Salgesch

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Salgesch
Wappen von Salgesch
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Leukw
BFS-Nr.: 6113i1f3f4
Postleitzahl: 3970
Koordinaten: 610504 / 128742Koordinaten: 46° 18′ 36″ N, 7° 34′ 30″ O; CH1903: 610504 / 128742
Höhe: 581 m ü. M.
Höhenbereich: 533–2156 m ü. M.[1]
Fläche: 11,36 km²[2]
Einwohner: 1567 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 138 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
14,6 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.salgesch-gemeinde.ch
Salgesch mit Pfynwald

Salgesch mit Pfynwald

Lage der Gemeinde
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Salgesch (fr. Salquenen) ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde im Bezirk Leuk sowie eine Pfarrgemeinde des Dekanats Leuk im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Salgesch liegt im mittleren Wallis drei Kilometer nordöstlich von Siders auf der rechten Talseite. Der grössere Teil des Gemeindegebiets umfasst das Hügelland in der Nähe des Rotten (französisch Rhone) und den nördlichen Berghang bis zum unteren Rand der Varneralp auf 2100 Meter über Meer. Im Osten folgt die Gemeindegrenze zu Varen teilweise dem Bergbach Gulantschi und im Westen liegt die Grenze zu Siders und der Gemeinde Noble-Contrée im Wildbach Raspille.

Ein Abschnitt des Gemeindegebiets umfasst südlich des Rotten den mittleren Teil des Pfynwalds, des grösste zusammenhängenden Föhrenwalds der Alpen, und weiter südlich davon einen schmalen Streifen am sehr steilen Pfynberg ebenfalls bis auf 2000 Meter über Meer. Der Pfynwald ist vom Staatsrat des Kantons Wallis mit Entscheid vom 17. Dezember 1997 zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Das Gebiet ist zusammen mit dem Illgraben im Gebiet von Leuk im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet.

Die Hügellandschaft beim Dorf und im Rhonetal entstand durch den prähistorischen Bergsturz von Salgesch. Dazwischen fliesst die Rhone in einem weiten, natürlichen Flussbett mit wechselnden Kiesflächen und weiten Auenwäldern. Im Süden durchquert der unterirdische Oberwasserkanal des Kraftwerks Chippis der Rhonewerke AG das Gemeindegebiet. Nördlich des Dorfes dienen mehrere künstliche Wasserleitungen der Bewässerung der Landwirtschaftsflächen.

Die Simplonbahn, die Autobahn A 9 (im Bau), die Verbindungsstrasse von Siders nach Leuk und die Kantonsstrasse durchqueren das Gemeindegebiet von Salgesch.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salgesch ist ein vorwiegend deutschsprachiger Ort an der Sprachgrenze zwischen dem Ober- und dem französischsprachigen bzw. frankoprovenzalischsprachigen Unterwallis. Die Sprachgrenze folgt seit der frühen Neuzeit im unteren Talbereich dem Wildbach Raspille, weiter im Norden der Gemeindegrenze östlich von Cordona,[5][6][7] und im Süden auf dem Bergkamm zum Val d’Anniviers.

Bei Salgesch sind mehrere Flurnamen aus der ehemaligen frankoprovenzalischsprachigen Sprachschicht bis heute erhalten geblieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1955)

Bei Vorsondierungen für die Autobahn A9 im Pfynwald wurden 2002 beim sogenannten Mörderstein (la Pierre du Meutrier), einem prähistorischen Felsschirm, Spuren einer der ältesten Besiedelungen der Region aus der Zeit um 4700 vor Christus entdeckt.[8]

Die Ortschaft ist erstmals im 11. Jahrhundert mit dem Namen Salconio in einer Urkunde erwähnt. Im Mittelalter entstand die Wallfahrtskapelle des Heiligen Johannes des Täufers. Aus dem Jahr 1520 stammt die erste erhaltene schriftliche Dorfordnung. 1685 trennte sich Salgesch von der Grosspfarrei Leuk und bildete eine eigene Pfarrgemeinde.

Salgesch entwickelte sich vom Bauerndorf nach dem Zweiten Weltkrieg zur heutigen Winzer- und Wohngemeinde. Über 200 Hektar Rebberge und über 40 Weinbetriebe prägen die Gemeinde. Ausserhalb des alten Dorfkerns sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, teils mitten in den Rebbergen, zahlreiche neue Wohnsiedlungen entstanden.

Im Weinbaugebiet von Salgesch sind bei Meliorationsmassnahmen in einige Zonen die traditionellen Rebbergterrassen planiert worden.

Der Pfynwald dient nicht nur den Salgeschern und anderen umliegenden Gemeinden als Naherholungsgebiet, sondern ist auch eine der am besten erhaltenen Natur- und Kulturlandschaften der Schweiz. Das unter Naturschutz stehende Gebiet bietet unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten eine Vielfalt von unterschiedlichen und seltenen Lebensräumen, für die es überregional geschätzt wird.

Das Gemeindewappen besteht aus einem weissen Johanniterkreuz auf schwarzem Hintergrund. Im Jahr 1235 liess sich der Johanniterorden im Dorf nieder und errichtete eine Herberge für Pilger und Reisende. 1655 kaufte Kaspar Stockalper die Kommende und das zu ihr gehörende Hospiz auf dem Simplonpass.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1800 1850 1900 1950 2000 2010 2012 2014 2016
Einwohner ca. 250 406 671 1166 1198 1367 1393 1448 1470

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorgeschichtlicher Felsschirm im Pfyn beim Mörderstein
  • Naturpark Pfyn-Finges[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Zumoffen (1845–1928), Archäologe und Hochschullehrer an der Universität in Beirut
  • Oswald Mathier (1894–1972), Grossrat (1941–1949, 1957–1961), Grossratspräsident (1960/61)
  • Jean-Michel Cina (* 1963), Grossrat (1997–1999), Nationalrat (1999–2005), Staatsrat (2005–2017), Präsident SRG (seit 2017)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Salgesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Jean-Pierre Meyer: Zur Geschichte des Sprachgrenzverlaufs im Wallis. In: Blätter aus der Walliser Geschichte, 24, 1992, S. 125–154.
  6. Jacob Zimmerli: Die deutsch-französische Sprachgrenze in der Schweiz. Bd. III: Die Sprachgrenze im Wallis. Basel/Genf, 1899.
  7. Heinrich Büttner: Geschichtliche Grundlagen zur Ausbildung der alemannisch-romanischen Sprachgrenze im Gebiet der heutigen Westschweiz. In: Zeitschrift für Mundartforschung, 18., 1961. S. 193–206.
  8. Kanton Wallis: Spuren einer der ältesten Besiedelungen der Region aus der Zeit um 4700 vor Christus (Memento vom 9. Oktober 2014 im Internet Archive)
  9. Naturpark Pfyn-Finges
  10. Kantonsliste A- und B-Objekte Kanton VS. Schweizerisches Kulturgüterschutzinventar mit Objekten von nationaler (A-Objekte) und regionaler (B-Objekte) Bedeutung. In: Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS – Fachbereich Kulturgüterschutz, 1. Januar 2022, abgerufen am 23. Januar 2022 (PDF; 326 kB, 18 S., Revision KGS-Inventar 2021).