Sant’Abbondio TI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sant'Abbondio TI)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Sant’Abbondio zu vermeiden.
Sant’Abbondio
Wappen von Sant’Abbondio
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton TessinKanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Gambarogno
Gemeinde: Gambarognoi2
Postleitzahl: 6577
UN/LOCODE: CH SBD
Koordinaten: 703165 / 107396Koordinaten: 46° 6′ 37″ N, 8° 46′ 23″ O; CH1903: 703165 / 107396
Höhe: 322 m ü. M.
Fläche: 3,2 km²
Einwohner: 136 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 43 Einw. pro km²
Website: www.gambarogno.ch
Karte
Sant’Abbondio TI (Schweiz)
Sant’Abbondio TI
www
Gemeindestand vor der Fusion am 24. März 2010
Dorf Sant’Abbondio (1940)
Bahnhof Ranzo-Sant’Abbondio

Sant’Abbondio, im lombardischen Ortsdialekt Sant’Abbundi [santaˈbundi],[1] ist ein Ort in der politischen Gemeinde Gambarogno im gleichnamigen Kreis, Bezirk Locarno, im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete mit seinen zwei Fraktionen Calgiano und Ranzo bis zum 23. November 2007 eine eigenständige politische Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf 335 m ü. M. auf einer Terrasse rund 140 Meter über dem linken Ufer des Langensees und 1 Kilometer südlich der Station Ranzo-Gerra der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nennung Sancto Abundio findet sich erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1192.[2] Die Kirche wurde 1364 erstmals mit dem Patrozinium der heiligen Abbondio und Andreas erwähnt. 1558 trennte sich der Ort kirchlich und administrativ von Vira; seither nennt sich das Dorf Sant’Abbondio. 1774 lösten sich Gerra, 1850 Caviano von Sant’Abbondio.

Am 25. November 2007 wurde von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) die Fusion der neun Gemeinden am Südufer des Langensees zur Gemeinde Gambarogno gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde konnte die Fusion per 25. April 2010 in Kraft treten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein silberner Pfahl mit einem Krummstab, der von zwei silbernen Hirschstangen begleitet wird.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1591 1683 1795 1850 1900 1950 2000[3] 2008
Einwohner 825 850 500 251 170 116 123 136

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Sortierung nach Geburtsjahr.)

  • Gioachimo Masa (* 3. September 1783 in Sant’Abbondio; † 20. September 1862 ebenda), Tessiner Staatsrat[5]
  • Gustavo Branca-Masa (* 1861 in Caviano; † 8. März 1929 in Sant’Abbondio), Forstingenieur, Politiker, Gemeindepräsident von Caviano und Sant’Abbondio, Tessiner Grossrat[6]
  • Federico Branca-Masa (* 18. April 1900 in Ranzo; † 1968 ? ebenda), Unternehmer, Gemeindepräsident von Sant’Abbondio[7]
  • Peter Voltz (1910–1978), Maler, wohnhaft in Sant’Abbondio[8]
  • Hans Heinz Holz (* 26. Februar 1927; † 11. Dezember 2011), Philosoph mit Altersruhesitz in Sant’Abbondio
  • Franca Branca-Masa (* 1957 in Locarno), Politikerin, Gemeindepräsidentin von Sant’Abbondio[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 795.
  2. Graziano Tarilli: Sant’Abbondio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 22. Dezember 2016.
  3. Graziano Tarilli: Sant’Abbondio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 12. Januar 2017, abgerufen am 4. Februar 2020.
  4. a b c Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Bellinzona 2007, S. 157–158.
  5. Fabrizio Mena: Gioachimo Masa. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Januar 2018, abgerufen am 10. Januar 2020.
  6. Fabio Chierichetti: Il casato Branca-Masa. Un’invenzione di metà Ottocento. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana 23, 2019, S. 35–44.
  7. Fabio Chierichetti: Il casato Branca-Masa. Un’invenzione di metà Ottocento. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana 23, 2019, S. 45.
  8. Peter Voltz auf ticinarte.ch
  9. Fabio Chierichetti: Il casato Branca-Masa. Un’invenzione di metà Ottocento. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana 23, 2019, S. 45.