Steffen Kailitz

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Steffen Kailitz (* 18. Mai 1969 in Frankenthal (Pfalz)) ist ein deutscher Politikwissenschaftler. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung.

Leben[Bearbeiten]

Kailitz studierte von 1989 bis 1994 Politikwissenschaft und Ostslawistik an der Universität Mannheim. Von 1995 bis 1999 absolvierte er ein politikwissenschaftliches Promotionsstudium an der TU Chemnitz. 1999 wurde er bei Eckhard Jesse mit der Dissertation Die politische Deutungskultur der Bundesrepublik Deutschland im Spiegel des 'Historikerstreits'. What's right? What's left? zum Dr. phil. promoviert.

Von 1998 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz am Lehrstuhl Politische Systeme, politische Institutionen (Professur Jesse). Im Jahr 2005 schloss er seine Habilitation zum Thema Parlamentarische, semipräsidentielle und präsidentielle Demokratien im Vergleich. Strukturen und Konsequenzen der Regierungsformen (bei Jesse) im Fach Politikwissenschaft ab, wodurch er das Recht zur Führung der Bezeichnung Privatdozent erhielt.

Seit Herbst 2007 ist Kailitz am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 2009 vertrat er die Professur Vergleichende Politikwissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und 2010/11 die Professur Vergleichende Regierungslehre an der Universität Erfurt.

Von 2003 bis 2012 war er Sprecher der Gruppe Vergleichende Diktatur- und Extremismusforschung bei der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). 2012 wurde er Sprecher der Sektion Vergleichende Politikwissenschaft bei der DVPW. 2013 war er gemeinsam mit Susanne Pickel und Claudia Wiesner Gründungsherausgeber der Reihe Vergleichende Politikwissenschaft (Springer VS).

2012 war er neben Andrea Röpke und Hajo Funke Sachverständiger im NSU-Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtages.[1]

Seine Forschungsschwerpunkte sind Vergleichende Demokratieforschung, Extremismus- und Totalitarismusforschung, politische Kulturforschung, Wahlsystemforschung sowie Parteienforschung.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

als Autor
  • Die politische Deutungskultur im Spiegel des „Historikerstreits“. What's right? What's left?. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13701-8 (zugl. Dissertation, TU Chemnitz 1999).
  • Aktuelle Entwicklungen im deutschen Rechtsextremismus (= Zukunftsforum Politik. Nr. 17). Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2000.
  • Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung (= Lehrbuch). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14193-7.
  • Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Auf dem Weg zur "Volksfront"? (= Zukunftsforum Politik. Nr. 65). Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2005, ISBN 3-937731-44-X.
als Herausgeber
  • mit Eckhard Jesse: Prägekräfte des 20. Jahrhunderts. Demokratie, Extremismus, Totalitarismus. Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1997, ISBN 3-7890-4874-7. (auch erschienen bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit)
  • Schlüsselwerke der Politikwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-14005-6.
  • Die Gegenwart der Vergangenheit. Der "Historikerstreit" und die deutsche Geschichtspolitik. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-16132-7.
  • mit Uwe Backes: Ideokratien im Vergleich: Legitimation – Kooptation – Repression. [Mit 3 Tabellen] (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Bd. 51). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen u.a. 2014, ISBN 978-3-525-36962-3.
  • mit Aurel Croissant, Patrick Koellner, Stefan Wurster: Comparing autocracies in the early Twenty-first Century (= Democratization Special Issues). Vol. 1: Unpacking Autocracies – Explaining Similarity and Difference. Routledge, New York u.a. 2014, ISBN 978-0-415-71934-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Sendtner: NSU war von V-Leuten "regelrecht umzingelt". bayerische-staatszeitung.de, 30. November 2012.