Museum Fünf Kontinente

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Museum Fünf Kontinente

Beim Museum Fünf Kontinente handelt es sich um das frühere Staatliche Museum für Völkerkunde in der Maximilianstraße in München. Es wurde 1862 als erstes ethnologisches Museum in Deutschland mit dem Namen Königlich Ethnographische Sammlung gegründet, seit 1917 Museum für Völkerkunde genannt und am 9. September 2014 in Museum Fünf Kontinente umbenannt[1]. Eine Zweigstelle befindet sich im Residenzschloss Oettingen.

In der Sammlung des Museums befinden sich nach eigenen Angaben über 160.000 Kunstwerke außereuropäischer Völker, 135.000 Fotografien und eine Fachbibliothek mit über 100.000 Büchern. Die Sammlungen der Familie Wittelsbach bildeten eine historische Basis.[2] Die ständigen Ausstellungen und themenbezogene Sonderausstellungen zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Kulturen.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum Fünf Kontinente mit Portal-Schriftzug vor 2014

Der Museumsbau wurde 1859 bis 1865 von Eduard Riedel als Bayerisches Nationalmuseum errichtet, dessen Sammlungen seit 1900 in einem neuen Museumsbau an der Prinzregentenstraße untergebracht sind, da sich das Gebäude trotz seiner achtunddreißig Säle bald als zu klein erwies. Auftraggeber war König Maximilian II., auf dessen Initiative die Maximilianstraße errichtet wurde. Von 1906 bis 1925 diente das Gebäude dem Deutschen Museum als erster, provisorischer Ausstellungsbau. Seit 1926 ist das Völkerkundemuseum im Haus an der Maximilianstraße beheimatet.

Nachdem sich der Bauherr für den Bauplatz an dieser Stelle entschieden hatte, musste das 1858 bis zum Rohbau gediehene neue Gebäude des Taubstummendomizils auf Kosten des Stifters wieder abgetragen werden. Die Architektur des zweigeschossigen Monumentalbaus mit dreigeschossigen Mittel- und Eckrisaliten wurde vom englischen Perpendicular Style beeinflusst. Die Hauptfront ist 147 Meter lang und besteht aus fünf Blocks mit durchgehenden Arkaden und 25 Achsen mit einem reich verzierten Dachgesims. Der Eingangsbereich ist mit einer Loggia mit neun Achsen ausgestattet. Der ursprünglichen Widmung des Baus entsprechend schmücken im ersten Stock historische Fresken mit Szenen aus der bayerischen Vergangenheit einige Räume. Die königliche Inschrift „Meinem Volk zu Ehr und Vorbild“, in Großbuchstaben unter dem Dach angebracht, bezieht sich ebenfalls auf die Entstehungsgeschichte als Bau des Nationalmuseums.

Sammlungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrikanische Kunstwerke
Blick in den Buddha-Saal des Museums Fünf Kontinente vor 2014
  • Nordamerika: Die Kulturerzeugnisse stammen aus der Welt der nordamerikanischen Indianer und der Inuits (Eskimos).

Sonderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Indianer vom Amazonas (1960)
  • From Samoa with Love? Samoa‐Völkerschauen im Deutschen Kaiserreich. Eine Spurensuche (verlängert bis 30. November 2014)
  • UN/SICHTBAR. Frauen Überleben Säure (6. Juni 2014 bis 11. Januar 2015)
  • Myanmar. Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern (verlängert bis 3. April 2016)
  • Töchter der Steppe – Söhne des Windes. Gold und Silber der Turkmenen (bis 31. Januar 2016)
  • Farben. Kunst. Indianer. Der Münchner Impressionist Julius Seyler bei den Blackfeet (13. November 2015 - 3. April 2016)
  • Ngaanyatjarra Lands – Aboriginal Art aus Westaustralien (15. April - 5. Juni 2016)
  • Boxing Cuba. Hommage an einen Sport (13. Mai - 18. September 2016)
  • Últimos Testigos. Die letzte Rebellion der Maya in Yucatán. Fotografien von Serge Barbeau (1. Juli 2016 - 29. Januar 2017)
  • Shaded Memories. Der Schatten über Kambodscha (17. Februar - 17. September 2017)
  • Aus dem Land des Schneelöwen. Kostbarkeiten aus Tibet 15.–20. Jahrhundert (9. Dezember 2016 - 28. Januar 2018)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Lommel als Hrsg.: Indianer vom Amazonas. Kunst und Handwerk der Indianer des tropischen Südamerika. Staatliches Museum für Völkerkunde, München 1960.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staatliches Museum für Völkerkunde München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein neuer Name für alte Kulturen - Völkerkundemuseum heißt jetzt "Fünf Kontinente", tz, 9. September 2014
  2. MÜLLER, Claudius. 400 Jahre Sammeln und Reisen der Wittelsbacher. Dresdner Bank und Staatliches Museum für Völkerkunde München (Hrsg.), Wittelsbach und Bayern, 1980, 400. Jg., S. 11–33.
  3. Staatliches Museum für Völkerkunde München, Andreas Lommel, and Otto Zerries. Altamerikanische Kunst, Mexico-Peru: Katalog zur Ausstellung des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. Staatliches Museum für Völkerkunde, 1977.
  4. SCHINDLER, Helmut; PRÜMERS, Heiko. Bauern und Reiterkrieger: die Mapuche-Indianer im Süden Amerikas. Hirmer Verlag GmbH, 1990.
  5. KECSKÉSI, Maria. African Masterpieces and Selected Works from Munich: The Staatliches Museum Für Völkerkunde. Center for African art, 1987.
  6. FREMBGEN, Jürgen Wasim (Hg.). Rosenduft und Säbelglanz: islamische Kunst und Kultur der Moghulzeit. Staatliches Museum für Völkerkunde, 1996.

Koordinaten: 48° 8′ 15″ N, 11° 35′ 9″ O