Sankt Anton im Montafon

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St. Anton im Montafon
Wappen Österreichkarte
Wappen von St. Anton im Montafon
Sankt Anton im Montafon (Österreich)
Sankt Anton im Montafon
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 3,39 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 9° 52′ OKoordinaten: 47° 6′ 53″ N, 9° 51′ 49″ O
Höhe: 651 m ü. A.
Einwohner: 729 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 215 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6771
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hnr. 124
6771 St. Anton im Montafon
Website: www.sanktantonimmontafon.at
Politik
Bürgermeister: Raimund Schuler (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2015)
(12 Mitglieder)

12 ÖVP

Lage der Gemeinde St. Anton im Montafon im Bezirk Bludenz
BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSankt Anton im MontafonSankt GallenkirchSankt GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlbergLage der Gemeinde Sankt Anton im Montafon im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick von Vandans
Blick von Vandans
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Anton im Montafon ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 729 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Anton im Montafon liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. Sankt Anton liegt am Eingang des Montafoner Tales, das zwischen dem Rhätikonmassiv und dem Davennastock (Verwallgruppe) eingebettet ist. 52,9 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existiert nur die Katastralgemeinde St. Anton.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschmückte Zuggarnitur zur Eröffnung am 18. Dezember 1905
1902 für den Gipsabbau errichtete Bremsbergbahn

Der Ort wurde zur Zeit des Erzbergbaues am Kristberg und in Bartholomäberg gegründet und 1412 erstmals erwähnt. St. Anton hatte bereits 1419 seine Kapelle und einen Kaplan. Die Kapelle soll von einem Edlen von Zalans 1376 erbaut worden sein.

Vom Heiligen Antonius der Große (auch Antonius der Einsiedler) hat das Dörflein, das einmal „Prazalanz“ geheißen hatte, seinen Namen.[1]

Der Ort gehörte lange zu Bludenz, bis er 1776 selbständige Gemeinde wurde. St. Anton wurde wie alle Orte in Vorarlberg von den Habsburgern wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus regiert. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört St. Anton im Montafon seit der Gründung 1861.
Seit 1905 ist St. Anton an die damals in Betrieb genommene Linie der Montafonerbahn angeschlossen.

Im Juni 1910 wurde der Ort von einem verheerenden Jahrhunderthochwasser heimgesucht – es kamen starke Regenfälle und die verspätete Schneeschmelze zusammen. Es ist dabei auch mehr als die Hälfte der Bahnlinie im Montafon zerstört worden und es musste zwischen Juli 1910 und September 1911 ein Schienenersatzverkehr mit Pferdefuhrwerken zwischen Lorüns und St. Anton eingerichtet werden.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. 1947 wurde die Gemeindezusammenlegung mit Vandans, die seit 1943 bestand, wieder aufgehoben.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde in St. Anton Gips abgebaut. Die ersten Hinweise darauf stammen bereits aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Errichtung einer Bremsbergbahn erleichterte den Gipstransport – musste bis dahin doch das Gipsgestein mit Pferdefuhrwerken zur Verarbeitungsstätte im Tal gebracht werden. 1950 wurden die Schmalspurgleise durch eine Materialseilbahn ersetzt. Der Abbau musste 1977 eingestellt werden, da keine weitere Konzession für den Abbau mehr erteilt wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 9,7 Prozent.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 12 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungswahl 2015 verfügt die Liste „St. Antöner Volkspartei und freie Kandidaten“ als einzige antretende Partei über alle 12 Gemeindevertretungsmandate. Zum Bürgermeister wurde in der Bürgermeister-Direktwahl 2015 Raimund Schuler als Nachfolger von Rudolf Lerch gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde gestaltet von Konrad Honold. Es stellt eine Kirche und die beiden gekreuzten päpstlichen Schlüssel dar und wird von einem auf den Kopf gestellten Dreiberg gekrönt. Dieser nimmt Bezug auf die Überlieferung des Bergsturzes, der die sagenhafte Ortschaft Prazalanz verschüttet haben soll.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Anton im Montafon
Die Barockkirche wurde 1647 erbaut und 1651 geweiht. 1792, unter Landammann Johann Josef Batlogg, wurde sie nochmals erweitert. Antonius der Große (St. Anton), der Einsiedler, ist Patron der Kirche. In dieser vorwiegend barocken Kirche mit später dazu gekommenen Nazarenerwerken trägt der Hochaltar ein Gemälde des Schweizer Malers Melchior Paul von Deschwanden.[2] 1989/90 wurde die Kirche nordseitig modern erweitert.
  • Wasserfall am Gravesertobel mit etwa 30 Meter Fallhöhe
  • Holzbrücke mit doppeltem Hängewerk über die Ill, 1912 errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 7 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 61 Beschäftigten und 12 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 207. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig. Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 18.848 Übernachtungen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Anton ist mit einer Haltestelle der Montafonerbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 39 Schüler. In St. Anton im Montafon gibt es zudem einen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ignaz Battlogg (1925–1981), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • Siegmund Stemer (* 1951), Bürgermeister von 1981 bis 1997, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Landesrat
180° Panoramablick vom Fusse des "Mutt".
Im Vordergrund der Ort Vandans, hinten St. Anton im Montafon. Der Gebirgszug Links mit der Elsspitze 1980 m, Stierkopf 1801 m und der Gamsfreiheit 2211 m gehören zum Lechquellengebirge in der Mitte die Itonskopfgruppe im westlichen Verwallgebirge v. l. n. r. 1.Davennakopf 1708 m, 2.Davenna 1881 m, 3.Zwölferkopf 1843 m, 4.Wannakopf 2032 m, 5.Rellseck 1487 m. In der rechten Bildhälfte das Skigebiet Hochjoch, Zamang mit der Gebirgskette v. l. n. r. 1.Vorderkapell 1874 m, 2.Wormser Hütte 2307 m, 3.Hochjoch 2520 m, 4.Kreuzjoch 2380 m, 5.Zamangspitze. Rechts die weiße Spitze ist die Valschavieler Maderer 2769 m, ebenfalls in der Verwallgruppe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Anton im Montafon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Montafoner Heimatbuch
  2. Montafon – Ein kleiner kulturgeschichtlicher Führer (von Andreas Rudigier)