Südliche Innenstadt (Halle)

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Wappen von Halle (Saale)
Südliche Innenstadt
Stadtteil von Halle (Saale)
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Koordinaten 51° 28′ 28″ N, 11° 58′ 14″ OKoordinaten: 51° 28′ 28″ N, 11° 58′ 14″ O.
Einwohner 23.109 (31. Dez. 2016)
Postleitzahlen 06110, 06112
Vorwahl 0345
Sachsen-Anhalt
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B6 B80 B91
Straßenbahn 1 2 3 8

Die südliche Innenstadt ist ein Stadtteil von Halle (Saale). Sie beinhaltet das Gebiet der ehemaligen Stadt Glaucha.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südliche Innenstadt gehört zum Stadtbezirk Mitte. Sie erstreckt sich vom Hauptbahnhof im Osten bis zur Saale im Westen.

Die genaue Grenze des Stadtteils verläuft entlang folgender Straßen und Plätze: Glauchaer Platz, Moritzzwinger, Franckeplatz, Waisenhausring, Waisenhausmauer, Franckestraße, Ernst-Kamieth-Straße, Raffineriestraße, Merseburger Straße, Karl-Meseberg-Straße, Otto-Kilian-Straße, Beesener Straße, Flurstraße, Warneckstraße.

Angrenzende Stadtteile

Markante Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Torstraße am Rannischen Platz

Auf dem Gebiet der Südlichen Innenstadt befinden sich die Gebäude der Franckeschen Stiftungen, das Elisabeth-Krankenhaus, das Stadtmuseum und das Künstlerhaus 188, sowie die katholische Kirche St. Franziskus und St. Elisabeth, die Glauchaer Georgen-Kirche und die Johanneskirche.

Glaucha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glaucha (sorbisch Glouch „sumpfige Fläche, Niederung“) war eine kleine Amtsstadt vor den Toren von Halle (Saale), deren Ursprünge bis in das 7. Jahrhundert zurückreichen. Die Glauchaer Kirche St. Georgen wurde erstmals 1121 urkundlich erwähnt. Ab dem Jahr 1231, als das Zisterzienserinnenkloster Marienkammer gegründet wurde, geriet der Ort in immer stärkere wirtschaftliche Abhängigkeit. Das Kloster, das nach und nach alle größeren Ländereien erwarb (durch Schenkung oder Ankauf), beschäftigte kurz vor der Reformation die meisten der Glauchaer Bürger auf seinen Gütern. Als nach der Reformation fast der gesamte Klosterbesitz an die Stadt Halle überging, gewährte man den Glauchaern freies Brannt-, Schank- und Marktrecht, um sich ernähren zu können, woraufhin Glaucha in kurzer Zeit zur Kneipenmeile Halles avancierte.

Glaucha gehörte als Mediatstadt zum Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.[1] Der Dreißigjährige Krieg ruinierte die kleine Gemeinde wirtschaftlich und moralisch. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts prägte die Trunk- und Spielsucht das öffentliche Leben. Bei rund 200 Häusern soll es nach Aufzeichnungen von August Hermann Francke 37 Wirtshäuser gegeben haben. Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Saalkreis. Als 1682 eine Pestepidemie 800 von 1200 Einwohnern auslöschte, war die Katastrophe perfekt. Zahllose Waisenkinder bettelten sich von Tür zu Tür, und das gesellschaftliche Leben lag vollends brach. In diese Situation hinein kam August Hermann Francke, als er 1692 in Glaucha Pfarrer wurde. Er begründete dort 1695 eine Armenschule, aus der sich später die Franckeschen Stiftungen als eine der progressivsten Bildungseinrichtungen Europas entwickelten.

Während der französischen Besetzung (1807 bis 1813) wurde Glaucha dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Die Stadt war der Hauptort des Kantons Glaucha.[2] Seit dem 31. Oktober 1817 gehört Glaucha zu Halle.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erwähnung des Orts im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 119 f.
  2. Beschreibung des Saale-Departements