Ilz (Steiermark)

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Ilz
Wappen von Ilz
Ilz (Steiermark) (Österreich)
Ilz (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: FF)
Fläche: 39,3 km²
Koordinaten: 47° 5′ N, 15° 56′ O47.08333333333315.933333333333300Koordinaten: 47° 5′ 0″ N, 15° 56′ 0″ O
Höhe: 300 m ü. A.
Einwohner: 3.703 (1. Jän. 2015)
Postleitzahlen: 8262, 8265
Vorwahl: +43 3385
Gemeindekennziffer: 6 22 71
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ilz 58
8262 Ilz
Website: www.ilz.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Fürndratt (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
10
10
1
10 10 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Ilz im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Ilz (Steiermark) im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
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Ilz, Hauptplatz mit Mariensäule (Pfarrhof und Pfarrkirche im Hintergrund)
Ilz, Hauptplatz mit Mariensäule

(Pfarrhof und Pfarrkirche im Hintergrund)

Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ilz ist eine Marktgemeinde mit 3703 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie ab 2015 mit der Gemeinde Nestelbach im Ilztal zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Ilz weiterführen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Sie liegt am linken Ufer der Ilz, im einen Kilometer breiten, fruchtbaren Ilztal, 43 km östlich von Graz, 19 km östlich von Gleisdorf und 13 km westlich von Fürstenfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Katastralgemeinden sind (Fläche 2001): Buchberg (92,53 ha), Dambach (107,56 ha), Dörfl (223,09 ha), Eichberg (251,04 ha), Hochenegg (426,38 ha), Ilz (214,54 ha), Kalsdorf (281,99 ha), Kleegraben (334,51 ha), Leithen (540,80 ha), Mutzenfeld (184,92 ha), Nestelbach (496,32 ha), Nestelberg (84,53 ha), Neudorf (483,72 ha) und Reigersberg (204,38 ha).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

  • Buchberg bei Ilz (103)
  • Eichberg bei Hartmannsdorf (101)
  • Dambach (100)
  • Dörfl (143)
  • Hochenegg (344)
  • Ilz (1153)
  • Kalsdorf bei Ilz (73)
  • Kleegraben (258)
  • Leithen (83)
  • Mutzenfeld (68)
  • Nestelbach im Ilztal (472)
  • Nestelberg (127)
  • Neudorf bei Ilz (486)
  • Reigersberg (171)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gersdorf an der Feistritz Großsteinbach Großwilfersdorf
Sinabelkirchen Nachbargemeinden Großwilfersdorf
Markt Hartmannsdorf Ottendorf an der Rittschein Riegersburg

Geschichte[Bearbeiten]

Marienstatue auf der Mariensäule (1666)
Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.

Zum ersten Mal wurde Ilz in einer Gerichtsurkunde genannt, die Herbord von Fullnstein, Truchsess des Bischofs Bruno von Olmütz am 14. Oktober 1265 zu Graz ausstellte. Darin wird ein Zeuge genannt: Dominus Wernherus de Ylnz, wahrscheinlich der Vikar des Ortes.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Ortes wurden nun vom Hopfenanbau weitgehend bestimmt, der Ende des 18. Jahrhunderts von den Herrschaften Feistritz und Kalsdorf begonnen und später von Ilzer Bürgern aufgenommen worden ist. Weiters entwickelte sich daneben der Obstbau in dieser Gegend zu großer Bedeutung, der hier gezüchtete „Ilzer Weinler“ wurde eine der beliebtesten Apfelsorten.

Nachdem die erste Notzeit der Nachkriegsjahre überwunden war, konnte die Gemeinde darangehen, in zielstrebiger Planung dem Markt ein modernes Gesicht zu geben. Gleichzeitig wurde die Sanierung des Ortsbildes in Angriff genommen. Der 1947 begonnene Aufbau einer Hauptschule konnte schließlich als eines der wichtigsten Vorhaben der Gemeinde in den Jahren 1957 bis 1961 mit dem Bau der neuen Hauptschule abgeschlossen werden. Mittlerweile hat Ilz einen Kindergarten, eine Volks- und Hauptschule mit Nachmittagsbetreuung und eine Musikschule. (Stand März 2012)

Bis 1964 wurde im Raum Ilz Braunkohle abgebaut.

Räumlich hat sich Ilz seit 1945 vor allem nach Westen und Norden stark ausgedehnt: Gewerbe, Handel, Verkehr und Landwirtschaft sind wie eh und je die wirtschaftliche Basis des Ortes. Doch hat sich das Antlitz des Marktes in den vergangenen zwanzig Jahren wesentlich erneuert.

Seit dem Schuljahr 2012/13 wurde aus der Hauptschule Ilz eine Neue Mittelschule.

Die Marktgemeinde betrieb einmal ein Thermenprojekt („Steirertherme“), welches jedoch aus finanziellen Gründen eingestellt wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Innenraum der Pfarrkirche
Blick auf Ilz bei Sonnenuntergang
Schloss Kalsdorf bei Ilz mit Umland
Schloss Feistritz um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Schloss Feistritz bei Ilz; Westseite mit Wohnturm
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ilz (Steiermark)

Bauwerke[Bearbeiten]

Pfarrkirche zum hl. Jakobus[Bearbeiten]

Die alte Kirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert wurde in den Jahren 1653 bis 1671 wegen Baufälligkeit durch einen Neubau ersetzt. Ab 1910 wurde diese nach Plänen von Johann Baltl (Grazer Stadtbaumeister) vollständig umgebaut und erweitert. Die Kirche ist 41 m lang, das Kirchenschiff 14 m breit. Der Priesterchor besteht noch aus alter Bausubstanz (1671). 1919/1920 wurde die Kirche ausgemalt, entworfen von Schulrat Kurz–Thurn–Goldenstein, ausgeführt von den Brüdern Johann, Alexander und Anton Walter aus Ilz. Jeweils 1928 und 2004 bekam die Kirche eine neue Orgel. 1992 fand eine Innenrenovierung der Kirche statt, die dabei durchgeführte Neugestaltung des Altarraumes plante das Architektenbüro Hermann Eisenköck aus Graz.[4] Im Jahr 2010 erhielt die Pfarrkirche neue Glocken, die am 19. September 2010 durch Diözesanbischof Egon Kapellari eingeweiht wurden.[5]

Schlösser[Bearbeiten]

Das Schloss Feistritz liegt nördlich von Ilz an der Feistritz. Das Schloss war in den 1980er Jahren stark vom Verfall bedroht. Seit 1984 wird das Schloss von den jetzigen Besitzern saniert und adaptiert. Der Wohnturm wurde um 1200 errichtet.

Östlich des Ortes liegt das Schloss Kalsdorf.

Heimatmuseum Ilz
Die Marktgemeinde Ilz von Süden

Museen[Bearbeiten]

  • Das Heimatmuseum Ilz war ein Schulprojekt (1982) verbunden mit einer Ausstellung. Diese gab den Anstoß zur Errichtung des Heimatmuseums Ilz. Nach dem Prinzip des „Von-unten-Wachsens“ wurde ohne Verein, aber durch Mithilfe des gesamten Ortes und der Gemeinde das Wirtschaftsgebäude hinter dem Rathaus saniert, ein Schaustollen durch die örtliche Knappschaft angelegt und ein Museum eingerichtet, das 1991 eröffnet wurde. Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung des Marktes Ilz und seiner Umgebung ist die selbst definierte Aufgabe verbunden, vor allem auch ein Museum für die eigene Bevölkerung zu sein.
  • Ergänzt wird das Museum durch die Ilzer Museumsgalerie, die in zwei Räumen des Rathauses regelmäßig Sonderausstellungen zeigt und ihren Beitrag zum Ilzer Kulturleben liefert.

Tourismus / Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Für Wanderer bietet Ilz den „Ilzer-Rosenapfelwanderweg“.
  • Im September findet das alljährliche Marktgemeindefest statt, bei dem es auch einen Ilzer Marktlauf gibt.
  • Seit Dezember 1983 zeigt das „Theater in Ilz“, eine aus der Landjugend hervorgegangene Laientheatergruppe rund um deren Initiator Johann Prenner, zum jeweiligen Jahresende anspruchsvolle Komödien, Boulevard und Theater-Klassiker. Dabei kamen u.a. Stücke von Johann Nestroy, Ferdinand Raimund oder Ephraim Kishon zur Aufführung. Auch die Klassiker Der Meisterboxer oder Der Raub der Sabinerinnen, Boeing-Boeing oder Neil Simons Barfuß im Park fanden sich auf dem Spielplan. Fallweise gab es auch begeisterten Zuspruch bei Sommer-Theater-Aufführungen von Der kleine Prinz oder Der Weibsteufel.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ilz liegt an der Südautobahn (Ausfahrt 138) sowie an der Gleisdorfer Straße (B 65) und ist Ausgangspunkt der Gleichenberger Straße (B 66).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Magna Powertrain hat in Ilz ein Montagewerk für Achskomponenten. Das Werk wurde 2000/2001 errichtet.[7] 2009 hatte das Werk rund 450 Mitarbeiter.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Marktgemeinde[Bearbeiten]

Mit Ilz verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 4 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. Website der Pfarre Ilz, abgerufen am 1. März 2014.
  5. Website der Marktgemeinde Ilz, abgerufen am 1. März 2014.
  6. Theater in Ilz auf www.vulkanland.at, abgerufen am 9. März 2014.
  7. „Magna errichtet weiteres Werk in der Steiermark“, Pressetext Austria vom 28. August 2000, abgerufen am 22. April 2014.
  8. „Halbes Jahr Kurzarbeit für Lannach und Ilz“ derstandard.at vom 21. Jänner 2009, abgerufen am 24. April 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Mayr: Ilz. Ein Heimatbuch. Ilz 1965

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilz (Styria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien