Dölau (Halle)

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Wappen von Halle (Saale)
Dölau
Stadtteil von Halle (Saale)
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Koordinaten 51° 30′ 43″ N, 11° 52′ 54″ OKoordinaten: 51° 30′ 43″ N, 11° 52′ 54″ O.
Fläche 4,131 km²
Einwohner 3801 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte 920 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 06120
Vorwahl 0345
Bundesland Sachsen-Anhalt

Dölau ist ein Stadtteil im Stadtbezirk West von Halle (Saale). Im Jahr 2018 hatte es 3801 Einwohner.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neubausiedlung in Dölau

Dölau liegt im Nordwesten von Halle am Nordrand der Dölauer Heide. Im Süden der Siedlung beginnt der Hechtgraben, der nach Nordosten zur Saale fließt. Angrenzende Stadtteile sind Lettin im Nordosten, Heide-Nord/Blumenau im Osten und die Dölauer Heide im Süden. Durch den Ort führt die Landstraße von Halle-Neustadt in Richtung Harz. Von dieser zweigen im Stadtteilzentrum an einer Kreuzung die Neuragoczystraße nach Norden und die Stadtforststraße in Richtung Kröllwitz ab. Außerdem gibt es eine Verbindungsstraße nach Lieskau im Westen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Bahnhof von Dölau

Dölau wird durch die Buslinie 21 der Halleschen Verkehrs-AG versorgt, diese verbindet das Viertel mit Kröllwitz im Osten und Neustadt im Süden. Außerdem fahren Busse der OBS zum Hauptbahnhof und in den Saalekreis.[2] Eine Bahnstrecke verband im vorherigen Jahrhundert Dölau mit dem Hauptbahnhof von Halle und Hettstedt, diese wurde jedoch zum größten Teil abgebaut. Ein Förderverein möchte die Wiederherstellung der Bahnstrecke erreichen und diese mit Museumszügen befahren.[3]

Westlich von Dölau soll mit der Bundesautobahn 143 eine Abfahrt namens Salzmünde entstehen, die auch Dölau anbindet. Der Bau dieser Autobahn wird jedoch seit Jahren vom NABU Halle erfolgreich verhindert.[4]

Flächen für eine mögliche Nordumfahrung Dölaus werden im Flächennutzungsplan der Stadt Halle freigehalten.[5]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südwesten des Stadtteils besteht das von 1936 bis 1942 zunächst als Luftwaffenlazarett erbaute Waldkrankenhaus, und heutige Klinikum Martha-Maria Halle-Dölau gGmbH. Seit Herbst 2006 ist das vormals Städtische Krankenhaus mit etwa 600 Betten in Trägerschaft des methodistischen Diakoniewerkes Martha-Maria aus Nürnberg. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird ärztlicher Nachwuchs in zwölf Kliniken und drei Instituten ausgebildet.

Der Ort hat mit der Kirche St. Nicolai et Antonii eines der ältesten Gotteshäuser, sowie mit der Pfarrkirche Maria Königin des Friedens das jüngste Kirchengebäude der Stadt Halle. Es gibt auch einen Friedhof. Dölau ist teils noch ländlich geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehir Steinerne Jungfrau nördlich von Dölau

Am Rand von Halle-Dölau befindet sich am Jungfrauenweg nahe der Neuragoczystraße in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Gartenanlage der zweithöchste Menhir Deutschlands, die „Steinerne Jungfrau“, und bezeugt die Besiedlung der Region in der Jungsteinzeit. Auf dem Gelände der Bischofswiese im Osten befindet sich eine jungsteinzeitliche Befestigungsanlage, hier gab es Funde aus der Baalberger Kultur (4100–3600 v. Chr.) und der Bernburger Kultur (3300–2800 v. Chr.).

Dölau gehörte zum Amt Giebichenstein im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.[6] 1680 kam der Ort mit dem Saalkreis zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft. Mit dem Frieden von Tilsit wurde Dölau im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörte zum Kanton Halle-Land.[7] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Ort im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.[8]

Am 1. Juli 1950 wurde Dölau nach Halle (Saale) eingemeindet.[9]

Im Bezirkskrankenhaus Halle-Dölau erlag der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz am 22. August 1976 seinen Verbrennungen, die er sich aus Protest gegen die DDR-Behörden in Zeitz selbst zugefügt hatte.

Seit 1964 war Dölau der westliche Endpunkt der S-Bahn Halle. Am 1. August 2002 wurde der Verkehr im Abschnitt von Nietleben über den Heidebahnhof nach Halle-Dölau eingestellt.

Am Abend des 7. Juli 2015 zog ein schweres Unwetter über Dölau und den Nordwesten von Halle. Dabei wurden Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt, einige Straßen waren unpassierbar. Manche Anwohner berichteten von einem Tornado.[10]

Sport / Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SV Blau-Weiß Dölau e.V.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Findeisen, Dirk Höhne: Die Dorfkirchen in Halle. (Denkmalorte – Denkmalwerte Bd. 3). Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle 2006, ISBN 3-939414-00-X, S. 82–95.
  • Jessica Quick, Andreas Löffler (Red.): Das Stadtteilbuch. Mitteldeutsches Druck und Verlagshaus, Halle 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dölau (Halle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Halle (Saale), Fachbereich Einwohnerwesen: Halle in Zahlen 2018. Online veröffentlicht unter https://halle.de (pdf, 163 KB) im Jahr 2019.
  2. Liniennetzplan der HAVAG
  3. Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahn e.V.
  4. Website des NABU HALLE
  5. Seite der Stadt Halle mit einem Link zum Flächennutzungsplan
  6. Erwähnung des Orts im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 124
  7. Beschreibung des Saale-Departements
  8. Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900
  9. Halle (Saale) und seine Ortsteile auf gov.genealogy.net
  10. MZ Artikel zum Unwetter vom 8. Juli 2015