Steirische Ostbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steirische Ostbahn
Szentgotthárd–Graz Hbf
Streckennummer:414 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):530
Streckenlänge:80,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Graz Hbf–Graz Stadion Liebenau:
15 kV 16 ⅔ Hz ~
Maximale Neigung: 16,2 
Minimaler Radius:600 m
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Ungarische Westbahn von Győr-Rendező (km 0)
169,146 Szentgotthárd
170,454 Staatsgrenze n. Jennersdorf Ungarn / Österreich
171,860 Mogersdorf 226 m ü. A.
175,000 Weichselbaum an der Raab (9. Dezember 2007 aufgelassen) 235 m ü. A.
178,780 Jennersdorf 242 m ü. A.
Bundeslandgrenze Burgenland / Steiermark
184,946 Hohenbrugg an der Raab
Thermenbahn von Friedberg
188,557 Fehring 261 m ü. A.
193,670 Lödersdorf 271 m ü. A.
Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg
198,091 Feldbach 281 m ü. A.
200,827 Gniebing 290 m ü. A.
201,084 Awanst Lugitsch
202,178 Paurach (bis 1. Juni 1886)
204,431 Rohr 298 m ü. A.
208,249 Studenzen-Fladnitz 309 m ü. A.
212,281 Kroisbach-Zöbing (bis 11. Dezember 2010) 320 m ü. A.
213,650 Takern-Sankt Margarethen
215,219 Takern-Sankt Margarethen 337 m ü. A.
218,043 Awanst JERICH-Müllex
218,276 Awanst
218,928 Awanst JERICH International
219,062 Awanst Bramac
A2 Süd Autobahn
221,038 Gleisdorf 350 m ü. A.
Weizer Bahn (von Weiz)
Raab
225,429 Laßnitzthal 390 m ü. A.
231,664 Laßnitzhöhe 476 m ü. A.
Laßnitz-Tunnel (531,16 m)[1]
237,400 Autal (Pv bis September 2010) 410 m ü. A.
240,290 Hart bei Graz (seit September 2010)
241,922 Raaba
Anschlussgleis Magna Steyr Werk
242,442 Graz Messendorf 344 m ü. A.
243,573 Awanst Hödlmayr Logistics
Anschlussbahn Lager Kastner & Öhler
Autobahnzubringer Graz Ost
Graz Liebenau-Murpark (seit 15. Dez. 2013)
245,500 Graz Stadion Liebenau (nur bei Sportveranstaltungen)
246,562 Graz Ostbahnhof-Messe 344 m ü. A.
Mur
247,957 Awanst Karlau
249,055 Graz Don Bosco (ab 10. September 2007)[2] 357 m ü. A.
Südbahn von Spielfeld-Straß
250,689 Graz Hbf 365 m ü. A.
Südbahn nach Wien Hbf

Die Steirische Ostbahn ist eine Bahnstrecke in Österreich und führt von Szentgotthárd über Jennersdorf, Fehring, Feldbach und Gleisdorf nach Graz. Bis zum Zerfall Österreich-Ungarns zählte sie als Teilstrecke der in Győr beginnenden Ungarischen Westbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Fehring um 1900

Mitte der 1850er Jahre wurde in Graz ein Consortium zur Anlage und zum Bau der damals sogenannten Locomotiv Eisenbahn, der heutigen steirischen Ostbahn, zwischen Raab/Győr und Graz gegründet.

Dabei wurden für den österreichischen Teil drei Trassenführungen in Betracht gezogen:

Nachdem anfangs für die Variante 2 entschieden wurde, leisteten Bauern und Grundeigentümer vor allem im Raum Nestelbach Widerstand. Mit dem Argument, „die Bahn würde ihre Felder anzünden“ erwirkten sie eine Umtrassierung auf die Variante 3.[3] Die Strecke gehörte zur Ungarischen Westbahn von Győr nach Graz. Am 1. September 1872 wurde die Strecke Sankt Gotthard/Szentgotthárd – Staatsgrenze nächst Jennersdorf/Gyanafalva eröffnet. Am 1. Mai 1873 erfolgte die Eröffnung der Gesamtstrecke von Jennersdorf bis Graz.

Im August 1883 erteilte das k.k. Handelsministerium dem Johann Berghofer, Mühlen- und Realitätenbesitzer in Fehring, nebst Genossen die erbetene Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine schmalspurige Vicinalbahn von Fehring über Gleichenberg nach Radkersburg.[4] Dieses Projekt, das etwa ein Jahr vor Erteilung der Konzession zum Bau und Betrieb der Locomotiveisenbahn von Fehring nach Fürstenfeld[5] beim Handelsministerium beantragt (amtsevident) wurde und mit dieser in keinem Zusammenhang stand, hat in der Folge keine Verwirklichung gefunden.

Ungarischer Teil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1871 wurde die Strecke Raab/Győr–Szombathely eröffnet. Am 1. September 1872 wurde die Strecke Steinamanger/Szombathely – Staatsgrenze nächst Jennersdorf/Gyanafalva eröffnet (die Staatsgrenze lag damals zwischen den Bahnhöfen Hohenbrugg a.d.Raab und Jennersdorf/Gyanafalva, wo heute die Landesgrenze zwischen Steiermark und Burgenland liegt).

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steirische Ostbahn wird von den Österreichischen Bundesbahnen in Dieseltraktion mit Lokomotiven ÖBB 2016 Hercules und mit Triebwagen ÖBB 5022 Siemens Desiro betrieben. Die Elektrifizierung der Strecke ist im aktuellen ÖBB Rahmenplan vorgesehen und soll bis 2027 abgeschlossen werden.

Die Personenzüge werden als lokbespannte Wendezüge oder mit Triebwagen (auch in Mehrfach-Traktion) zumeist als Regionalexpress REX und als Schnellbahn S3 geführt, wobei zwischen Fehring und Sankt Gotthard/Szentgotthárd alle Züge als REX oder als R verkehren. Seit Fahrplanwechsel im Dezember 2021 verkehren auf der Steirischen Ostbahn zwei tägliche IC-Zugpaare im internationalen Fernverkehr mit Ungarn und Slowenien, deren Wagensätze von MÁV-START gestellt werden.

An Werktagen verkehren die Personenzüge in den stark frequentierten Morgen-, Nachmittags- und Abendstunden in rund 30-minütigen Intervallen, zu allen anderen Betriebszeiten im 60-Minuten-Takt. Täglich verlässt der erste Zug Fehring um 04:09 Uhr und trifft um 05:19 Uhr in Graz Hbf ein. Täglich verlässt der letzte Zug Graz Hbf um 00:08 Uhr und trifft um 01:21 Uhr in Fehring ein. An Sonn- und Feiertagen entfallen die Züge ab Graz Hbf um 21:08 Uhr und um 23:08 Uhr, mit Ankunft in Fehring um 22:27 Uhr und um 00:21 Uhr. Diese Züge verkehren nur Montag bis Samstag (wenn Werktag).

Einerseits durch Verzögerungen bei dem in Bau befindlichen Semmeringbasistunnel, dessen Inbetriebnahme für 2030 vorgesehen ist, der Koralmbahn, die ebenfalls verspätet ab 2026 in Betrieb genommen wird, sowie andererseits durch die Übernahme der Strecke Ödenburg/SopronSteinamanger/SzombathelySankt Gotthard/Szentgotthárd durch die Raaberbahn/GYSEV, gewinnt diese Bahnstrecke wieder an Bedeutung. Auch die Infrastrukturprojekte im Zuge der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 trugen dazu bei, dass sich der Güterverkehr stetig aufwärts entwickelt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 wurde die Haltestelle in Weichselbaum/Raab aufgelassen. Bereits in den Jahren zuvor wurde der Haltepunkt nur von wenigen Zügen angefahren (zwei pro Richtung, einer morgens und einer abends). Seit Dezember 2010 erfolgt ein S-Bahnbetrieb zwischen Fehring und Graz, der durch REX-Züge verstärkt wird.

Auf ungarischer Seite wurden durch die RÖEE/GySEV im Abschnitt Ödenburg/SopronSteinamanger/Szombathely umfangreiche Ausbaumaßnahmen (Oberbauverstärkung und Elektrifizierung) gesetzt. Nach der im Dezember 2006 erfolgten Übernahme der Strecke Steinamanger/SzombathelyKörmendSankt Gotthard/Szentgotthárd durch die RÖEE/GySEV (bisheriger Betreiber: MÁV) wurde von 1. Oktober 2009 bis 2. Dezember 2010 auch diese Strecke saniert und elektrifiziert.

Die Zulassung zum Befahren der Strecke bis zur österreichischen Staatsgrenze haben auch die Steiermärkischen Landesbahnen. Diese führen an Werktagen (außer Samstag) fünf direkte Züge als S31 von Weiz nach Graz Hbf, vier direkte Züge von Graz Hbf nach Weiz sowie einen Regionalzug von Graz Hbf nach Gleisdorf, welche im Abschnitt zwischen Gleisdorf-Graz die Steirische Ostbahn befahren. Die StLB setzen auf der Strecke Weiz–Gleisdorf–Graz Diesel-Gelenktriebwagen (5062, Stadler-GTW 2/6) oder dieselhydraulische Triebwagen (5047) ein.

Nebenstrecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der steirischen Ostbahn zweigen drei Bahnstrecken ab:

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ostbahn verläuft im weiten Raabtal flussaufwärts von Szentgotthárd über die Staatsgrenze nächst Mogersdorf im linksseitigen Talboden. Sie wurde sehr geradlinig mit großen Kurvenradien angelegt, aber erst vor wenigen Jahren zwischen Gleisdorf und Feldbach für 120 km/h Höchstgeschwindigkeit ertüchtigt; von der Staatsgrenze bis Feldbach gilt auf österreichischer Seite wegen ungesicherter Bahnübergänge nur 80 km/h Höchstgeschwindigkeit.

In Gleisdorf biegt die Strecke ins Tal des Laßnitzbaches ab, das sie bis Laßnitztal mit der Südautobahn teilt. Die Südautobahn benutzt dann das Nestelbachtal bis zur Wasserscheide, die Eisenbahn klettert der Laßnitz entlang in nördlicher Hanglange bis Laßnitzhöhe, wo die Wasserscheide zur Mur im einzigen Tunnel der Ostbahn unterfahren wird. Am Kohlgrabenbach, der in das Raababachtal übergeht, senkt sich die Bahn weiter in streng nördlicher Hanglange bis Hart bei Graz. Nach Hart wendet sich die Linienführung nordwestwärts, quert geradlinig das Grazer Becken im bereits verbauten Stadtgebiet und erreicht den Ostbahnhof. Nach dem Ostbahnhof wird die Mur überbrückt und bei der Kreuzung mit der Kärntner Straße (heute Bahnhof Graz Don Bosco) die Parallelführung der Südbahn bis Graz Hauptbahnhof erreicht.

Triebfahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagenmaterial[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausweichbahnhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2007 befindet sich ein S-Bahn-System für den Großraum Graz in Aufbau und Betrieb, die steirische Ostbahn konnte wegen unzureichender Infrastruktur vorerst nicht mit einbezogen werden. Mit dem Bau von drei Ausweichbahnhöfen in Autal, Laßnitzthal und Takern bis Ende 2010 wurden die Voraussetzungen für einen S-Bahn-Betrieb geschaffen. In Autal ist die Ausweiche im Bereich der aufgelassenen alten Haltestelle entstanden. Die Haltestelle wurde um einige Kilometer versetzt in Hart bei Graz neu errichtet. Die neue Haltestelle Takern-St. Margarethen mit Ausweiche wurde zwischen dem vormaligen Bahnhof Takern und der vormaligen Haltestelle Kroisbach-Zöbing eingerichtet, die damit diese beiden Stationen ersetzt. In Laßnitzthal wurden Ausweichbahnhof und Station im Bereich der alten Haltestelle errichtet. Nach Fertigstellung der umfangreichen Gleisbauarbeiten und der Inbetriebnahme des neuen Mittelbahnsteigs wurde das alte Bahnhofsgebäude Anfang 2011 abgerissen.

Hochleistungsstrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Generalverkehrsplan wurde die Steirische Ostbahn von der österreichischen Bundesregierung am 25. Februar 2002 im Paket 2. unter den Punkten „Elektrifizierung steirische Ostbahn“, „selektiver zweigleisiger Ausbau Gleisdorf – Szentgotthard“ und „Errichtung von drei neuen Betriebsausweichen auf der Steirischen Ostbahn“ angeführt.

Zwischen Graz und Gleisdorf soll die Strecke zur Hochleistungsbahn ausgebaut werden. Für die Trassenplanung dieser Hochleistungsstrecke zwischen Raaba und Gleisdorf wurden Informationsbüros in Graz und Gleisdorf eingerichtet. Durch eine durchgehend zweigleisige Führung, vollständiger Elektrifizierung und Verlegung der Trasse nach Süden (zwischen Raaba und Laßnitztal) mit einem 6 km langen Basistunnel im Bereich Laßnitzhöhe sollen Reisegeschwindigkeiten bis zu 160 km/h und damit eine Verkürzung der Fahrzeit zwischen Graz und Gleisdorf von 31 auf 22 Minuten ermöglicht werden. Nach dem Entscheid über den definitiven Verlauf der künftigen Trasse wurde die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingeleitet. Zwischen 2010 und 2015 sollte die Umweltverträglichkeitsprüfung und das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren (Baubewilligung) abgeschlossen werden.[6] Durch Rückreihung des Projekts im Generalverkehrsplan war die Inbetriebnahme der NBS zeitgleich mit der Koralmbahn im Jahr 2023 nicht mehr möglich. Des Weiteren wurde überlegt, die Bestandstrecke über die Laßnitzhöhe beizubehalten und sie als Teil einer Stadtbahn von Graz über Gleisdorf nach Weiz zu nutzen.

Im ÖBB-Rahmenplan 2021–2026 ist die Elektrifizierung zwischen Graz und Jennersdorf vorgesehen, der Tunnel im Bereich Laßnitzhöhe wird jedoch nicht erwähnt.[7]

Verbindung mit der Koralmbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Raaba und Feldkirchen bei Graz ist entlang der Südautobahn eine eingleisige Verbindungsstrecke zur Koralmbahn geplant. Diese soll als Güterzugumfahrung von Graz und als Verbindung der Steirischen Ostbahn mit dem Terminal Graz Süd an der Baltisch-Adriatischen Achse (TEN-Korridor) genutzt werden.

Bildgalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lothar Brill: Laßnitz-Tunnel: 531,16 Meter. In: eisenbahntunnel.at, 11. März 2017, abgerufen am 11. März 2017.
  2. [1]
  3. Marktgemeinde Laßnitzhöhe (Hrsg.): Marktgemeinde Laßnitzhöhe. Ortsgeschichte. 50 Jahre Gemeinde – 100 Jahre Heilanstalt – 50 Jahre Sportverein. Brockamp-Verlag, Laßnitzhöhe 2001.
  4. Handel, Industrie, Verkehr und Landwirthschaft. Vorconcession. In: Wiener Zeitung, Nr. 223/1883, 28. September 1883, S. 12, Mitte unten. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  5. RGBl 1884/133. In: Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder, Jahrgang 1884, S. 403–408. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rgb
  6. Anrainerinformation der ÖBB über den Ausbau der steirischen Ostbahn
  7. ÖBB Rahmenplan 2021-2026. (PDF) Österreichisches Parlament, abgerufen am 5. März 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Steirische Ostbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien