Roland Hartwig

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Roland Hartwig (* 22. September 1954 in Berlin) ist ein deutscher Politiker (AfD). Seit 2017 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1973 in Heilbronn leistete Hartwig seinen Wehrdienst ab und begann 1974 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das er 1979 mit dem 1. Staatsexamen beendete. Das anschließende Referendariat schloss er 1982 mit dem 2. Staatsexamen ab. Von 1980 bis 1984 war er Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg im Breisgau. 1984 wurde er an der Universität Freiburg mit der Arbeit „Vorteilsgewährung und Bestechung als Wirtschaftsstraftaten“ zum Dr. jur. promoviert.[1] 1984 trat er in die Rechtsabteilung der Bayer AG in Leverkusen ein. 1997 übernahm er dort die Leitung der zentralen Patentabteilung und 1999 als Chefsyndikus die weltweite Verantwortung für den Bereich Recht und Patente des Bayer-Konzerns. 2016 trat er in den Ruhestand ein und ist seitdem als selbständiger Rechtsanwalt tätig.

Roland Hartwig ist geschieden und hat fünf Kinder. Im Herbst 2017 zog er von Bergisch Gladbach nach Königswinter um.[2]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwig trat im Mai 2013 in die AfD ein, weil ihm laut Die Zeit CDU und FDP zu weit nach links gerückt waren.[3] Seit Juni 2016 gehört er dem AfD-Vorstand im Rheinisch-Bergischen Kreis an.

2018 leitete Hartwig eine Arbeitsgruppe zum Umgang der AfD mit einer möglichen Beobachtung durch den Verfassungsschutz.[4]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwig ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und gehört dort dem Auswärtigen Ausschuss an.

Hartwig wurde bei der Bundestagswahl 2017 über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag gewählt. Als Direktkandidat im Rheinisch-Bergischen Kreis erreichte er 7,2 % der Erststimmen.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwig bezeichnete sich selbst als liberal-konservativ[5] und unterstützte bis zu deren Austritt aus der AfD den Kurs von Frauke Petry. Hartwig ist von der Bedeutung des menschlichen Anteils am Klimawandel „nicht überzeugt“ (Die Zeit).[3]

Hartwig veröffentlichte eine Handreichung zum Umgang mit dem Verfassungsschutz, mit der festgeschrieben werden soll, was AfD-Mitglieder öffentlich äußern dürfen. Die Handreichung enthält eine umfangreiche Liste von Positionen, Äußerungen und Begriffen, die Parteimitgliedern nicht mehr äußern dürfen; andernfalls drohen ihnen Parteiordnungsverfahren bis hin zu Parteiausschlussverfahren. Unter anderem soll es AfD-Mitgliedern unter Androhung von Parteiordnungsverfahren fortan untersagt sein „Phänomene wie Zwangsheiraten, Ehrenmorde, Jugendgewalt und Terrorismus 'ausschließlich und undifferenziert' mit dem Islam in Verbindung zu bringen“. Auch Forderungen nach der Verweigerung dauerhaften Aufenthaltsrechts für Migranten oder der Rückgängigmachung von Einbürgerung sind untersagt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 20. Januar 2019.
  2. RheinBerg verliert AfD-Abgeordneten an den Nachbarkreis. iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach
  3. a b Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Die Zeit. 26. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Oktober 2017]).
  4. Sebastian Pittelkow und Katja Riedel: Beobachtung durch Verfassungsschutz Eigenes Gutachten bringt AfD in Bedrängnis, tagesschau.de., 2. November 2018, Zugriff am 11. November 2018.
  5. Mindener Tageblatt: Von Storch wird AfD-Fraktionsvize | Nachrichten Aktuell. In: Nachrichten Aktuell. (mt.de [abgerufen am 7. Oktober 2017]).
  6. Robert Hartwig: Informationen und Handreichungen zum Thema Verfassungsschutz –Teil 1