 43′ 1″ N, 8° 52′ 35″ O
Höhe: 303 (295–323) m ü. NHN
Fläche: 9,03 km²[1]
Einwohner: 400
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 35085
Vorwahl: 06424
Roßberg von Süden
Roßberg von Süden
Kirche

Roßberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund im Osten des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist an drei Seiten von Wald umgeben. Im Norden liegt der Ortsteil Dreihausen. Durch den Ort fließt die Zwester Ohm. Die Landesstraße 3125 führt durch Roßberg. Der Christenberg grenzt an den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1233 unter dem Namen Rosseberch.[1] Im Jahre 1753 wurde die Fachwerkkirche erbaut, die heute sowohl von der ev.-luth. Kirche wie auch von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche genutzt wird.[2]

Auf dem Christenberg sind noch Reste einer Ringwallanlage sichtbar. Etwa 1,7 km südöstlich von Roßberg befinden sich die Reste einer ehemaligen Wasserburg, der Röderburg. Etwa 1,2 km südöstlich von Roßberg befinden sich die Reste der kleinen karolingischen Saalkirche von Udenhausen, einem gegen Ende des 14. Jahrhunderts verlassenen Dorf.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1972 wurde Roßberg im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die am 31. Dezember 1971 neu gegründete Gemeinde Ebsdorfergrund eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Roßberg lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Roßberg zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[8] Mit dem Gesetz über die Neugliederung von Untergerichtsbezirken vom 13. Juli 1833[9] wurde Roßberg dem Justizamt Treis an der Lumda zugewiesen.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Roßberg wurde dem Justizamt Marburg zugeschlagen das jetzt zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg wurde. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[10] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[11]

Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

• 1467: 3 Hausgesesse
• 1577: 27 Hausgesesse
• 1630: Pest; 4 Ackerleute genannt (1 zweispännige, 3 einspännige).
• 1681: 11 hausgesessene Mannschaften
• 1747: 24 Haushalte
• 1838: 236 Einwohner (22 nutzungsberechtigte, 15 nicht nutzungsher. Ortsbürger, 3 Beisassen).
Roßberg: Einwohnerzahlen von 1774 bis 1967
Jahr  Einwohner
1774
  
146
1834
  
235
1840
  
244
1846
  
257
1852
  
243
1858
  
243
1864
  
284
1871
  
263
1875
  
241
1885
  
241
1895
  
265
1905
  
249
1910
  
264
1925
  
287
1939
  
274
1946
  
415
1950
  
379
1956
  
295
1961
  
290
1967
  
278
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
• 1885: 224 evangelische (= 100,00 %), kein katholischer Einwohner
• 1961: 283 evangelische (= 97,59 %), 7 katholische (= 2,41 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1774: Erwerbspersonen: 1 Schmied, 1 Leineweber, 3 Schneider, 2 Wagner, 2 Tagelöhner.
• 1838: Familien: 18 Ackerbau, 16 Gewerbe, 5 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 92 Land- und Forstwirtschaft, 42 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es ein Bürgerhaus und ein Backhaus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roßberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Roßberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 18. Januar 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. www.selk-dreihausen.de (Abschnitt Orte)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 403.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Georg Landau: Beschreibung des kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 387 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 121–123 (online bei Google Books).
  7. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223-224
  8. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. KurhessGesSamml. 1833, S. 129 (online)
  10. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  11. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)