Romedio Schmitz-Esser

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Romedio Schmitz-Esser (* 1978 in Hamburg) ist ein deutscher Historiker und Kulturwissenschaftler. Er ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Graz.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmitz-Esser studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck und schloss mit 2002 mit dem Magister ab. 2003 erhielt er die Studienförderpreise der „Richard & Emmy Bahr-Stiftung in Schaffhausen“. 2005 wurde er mit einer Arbeit unter dem Thema Arnold von Brescia im Spiegel von acht Jahrhunderten Rezeption. Ein Beispiel für Europas Umgang mit der mittelalterlichen Geschichte vom Humanismus bis heute promoviert. 2005 bekam er für die Dissertation den Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst.

Von 2005 bis 2008 war er Stadthistoriker der Stadt Hall in Tirol und Leiter eines der größten Kommunalarchive Westösterreichs. 2008 wechselte er an die Universität München, wo er als wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar tätig war. 2013 habilitierte er sich und erhielt die Lehrbefugnis für die Fachgebiete Mittelalterliche Geschichte und Geschichtliche Hilfswissenschaften an der Fakultät 9 der Universität München. Schmitz-Essers Habilitationsschrift erschien 2014 unter dem Titel Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung und die kulturelle Konstruktion des toten Körpers in der Reihe Mittelalter-Forschungen beim Thorbecke-Verlag. Ihm wurde dafür 2016 vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands der Carl-Erdmann-Preis verliehen.

Seit 2002 ist Schmitz-Esser freier Mitarbeiter der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Als Epigraphiker erarbeitete er gemeinsam mit dem Landesarchivdirektor Werner Köfler den Inschriftenband zu den politischen Bezirken Imst, Landeck und Reutte, der als Band 82 der Reihe Die Deutschen Inschriften 2013 erschien. Im Wintersemester 2006/2007 lehrte Schmitz-Esser an der Universität Innsbruck Epigraphik. 2007 kuratierte er die Ausstellung Der Taler um 1500. Eine Haller Münze zwischen Arm und Reich in der Münze Hall in Tirol. Zusammen mit Jan Keupp initiierte er das internationale DFG-Netzwerk „Neue alte Sachlichkeit: Realienkunde des Mittelalters in kulturhistorischer Perspektive“. Gemeinsam mit Urte Krass organisierte Schmitz-Esser 2014 den Workshop Moving Body Parts: Their Transcendence of Time and Space in Pre-Modern Europe an der Universität München.

2004 war er Stipendiat des Österreichischen Historischen Instituts in Rom. 2010/11 war er als Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung für Forschungsaufenthalte in Paris (Deutsches Historisches Institut und École des Hautes Études en Sciences Sociales) und London (Deutsches Historisches Institut). Von 2011 bis 2012 war er Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Duke University in North Carolina. Im März 2014 lehrte Romedio Schmitz-Esser als Short Time Lecturer an der Jinan University im chinesischen Guangzhou.

Von September 2014 bis Dezember 2016 war er Direktor des Deutschen Studienzentrums in Venedig. Am Deutschen Studienzentrum initiierte Schmitz-Esser den Forschungsschwerpunkt „kinesis – Stadt und Bewegung“, der sich mit der Rolle Venedigs im Rahmen der Globalgeschichte kritisch auseinandersetzt.

Seit Januar 2017 lehrt er als Professor für allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Graz.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kultur- und Mentalitätsgeschichte des Mittelalters (Körpergeschichte, Häresien), der Geschichte Italiens und der Römischen Kommune (Arnold von Brescia), der Epigraphik des Alpenraumes (Inschriftenedition des Tiroler Oberlandes) und der materiellen Kultur des Mittelalters.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romedio Schmitz-Esser ist Herausgeber der Reihe Venetiana des Deutschen Studienzentrums in Venedig, gemeinsam mit Peter Dinzelbacher Herausgeber der "Beihefte zur Mediaevistik" und Mitglied im wissenschaftlichen Beratergremium der Zeitschrift Mediaevistik.

  • Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung und die kulturelle Konstruktion des toten Körpers (= Mittelalter-Forschungen. Bd. 48), Thorbecke, Ostfildern 2014, ISBN 978-3-7995-4367-5.
  • mit Knut Görich (Hrsg.): BarbarossaBilder. Entstehungskontexte, Erwartungshorizonte, Verwendungszusammenhänge. Schnell & Steiner, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7954-2901-0.
  • mit Werner Köfler: Die Inschriften der Politischen Bezirke Imst, Landeck und Reutte (= Die Deutschen Inschriften. Bd. 82 = Die Deutschen Inschriften. Wiener Reihe. Bd. 7 = Die Inschriften des Bundeslandes Tirol. Bd. 1). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2013, ISBN 978-3-7001-7068-6.
  • Arnold von Brescia im Spiegel von acht Jahrhunderten Rezeption. Ein Beispiel für Europas Umgang mit der mittelalterlichen Geschichte vom Humanismus bis heute (= Geschichte. Bd. 74). Lit, Wien u. a. 2007, ISBN 978-3-8258-9469-6.
  • Der Taler um 1500. Eine Haller Münze zwischen Arm und Reich. Katalog. Mit Beiträgen von Alexander Zanesco und George McGlynn. In: Haller Münzblätter. Bd. 7, Nr. 9/10/11, 2007, ZDB-ID 519329-1, S. 207–284.
  • mit Verena Friedrich: Pfarrkirche St. Nikolaus und Kapellen. Stadt Hall in Tirol – politischer Bezirk Innsbruck Land – Bistum Innsbruck – Dekanat Hall in Tirol. = Hall in Tirol, Pfarrkirche St. Nikolaus (= Peda-Kunstführer. Nr. 665). Kunstverlag Peda, Passau 2007, ISBN 978-3-89643-665-8.
  • Hall in Tirol. Seinerzeit und Heute. Com'era e Com'è. Past and Present. Ayer y Hoy. Herausgegeben vom Fotoclub Hall in Tirol. Ablinger.Garber, Hall in Tirol 2006, ISBN 3-9501945-9-2.
  • mit Alexander Zanesco (Hrsg.): Forum Hall in Tirol: Neues zur Geschichte der Stadt. 3 Bände. Ablinger.Garber, Hall in Tirol 2006–2012;

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]