Rixfeld

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Rixfeld
Stadt Herbstein
Koordinaten: 50° 34′ 44″ N, 9° 22′ 53″ O
Höhe: 397 m ü. NHN
Fläche: 7,99 km²[1]
Einwohner: 379 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36358
Vorwahl: 06643
Karte
Evangelische Kirche

Rixfeld ist ein Stadtteil von Herbstein im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rixfeld wurde als Rǒhgisesfelt in einem Tauschvertrag, der um 900 datiert, erstmals urkundlich erwähnt.[1]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Rixfeld am 1. August 1972 ein Stadtteil von Herbstein.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Rixfeld unterstand im Überblick:[1][4]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Rixfeld ab 1806 das „Riedeselsche Patrimonialgericht Altenschlirf“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Altenschlirf“ war daher von 1821 bis 1853 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Altenschlierf, das für Rixfeld zuständig war. 1853 erfolgte die Verlegung des Landgerichts nach Herbstein.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Herbstein und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[7] Ab 1943 wurde das Amtsgericht Herbstein nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Lauterbach betreiben, bevor es 1968 endgültig aufgelöst wurde und in dem Amtsgerichtsbereich von Lauterbach zugeschlagen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1961: 420 evangelische und 48 katholische Einwohner
Rixfeld: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
429
1840
  
490
1846
  
495
1852
  
465
1858
  
551
1864
  
450
1871
  
456
1875
  
470
1885
  
453
1895
  
448
1905
  
430
1910
  
485
1925
  
423
1939
  
386
1946
  
432
1950
  
462
1956
  
445
1961
  
471
1967
  
502
1970
  
483
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Hans-Jürgen Eiffert (Stand Juni 2016).[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof Rixfeld an der Vogelsbergbahn

Die frühere Rixfelder Bahnstation der Vogelsbergbahn (heute nachträglich oft Oberwaldbahn genannt) liegt dicht an der B 275, aber 1,6 km vom Ort entfernt am heutigen Vulkanradweg. Das Stationsgebäude wirkt äußerlich sehr gepflegt. Es handelt sich um einen imposanten, mit Holzschindeln verkleideten Bau. Als die Eisenbahn noch Hauptverkehrsträger in der Vogelsberg-Region war, beherbergte es einen Warteraum, die Fahrkartenausgabe und die Wohnung des Bahnhofsvorstehers. Ein bis zum Bahnkörper reichender Vorbau nahm die technischen Einrichtungen für Signalgebung und Weichenstellung auf. Ein Güterschuppen in Fachwerkbauweise, die Gefache sind mit roten Backsteinen ausgemauert, ist ebenfalls vorhanden.

Zur Zeit des Bahnbetriebes (Einstellung Personenverkehr 1975 und Güterverkehr 1994) gab es recht umfangreich ausgelegte Gleisanlagen, ein Hauptgleis, ein Umfahrgleis und ein Ladegleis mit Laderampe und Prellbock. Zur Verladung kamen hauptsächlich Holz und Brennstoffe. Heute befindet sich das gesamte Grundstück im Besitz der Katholischen Pfadfinderschaft Europas, die Übernachtungen im Haupthaus und einem weiteren Nebengebäude anbietet. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich heute ein Fachgeschäft für Baustoffe. Der Parkplatz am Bahnhof eignet sich gut als Einstieg in den Vulkanradweg. Zwischen Bahnhof und Bundesstraße ist ein Fahrradrastplatz mit Tisch, zwei Bänken und einer Informationsplakatwand eingerichtet.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rixfeld existieren folgende Vereine (Gründungsjahr in Klammern):

  • Gesangverein Edelweiß Rixfeld (27. Oktober 1923) mit Jugend-Chor Sound of Edelweiß (2003)
  • Obst- und Gartenbauverein Rixfeld (November 1927 bis 2015)
  • Posaunenchor Rixfeld (1929)
  • Freiwillige Feuerwehr Rixfeld (4. April 1934)
  • SV 1949 Rixfeld (20. April 1949)
  • Frauengemeinschaft Rixfeld-Schadges (12. Januar 1982)

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vulkanradweg auf der Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn
  • Edelweißhütte des Gesangvereins Edelweiß Rixfeld auf der Rixfelder Höhe (Hermann-Keitzer-Platz)

Windpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weithin sichtbare Landmarke stellt der Windpark auf der 456 m hohen Rixfelder Höhe nördlich des Ortes dar. Im Jahr 1996 wurden durch die LuV Windenergie GmbH aus Oldenburg zunächst fünf Windkraftanlagen des Typs AN Bonus 600/41 mit einer Nabenhöhe von 68 m und einer Nennleistung von je 600 kw errichtet.[9] Nach vierzehnjährigem Betrieb erfolgte ab 2010 ein vollständiges Repowering des Windparks. Die alten Anlagen wurden abgebaut und an ihrer Stelle drei neue Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 E2 mit einer Nabenhöhe von 138 m und einer Nennleistung von je 2,3 MW aufgestellt und im Juli 2011 in Betrieb genommen. Diese Anlagen waren, zusammen mit mehreren später errichteten des gleichen Typs auf dem Gebiet der Gemeinden Feldatal, Mücke und Ulrichstein mit einer Gesamthöhe von 179 m bis zur Fertigstellung des Windparks Ruhlkirchen im Herbst 2013 die höchsten Bauwerke im Vogelsbergkreis. Nach dem Verkauf und Rückbau der Altanlagen wurde der erneuerte Windpark am 15. Juli 2012 eingeweiht. Er kann bis zu 15.000 Haushalte mit Strom versorgen.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Rixfeld, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen und Fakten der Stadt Herbstein, abgerufen im März 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 368.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 23 (online bei Google Books).
  6. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 425 (online bei Google Books).
  7. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze  vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 1879/15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  8. Ortsbeiräte. In: Internetauftritt der Stadt Herbstein. Abgerufen am 25. Dezember 2017.
  9. Windpark-Referenzen LUV Windenergie GmbH
  10. Lauterbacher Anzeiger vom 16. Juli 2012