Steinfurt (Herbstein)

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Steinfurt
Stadt Herbstein
Koordinaten: 50° 31′ 30″ N, 9° 24′ 25″ O
Höhe: 415 m ü. NHN
Fläche: 4,19 km²[1]
Einwohner: 203 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36358
Vorwahl: 06643
Blick auf Steinfurt
Blick auf Steinfurt

Steinfurt ist ein Stadtteil von Herbstein im mittelhessischen Vogelsbergkreis im Tal der Schwarza.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfurt wurde im Jahr 1273 unter dem Namen Steinfort erstmals urkundlich erwähnt.[1] und war dem Kloster Fulda gehörig.

Im Jahre 1787 hatten die Freiherren von Riedesel zu Eisenbach, Gericht Altenschlirf als Mannlehen vom Fürstentum Fulda

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Steinfurt (Steinfort) auf einer Kartes des Hochstifts Fulda von 1574

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Steinfurt lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][3]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Schlechtenwegen ab 1806 das „Riedeselsche Patrimonialgericht Altenschlirf“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Altenschlirf“ war daher von 1821 bis 1853 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Altenschlierf das für Steinfurt zuständig war. 1853 erfolgte die Verlegung des Landgerichts nach Herbstein.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Herbstein und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[6] Ab 1943 wurde das Amtsgericht Herbstein nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Lauterbach betreiben bevor es 1968 endgültig aufgelöst wurde und in dem Amtsgerichtsbereich von Lauterbach zugeschlagen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1961: 228 evangelische und 31 katholische Einwohner
Steinfurt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
232
1840
  
235
1846
  
241
1852
  
215
1858
  
224
1864
  
219
1871
  
209
1875
  
201
1885
  
196
1895
  
209
1905
  
212
1910
  
225
1925
  
233
1939
  
243
1946
  
287
1950
  
279
1956
  
246
1961
  
261
1967
  
233
1970
  
220
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Bernhard Schrimpf (Stand Juni 2016).[7]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dörfliche Leben in Steinfurt wird von folgenden Vereinen geprägt:

  • Männergesangverein Frohsinn Steinfurt (Gründung 1907)
  • Freiwillige Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr
  • Dorfclub (Gründung 1985)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Steinfurt, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen und Fakten. In: Internetauftritt. Stadt Herbstein, abgerufen am 26. März 2018.
  3. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  4. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 23 (Google Books).
  5. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 425 (Google Books).
  6. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  7. Ortsbeiräte. In: Internetauftritt der Stadt Herbstein. Abgerufen am 25. Dezember 2017.