Nauborn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nauborn
Stadt Wetzlar
Wappen der ehemaligen Gemeinde Nauborn
Koordinaten: 50° 31′ 48″ N, 8° 29′ 29″ O
Höhe: 173 m
Fläche: 8,02 km²[1]
Einwohner: 3746 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 467 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Eingemeindet nach: Lahn
Postleitzahl: 35580
Vorwahl: 06441
Karte
Lage von Nauborn in Wetzlar

Nauborn ist der zweitgrößte Stadtteil der Kreisstadt Wetzlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es liegt im Tal des Wetzbachs, der in die Lahn mündet; südwestlich der Innenstadt. Der höchste Punkt ist der Stoppelberg mit 402 m, welcher auch gleichzeitig der höchste Punkt Wetzlars ist. Das Wetzbachtal zwischen Niederwetz und Nauborn wird auch Siebenmühlental genannt, nach den dort immer noch stehenden ehemaligen Mühlenbetrieben, von denen zwei sich im Ort selbst befinden. Zu beiden Seiten des Wetzbachtals in Nauborn gibt es zum Teil erhebliche Steilhänge mit zu Tage tretendem Gestein. Die exponierteste dieser Stellen wird der Wilde Stein genannt und bietet eine hervorragende Sicht auf den Großteil des Ortes. Zu Nauborn gehört auch das Wetzlarer Wochenendhaus-Gebiet Kirschenwäldchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 8. und 9. Jahrhundert wird Nauborn urkundlich erwähnt. Es ist von einer großen Grundherrschaft des Klosters Lorsch die Rede. Erstmals wird der Ort im Jahre 778 als „Nivora“ erwähnt, als eine Frau Theutbirg dem Kloster Lorsch eine „basilica“ schenkte. 1927 wurden die Fundamente der Theutbirg-Basilika entdeckt. Im Jahre 1932 fanden Ausgrabungen statt.

Der Wetzbach teilte im Mittelalter das Dorf und so zählte die Ortslage links des Bachlaufs zu den Besitztümern der Solmser Grafen, während rechts die Grafschaft Nassau-Weilburg war. Erst 1832 wurde Nauborn, nun im preußischen Landkreis Wetzlar gelegen, zusammengeführt. Es war der Bürgermeisterei in Braunfels zugeordnet und kam später bis 1932 zur Bürgermeisterei Schöffengrund.

Am 1. Januar 1977 wurde Nauborn ein Teil der Stadt Lahn und dort dem Stadtbezirk Wetzlar zugeordnet. Nach deren Auflösung wurde der Ort am 1. August 1979 ein Stadtteil der wieder selbständigen Stadt Wetzlar.[3]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Nauborn unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[4]

  • Niuora, in (778) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3058 =3696a]
  • Nivueren de (778) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3058 =3696a]
  • Niuferen, in (789) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3157, 3709c]
  • Niueren (789) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3157, 3709c]
  • Niuuaren marca, in (789) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3157, 3709c]
  • Niueren, de (790) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3715a]
  • Niuuaren marca, in (790) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3715a]
  • Niuueren, de (um 800) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3661a, 3681]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Nauborn lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[4]

Nauborn: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2017
Jahr  Einwohner
1834
  
557
1840
  
614
1846
  
674
1852
  
686
1858
  
733
1864
  
761
1871
  
834
1875
  
854
1885
  
949
1895
  
986
1905
  
1.123
1910
  
1.259
1925
  
1.389
1939
  
1.570
1946
  
1.840
1950
  
1.976
1956
  
2.176
1961
  
2.290
1967
  
2.673
1970
  
2.786
2015
  
3.746
2017
  
3.886
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]; nach 1970: Einwohnerzahlen Stadt Wetzlar

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1834: 541 evangelische Einwohner, 8 Juden, 8 Katholiken
1961: 1882 evangelische und 371 katholische Einwohner
Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Oktober 1967 wurde der Gemeinde Nauborn im damaligen Landkreis Wetzlar, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Im geteilten Schild oben in Blau ein goldenes oberschlächtiges Mühlrad, unten in Gold ein blauer, rotbezungter und -bewehrter Löwe.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2016 gab es für den Ortsbeirat Nauborn die folgenden Ergebnisse. Zum Vergleich die Wahlergebnisse der vorhergehenden Wahlperioden.[7][8]

Gemeindewahl in Nauborn 2011
 %
50
40
30
20
10
0
41,0 %
38,3 %
16,3 %
4,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,9 %p
+11,2 %p
+2,4 %p
-2,7 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 39,2 4 41,0 4 51,9 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,9 3 38,3 3 27,1 2
FW Freie Wähler 16,4 1 16,3 2 13,9 1
FDP Freie Demokratische Partei 7,6 1 4,4 0 7,1 1
Gesamt 100,0 9 100,0 9 100,0 9
Wahlbeteiligung in % 48,4 47,1

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher nach der Ortsbeiratswahl 2016 ist Peter Pausch (SPD). Seine Stellvertreter ist Renate Pfeiffer-Scherf(FW).[7]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Nauborn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nauborn ist über die L3053 (in Wetzlar als Nauborner Straße, in Nauborn als Wetzlarer Straße geführt) aus Richtung Wetzlar zu erreichen, welche durch den Ort weiter nach Schöffengrund-Laufdorf führt. Nauborn wird halbstündlich durch die Stadtbuslinie 14 der Wetzlarer Verkehrsbetriebe sowie von den Überlandlinien 160 und 170 angefahren.

Industrie und Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nauborn ist Sitz der Helmut Hund GmbH, die Mikroskope und Umweltmesstechnik herstellt. Außerdem befindet sich im Stadtteil eine Filiale der Sparkasse Wetzlar, ein Supermarkt und eine Bar.

Auf der Gemarkung bestanden mit den Gruben Juno, Uranus und Amanda drei bedeutende Eisenerzbergwerke des Lahn-Dill-Gebiets.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Wetzlar: Haushalt 2017, Vorbericht. S. 9 (PDF; 14,7 MB)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Wetzlar, abgerufen im März 2018. (PDF 118 KB)
  3. Stadt Wetzlar: Geschichte Nauborns, abgerufen am 27. Oktober 2009
  4. a b c d e Nauborn, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Nauborn, Landkreis Wetzlar vom 16. Oktober 1967. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 44, S. 1351, Punkt 1096 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,3 MB]).
  7. a b Ortsbeirat Nauborn, Stadt Wetzlar. Abgerufen am 14. Februar 2017.
  8. Ergebnis Ortsbeiratswahl Nauborn2016

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nauborn – Sammlung von Bildern