Siirt

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Siirt
Wappen von Siirt
Siirt (Türkei)
Red pog.svg
Siirt il merkezi 4.jpg
Denkmal von Mustafa Kemal Atatürk im Stadtzentrum
Basisdaten
Provinz (il): Siirt
Koordinaten: 37° 56′ N, 41° 57′ OKoordinaten: 37° 55′ 30″ N, 41° 56′ 45″ O
Höhe: 895 m
Einwohner: 153.647[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 484
Postleitzahl: 56 000
Kfz-Kennzeichen: 56
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 20 Mahalle
Bürgermeister: Berivan Helen Işık (HDP)
Postanschrift: Mithat Öktüren Caddesi No:2
56100 SİİRT
Website:
Landkreis Siirt
Einwohner: 166.332[1] (2018)
Fläche: 633 km²
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner je km²
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Siirt (arabisch سعرد Siʿrad, aramäisch ܣܥܪܬ siʿreth, armenisch Սղերդ Sġerd) ist eine Stadt in der türkischen Region Ostanatolien. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Siirt und zugleich Zentrum eines direkt dem Gouverneur unterstellten Kreises, des zentralen Landkreises (Merkez). Die Stadt Siirt liegt ca. 800 km südöstlich von der Landeshauptstadt Ankara.

Die Kfz-Kennzeichen der Stadt und der Provinz beginnen mit den Ziffern 56.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis liegt im Zentrum der Provinz und hat bis auf Pervari Grenzen mit allen anderen Kreisen der Provinz: Kurtalan im Osten, Baykan im Norden, Şirvan und Tillo im Nordosten sowie Eruh im Süden. Im Südwesten grenzt der Kreis an die Provinz Batman.

.Der zentrale Landkreis besteht neben der Provinzhauptstadt aus einer weiteren Belediye (Gökçebağ 1,981 Einw.) und 35 Dörfern (Köy) mit durchschnittlich 306 Bewohnern. Pınarca (2.153), Meydandere (933) und Ekmekçiler (902 Einw.) sind die größten Dörfer, neun Dörfer haben mehr als 306 Einwohner.

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siirt (895 m)
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
78
 
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1.7
 
37
24
 
 
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25
13
 
 
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7
 
 
91
 
9
2
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Staatliches Meteorologisches Amt der Türkischen Republik, Normalperiode 1981–2010
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Siirt (895 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 6,9 8,7 13,6 19,5 25,3 32,4 37,2 37,0 32,3 24,6 15,3 8,8 Ø 21,9
Min. Temperatur (°C) -0,1 0,6 4,5 9,5 14,0 19,5 23,8 23,5 19,0 13,2 6,5 2,0 Ø 11,4
Temperatur (°C) 3,0 4,2 8,5 14,1 19,6 26,2 30,6 30,0 25,1 18,1 10,2 4,9 Ø 16,3
Niederschlag (mm) 77,6 99,2 111,2 96,9 62,6 9,8 2,7 1,7 4,0 47,5 87,7 90,8 Σ 691,7
Sonnenstunden (h/d) 3,6 4,4 5,5 6,7 9,1 11,7 12,2 11,4 10,1 7,2 5,1 3,4 Ø 7,5
Regentage (d) 11,6 11,8 14,1 13,3 10,0 3,3 0,9 0,8 1,7 8,4 9,0 11,3 Σ 96,2
T
e
m
p
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6,9
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8,7
0,6
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9,5
25,3
14,0
32,4
19,5
37,2
23,8
37,0
23,5
32,3
19,0
24,6
13,2
15,3
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2,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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2,7
1,7
4,0
47,5
87,7
90,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Stadtbevölkerung besteht aus Kurden, Türken und Arabern. Die einheimischen Araber sprechen einen eigenen Dialekt. Dieser gehört zu den qeltu-Dialekten des irakischen Arabisch.

Von 1858 bis 1915 war die Stadt Siirt Bischofssitz der Chaldäisch-Katholischen Kirche. Die meisten Assyrer/Aramäer in der Stadt, darunter auch ihr Erzbischof Addai Scher, wurden während des Völkermordes an den Aramäern 1915 getötet.[2]

Der Kreis hatte Ende 2018 die größte Bevölkerungsdichte der sieben Kreise der Provinz. Der städtische Bevölkerungsanteil lag bei 93,56 %.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgende Tabelle zeigt den vergleichenden Bevölkerungsstand am Jahresende für die Provinz, den zentralen Landkreis und die Stadt Siirt sowie den jeweiligen Anteil an der übergeordneten Verwaltungsebene. Die Zahlen basieren auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS).[3]

Jahr Provinz Landkreis Stadt
absolut anteilig (%) absolut anteilig (%) absolut
2018 331.670 50,15 166.332 92,37 153.647
2017 324.394 49,76 161.423 92,25 148.906
2016 322.664 49,15 158.574 92,87 147.271
2015 320.351 48,81 156.363 92,83 145.144
2014 318.366 47,91 152.539 91,96 140.278
2013 314.153 46,90 147.323 92,45 136.203
2012 310.879 46,89 145.784 92,84 135.350
2011 310.468 46,69 144.947 93,05 134.871
2010 300.695 45,60 137.126 92,74 127.174
2009 303.622 45,84 139.188 92,76 129.108
2008 299.819 44,29 132.789 92,22 122.463
2007 291.528 43,87 127.881 91,96 117.599

Volkszählungsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben über die Stadt, den Kreis, die Provinz und das Land vor:[4]

Region 1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000
Stadt (Şehir) 25.480 29.544 35.654 42.291 53.884 68.320 98.281
zentraler Kreis (Merkez) 39.609 45.451 54.958 61.995 75.680 82.075 107.313
Provinz (İl) 264.832 320.684 381.503 445.483 524.741 243.435 263.676
Türkei 31.391.421 35.605.176 40.347.719 44.736.957 50.664.458 56.473.035 67.803.927

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In frühen islamischen Quellen wird Siirt kaum erwähnt, was wohl an der geringen strategischen Bedeutung lag. Siirt wurde manchmal als Teil von Armenien oder al-Dschazira genannt und war ein wichtiges Zentrum des östlichen Christentums. So erwähnt der arabische Autor Schabuschti aus dem 9. Jahrhundert das Kloster Ahwischa mit seinerzeit bis zu 400 Mönchen. 1036 wurde hier von einem unbekannten nestorianischem Autor die Chronik von Seert verfasst. Im 11. Jahrhundert wurde Siirt Teil des Reiches der Merwaniden und danach der Ortoqiden. Der turkomanische Herrscher Zengi eroberte die Stadt 1143/1144. In Siirt regierte später eine Seitenlinie der Ayyubiden, bis diese von dem Aq Qoyunlu- Herrscher Uzun Hasan abgesetzt wurden.

Als die Osmanen die Safawiden 1514 besiegten, gelangte Siirt unter osmanische Herrschaft. Ein Nachfahre der Ayyubiden namens Malik Khalil wurde von den Osmanen als Verwalter von Siirt und Hasankeyf eingesetzt. Siirt war Teil des Beylerbeys von Diyarbakır. Im Jahr 1526 setzte sich die Bevölkerung der Stadt aus etwa gleichen Anteilen von Muslimen und Christen zusammen. Mit der Garnison und einer jüdischen Gemeinde betrug die Einwohnerzahl zwischen 4500 und 5000 Menschen.

Evliya Çelebi bezeichnete Siirt als ein osmanisches Sandschak und unterschied es so von den kurdisch-osmanischen Sandschaks in der Umgebung. Diese genossen seit dem Sieg der Osmanen gegen die Safawiden Vorzüge und wurden von kurdischen Dynastien regiert. Der preußische General Helmuth Karl Bernhard von Moltke berichtet während seines Aufenthaltes in Siirt, dass es 600 muslimische und 200 christliche Familien gab. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Siirt von Diyarbakır abgespaltet und Teil der Provinz Bitlis. In Siirt existierten damals 5 Moscheen. Neben den alten christlichen Konfessionen gab es nun auch protestantisch-armenische und katholisch-chaldäische Kirchen, dessen Schulen von amerikanischen Missionaren und französischen Dominikanern geleitet wurden. 1923 wurde Siirt als eigenständige Provinz Teil der Republik Türkei. Mit dem Bau der Eisenbahn 1932 bis Kurtalan, das etwa 30 km von Siirt entfernt ist, entwickelte sich Siirt zu einer wichtigen Stadt. 1927 noch mit etwas über 14.000 Einwohner hatte Siirt in den 1980er Jahren über 42.000 Einwohner.

Laut Stadtsiegel wurde Siirt 1948 zur Belediye erhoben.
1990 wurde der Bucak Aydınlar aus dem zentralen Landkreis ausgegliedert und ein selbständiger Kreis.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert war Siirt für seinen Weinanbau bekannt. Die in Siirt ansässige Jet-Pa Holding wurde im Dezember 1999 mit der Ankündigung des Jetpa-Chef Fadil Akgündüz bekannt, ein „türkisches Auto“ bauen zu wollen. Jet-Pa Holding sponsert den örtlichen Fußballverein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zentrale Landkreis wird von der Fernstraße D370 in Ost-West-Richtung durchquert, die Fernstraße D965 endet, von Norden (Provinz Ardahan) kommend, bei Siirt. Etwa zehn Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich der Flughafen Siirt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2014 wurden Tuncer Bakırhan und Belkıza Beştaş Epözdemir zu Co-Bürgermeistern gewählt. Am 16. November 2016 wurde Tuncer Bakırhan verhaftet. Im November 2016 wurden die Bürgermeister abgesetzt und durch einen von der Regierung in Ankara ernannten Zwangsverwalter ersetzt.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siirt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkiye Nüfusu İl ilçe Mahalle Köy Nüfusları, abgerufen am 18. Juli 2019
  2. David Gaunt, Jan Beṯ-Şawoce: Massacres, resistance, protectors: Muslim-Christian relations in Eastern Anatolia during World War I. Gorgias Press LLC, 2006, ISBN 1-59333-301-3, S. 251–253 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Central Dissemination System/Merkezi Dağıtım Sistemi (MEDAS) des TÜIK, abgerufen am 18. Juli 2019
  4. Genel Nüfus Sayımları – İllere göre ilçe, bucak,belde ve köy nufusları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 18. Juli 2019
  5. Kurdistan24: Co-mayorship at Kurdish municipalities a crime: Turkey Interior Minister. In: Kurdistan24. (kurdistan24.net [abgerufen am 11. Juli 2018]).