Blasbach

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Blasbach
Stadt Wetzlar
Koordinaten: 50° 36′ 36″ N, 8° 31′ 9″ O
Höhe: 224 m
Fläche: 6,65 km²[1]
Einwohner: 966 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Hermannstein
Postleitzahl: 35585
Vorwahl: 06446
Karte
Lage von Blasbach in Wetzlar

Blasbach ist der kleinste Stadtteil der Kreisstadt Wetzlar des mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Blasbach liegt im Norden der Stadt und hat etwa 950 Einwohner. Der Ortsname leitet sich vom gleichnamigen Gewässer ab, das in die Dill mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasbach wurde erstmals im Lorscher Codex erwähnt: Wahrscheinlich 787 schenkt ein Eberhard oder Ebur in Blasbach die Kirche mit einem Mansus, eine Hube, vier Hörige sowie einen weiteren Mansus dem Kloster Lorsch.[3] 1150 schenken Adalbert und seine Söhne Friedrich und Konrad genannte Leibeigene aus Blasbach an das Kloster Schiffenberg.[3] 1246 tritt ein Siegfried von Blasbach als Zeuge in einer Urkunde des Klosters Schiffenberg auf.[4] Im Zuge des solmsischen Teilungsvertrages des Jahres 1432 kommt Blasbach an Graf Johann von Solms.[3] Bis ins 19. Jahrhundert war der Abbau und die Verhüttung von Eisenerz ein wichtiger Wirtschaftszweig im Ort. Bis heute ist Blasbach ein vorwiegend ländlich geprägter Stadtteil geblieben.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurde Blasbach auf freiwilliger Basis zum Ortsteil von Hermannstein.[5]

Am 1. Januar 1977 entstand im Zuge der hessischen Gebietsreform aus den beiden Städten Gießen und Wetzlar und 21 Umlandgemeinden die Stadt Lahn. Bei deren Auflösung am 31. Juli 1979 wurden Hermannstein und Blasbach Stadtteile von Wetzlar.[3]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Blasbach unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[3]

  • Blasbach, in villa (787?) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3087 = 3721 d]
  • Blasbach, in (787?) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3087 = 3721 d]
  • Blasbahc, de (1150) [Fälschung Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3, Nr. 1336, S. 312]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Blasbach unterstand im Überblick:[6][3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:

Blasbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2017
Jahr  Einwohner
1834
  
334
1840
  
360
1846
  
379
1852
  
392
1858
  
381
1864
  
377
1871
  
391
1875
  
350
1885
  
394
1895
  
408
1905
  
497
1910
  
523
1925
  
526
1939
  
564
1946
  
782
1950
  
746
1956
  
702
1961
  
720
1967
  
783
1970
  
827
2004
  
1.009
2010
  
929
2012
  
965
2015
  
946
2017
  
966
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]; nach 1970: Einwohnerzahlen Stadt Wetzlar

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1834: 331 evangelische Einwohner, 3 Katholiken
1961: 651 evangelische und 63 katholische Einwohner
Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2016 gab es für den Ortsbeirat Blasbach die folgenden Ergebnisse Zum Vergleich die Wahlergebnisse der vorhergehenden Wahlperioden.[7][8]

Gemeindewahl in
Blasbach 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,5 %
29,1 %
27,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+5,8 %p
+3,2 %p
-9,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands - 0 43,5 3 37,7 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands - 0 29,1 2 25,9 2
FW Freie Wähler 75,4 5 27,4 0 36,4 2
FDP Freie Demokratische Partei 24,6 2 0 0
Gesamt 100,0 7 100,0 7 100,0 7
Wahlbeteiligung in % 47,1 53,0

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Karl-Thomas Köhler (FDP). Sein Stellvertreter ist Manfred Brandtner (FW).[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Kriminalromanautor Wolfgang Borchers lässt seinen ersten Roman in Blasbach spielen (Wolfgang Borchers: Mord in Blasbach. Kriminalhauptkommissar Leo Trinkaus erster Fall. 2. Auflage 2003).

Bauwerke

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasbach wird durch die Buslinie 415 des Verkehrsverbund Lahn Dill im 30-, 60- bzw. 120-Minuten-Takt angefahren und hat einen Anschluss an die A 480 und die A 45 über das Wetzlarer Kreuz. Wenn man den Ort in Richtung Norden verlässt, gelangt man nach Hohenahr.

Der Ort verfügt über eine evangelische Kirche. An Bildungseinrichtungen ist ein Kindergarten vorhanden; die nächstgelegene Schule ist die Grundschule Hermannstein. Außerdem verfügt Blasbach über eine Freiwillige Feuerwehr und mit der Heimatstube Blasbach über ein eigenes Heimatmuseum sowie diverse Vereine.

Südlich des Ortes, nahe dem Wetzlarer Kreuz, befindet sich eine Teststrecke für die Lkw-Maut in Deutschland. Die als Teststrecke genutzte mehrspurige Straße war eigentlich die Weiterführung der Autobahn 480 in Richtung Gießen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabian Hambüchen (* 25. Oktober 1987 in Bergisch Gladbach), deutscher Kunstturner und Olympiasieger, aufgewachsen in Blasbach
  • Wilhelm Molly (1838–1919), Geheimer Sanitätsrat und Förderer der Esperantosprache

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemarkungsfläche im Internetauftritt der Stadt Wetzlar, abgerufen im März 2018. (PDF 111 KB)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Wetzlar, abgerufen im März 2018. (PDF 118 KB)
  3. a b c d e f g h Blasbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Januar 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Urkunde vom 21. Juli 1246: "Sifridus dictus de Blasbach, milites" Publiziert in: A. Wyß, Hessisches Urkundenbuch, erste Abtheilung. Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Dritter Band 1360–1399 (Leipzig 1899), S. 329 f., Nr. 1352.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  7. a b Ortsbeirat Blasbach, Stadt Wetzlar. Abgerufen am 14. Februar 2017.
  8. Ergebnis Ortsbeiratswahl Blasbach 2016