Şirvan

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Şirvan
Wappen
Wappen
Staat: AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
Stadt mit Rayonstatus: Şirvan
Koordinaten: 39° 56′ N, 48° 55′ OKoordinaten: 39° 55′ 55″ N, 48° 55′ 13″ O
Höhe: m unter dem Meeresspiegel
 
Einwohner: 77.000 (2014)
Zeitzone: AZT (UTC+4)
Telefonvorwahl: (+994) 2121
Postleitzahl: AZ1800
Kfz-Kennzeichen: 18
 
Gemeindeart: Stadt (şəhər)
Bürgermeister: Mardan Dschamalov
Karte von Aserbaidschan, Position von Şirvan hervorgehoben

Şirvan (russisch Ширван Schirwan) ist eine Stadt mit dem Status eines Rayons in Aserbaidschan. In der Stadt lebten 2014 über 77.000 Einwohner.[1] Bis 2008 hieß die Stadt Əli Bayramlı.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am linken Ufer des Flusses Kür (Kura) in der Ebene von Şirvan (Schirwansteppe) bzw. der gleichnamigen historischen Region Schirwan. Der Bezirk der Stadt, zu dem auch die Gemeinde Hacıqəhrəmanlı mit 2600 Einwohnern gehört, hat eine Fläche von 30 km².[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft an Stelle der heutigen Stadt hieß ursprünglich Karatschuchar. Im 19. Jahrhundert gründeten russische Umsiedler in der Nähe eine Siedlung mit dem russischen Namen Subowka (russisch Зубовка); dies wurde in Folge offizielle Bezeichnung.

Im Zusammenhang mit dem Bau der in der Nähe vorbeiführenden Eisenbahnstrecke von Ələt bei Baku nach Culfa ab den 1920er-Jahren (der Ort wurde 1924 erreicht) wuchs die Bedeutung von Subowka. 1938 wurde es Siedlung städtischen Typs und erhielt zu Ehren des kommunistischen Revolutionärs Əli Bayramov (1889–1920) den Namen Əli Bayramlı (russisch und bis 1991 offiziell Али-Байрамлы/Ali-Bairamly). 1941 wurde die Erdölförderung in dem Gebiet aufgenommen. 1954 wurde der Siedlung das Stadtrecht verliehen. Im Zusammenhang mit dem Bau eines mit Erdöl betriebenen Wärmekraftwerks – des ersten seiner Art in der Sowjetunion – von 1958 bis 1968 wurde Əli Bayramlı zu einer bedeutenden Industriestadt.[3]

Am 25. April 2008 wurde die Stadt nach ihrer Lage in der historischen Region Schirwan in Şirvan umbenannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einfahrt nach Şirvan aus Richtung Salyan. Im Hintergrund eine Erdöltiefpumpe
Jahr Einwohner
1939 3.066
1959 13.427
1970 33.828
1979 41.583
1989 58.253
2009 72.346
2014 77.000

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Şirvan ist Zentrum der Erdölförderung im Schirwangebiet, betrieben durch Shirvanneft. In der Stadt gibt es 39 Industrieunternehmen, darunter das Wärmekraftwerk, Betriebe der Erdöl- und Erdgaswirtschaft sowie der Leicht- und Nahrungsmittelindustrie.[3]

Şirvan liegt an der 1941 durchgehend in Betrieb gegangenen Bahnstrecke Ələt–Culfa, die bis Anfang der 1990er Jahre Baku mit Nachitschewan sowie Russland, Aserbaidschan und Teile Armeniens auf der Schiene mit dem Iran verband. Infolge des Karabachkonfliktes ist sie heute westlich von Horadiz unterbrochen. Von dieser Strecke zweigt in Şirvan eine kurze Zweigstrecke nach Hacıqabul (früher Qazı Məmməd, russisch Kasi-Magommed, so hieß auch der Bahnhof) ab. Etappenweise wurden die Strecken um Şirvan zwischen 1971 und 1979 elektrifiziert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population by sex, economic and administrative regions, urban settlements of the Republic of Azerbaijan at the beginning of the 2014 (Memento vom 16. Juli 2014 im Internet Archive) auf der Website des Azərbaycan Respublikasının Dövlət Statistika Komitəsi (Staatliches Statistikkomitee der Republik Aserbaidschan)
  2. One of Azerbaijani Big Cities to be renamed
  3. a b c Şirvan auf der Webseite des Regional Development Center in Azerbaijan (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Şirvan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien