Steindorf (Wetzlar)

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Steindorf
Stadt Wetzlar
Koordinaten: 50° 32′ 49″ N, 8° 27′ 24″ O
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 5,06 km²[1]
Einwohner: 1711 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Eingemeindet nach: Lahn
Postleitzahl: 35579
Vorwahl: 06441
Karte
Lage von Steindorf in Wetzlar

Steindorf ist ein Stadtteil der Stadt Wetzlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Er liegt südlich der Lahn westlich der Innenstadt und östlich von Albshausen, einem Stadtteil von Solms. Der Stadtteil ist eher ländlich geprägt. Im ehemaligen Schulgebäude Steindorfs ist ein Stadtteilbüro der Stadt Wetzlar und seit 1993 ein kleines Heimatmuseum untergebracht.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Mai 886 wurde der Ort in der Wanendorfer Mark gelegen durch den Grafen Konrad der Ältere im Lorscher Codex urkundlich ersterwähnt. Jahrhundertelang war Steindorf nach Oberbiel eingepfarrt. Weltlich gehörte es zur Grafschaft Solms. Südöstlich lag auch die solmsische Domäne Magdalenenhausen.

Nachdem Steindorf im Jahr 1806 mit dem Amt Braunfels zum Herzogtum Nassau gekommen war, wurde es 1815 preußisch. Das Dorf war der Bürgermeisterei in Braunfels zugeordnet. Mit der Auflösung der Amtsbürgermeistereien im Landkreis Wetzlar wurde der Ort selbständig.

Am 1. Januar 1977 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Teil des Stadtbezirks Wetzlar der neugegründeten Stadt Lahn. Seit ihrer Auflösung am 1. August 1979 gehört Steindorf zur Stadt Wetzlar.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Steindorf unterstand im Überblick:[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[6]

  • 1834: 0308 evangelische Einwohner, 4 Katholiken
  • 1905: 0563 Einwohner
  • 1939: 800 Einwohner
  • 1961: 1349 Einwohner
  • 1970: 1594 Einwohner
Steindorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
312
1840
  
338
1846
  
390
1852
  
405
1858
  
411
1864
  
446
1871
  
445
1875
  
468
1885
  
443
1895
  
509
1905
  
563
1910
  
604
1925
  
805
1939
  
800
1946
  
1.005
1950
  
1.094
1956
  
1.199
1961
  
1.349
1967
  
1.423
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2016 gab es für den Ortsbeirat Steindorf die folgenden Ergebnisse. Zum Vergleich die Wahlergebnisse der vorhergehenden Wahlperioden.[7][8]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,6 3 39,4 3 46,4 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,6 2 29,7 2 31,5 2
FW Freie Wähler 35,9 2 25,6 2 14,1 1
FDP Freie Demokratische Partei - 0 7,8 0 8,1 1
Gesamt 100,0 7 100,0 7 100,0 7
Wahlbeteiligung in % 51,2 51,3
Gemeindewahl in
Steindorf 2011
 %
40
30
20
10
0
39,4 %
29,7 %
23,0 %
7,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,0 %p
-1,8 %p
+8,9 %p
-0,3 %p

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Dunja Boch (FW). Ihr Stellvertreter ist Reiner Nokielski (SPD).[7]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Steindorf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steindorf ist über die L3451 (welche unter dem Namen Braunfelser Straße geführt wird) aus Richtung Wetzlar zu erreichen, südlich von Steindorf weiter in Richtung Braunfels führt. Steindorf wird stündlich durch die Stadtbuslinie 10 der Wetzlarer Verkehrsbetriebe sowie von der Überlandlinie 185 halbstündlich angefahren.

Industrie und Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort selbst befinden sich wenige nennenswerte Unternehmen. Nennenswert sind das südliche Gewerbegebiet In der Murch, sowie das größere Gewerbegebiet an der Gemarkungsgrenze zum Wetzlarer Stadtbezirk Westend. Dieses beherbergt unter anderem einen Aldi-Markt, ein McDonald’s-Restaurant, ein Kleidergeschäft, sowie einen Elektronikmarkt. Des Weiteren befindet sich eine Außenstelle des TÜV Hessen in diesem Gebiet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Wetzlar: Haushalt 2017, Vorbericht. S. 9 (PDF; 14,7 MB)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Wetzlar, (PDF) abgerufen im Februar 2017.
  3. Heimatmuseum Steindorf
  4. Stadt Wetzlar: Geschichte von Steindorf
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. a b Steindorf, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 11. Oktober 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. a b Ortsbeirat Steindorf, Stadt Wetzlar. Abgerufen am 14. Februar 2017.
  8. Ergebnis Ortsbeiratswahl Steindorf 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]