Ilz (Steiermark)

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Ilz
Wappen von Ilz
Ilz (Steiermark) (Österreich)
Ilz (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: FF)
Fläche: 39,3 km²
Koordinaten: 47° 5′ N, 15° 56′ OKoordinaten: 47° 5′ 0″ N, 15° 56′ 0″ O
Höhe: 300 m ü. A.
Einwohner: 3.718 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 8262, 8265
Vorwahl: +43 3385
Gemeindekennziffer: 6 22 71
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ilz 58
8262 Ilz
Website: www.ilz.at
Politik
Bürgermeister: Rupert Fleischhacker[1] (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
10
10
1
10 10 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 10
  • Gemeindeliste Team Friedheim: 10
  • SPÖ: 1
Lage der Marktgemeinde Ilz im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Ilz (Steiermark) im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ilz, Hauptplatz mit MariensäulePfarrhof und Pfarrkirche im Hintergrund
Ilz, Hauptplatz mit Mariensäule
Pfarrhof und Pfarrkirche im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ilz ist eine Marktgemeinde mit 3718 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Gerichtsbezirk Fürstenfeld bzw. politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie seit 2015 mit der Gemeinde Nestelbach im Ilztal zusammengeschlossen,[2] die neue Gemeinde führt den Namen Ilz weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt am linken Ufer der Ilz, im einen Kilometer breiten, fruchtbaren Ilztal, 43 km östlich von Graz, 19 km östlich von Gleisdorf und 13 km westlich von Fürstenfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katastral­gemeinden Fläche in ha (2015) Ortschaften Einwohner
Stand
1. Jän. 2015
[4]
Buchberg 93,41 Buchberg bei Ilz 109
Dambach 108,93 Dambach 86
Dörfl 223,43 Dörfl 147
Eichberg 250,15 Eichberg bei Hartmannsdorf 98
Hochenegg 426,80 Hochenegg 327
Ilz 214,11 Ilz 1186
Kalsdorf 282,25 Kalsdorf bei Ilz 69
Kleegraben 335,05 Kleegraben 254
Leithen 540,43 Leithen 89
Mutzenfeld 184,83 Mutzenfeld 61
Nestelbach 497,04 Nestelbach im Ilztal 507
Nestelberg 85,03 Nestelberg 131
Neudorf 483,48 Neudorf bei Ilz 468
Reigersberg 204,87 Reigersberg 173

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gersdorf an der Feistritz
(Bezirk Weiz)
Großsteinbach
Sinabelkirchen
(Bezirk Weiz)
Nachbargemeinden Großwilfersdorf
Markt Hartmannsdorf
(Bezirk Weiz)
Ottendorf an der Rittschein Riegersburg
(Bezirk Südoststeiermark)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Ilz bei Sonnenuntergang

Zum ersten Mal wurde Ilz in einer Gerichtsurkunde genannt, die Herbord von Fullnstein, Truchsess des Bischofs Bruno von Olmütz am 14. Oktober 1265 zu Graz ausstellte. Darin wird ein Zeuge genannt: Dominus Wernherus de Ylnz, wahrscheinlich der Vikar des Ortes.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Ortes wurden nun vom Hopfenanbau weitgehend bestimmt, der Ende des 18. Jahrhunderts von den Herrschaften Feistritz und Kalsdorf begonnen und später von Ilzer Bürgern aufgenommen worden ist. Weiters entwickelte sich daneben der Obstbau in dieser Gegend zu großer Bedeutung, der hier gezüchtete „Ilzer Weinler“ wurde eine der beliebtesten Apfelsorten.

Nachdem die erste Notzeit der Nachkriegsjahre überwunden war, konnte die Gemeinde darangehen, in zielstrebiger Planung dem Markt ein modernes Gesicht zu geben. Gleichzeitig wurde die Sanierung des Ortsbildes in Angriff genommen. Der 1947 begonnene Aufbau einer Hauptschule konnte schließlich als eines der wichtigsten Vorhaben der Gemeinde in den Jahren 1957 bis 1961 mit dem Bau der neuen Hauptschule abgeschlossen werden. Mittlerweile hat Ilz einen Kindergarten, eine Volks- und Hauptschule mit Nachmittagsbetreuung und eine Musikschule. (Stand März 2012)

Räumlich hat sich Ilz seit 1945 vor allem nach Westen und Norden stark ausgedehnt: Gewerbe, Handel, Verkehr und Landwirtschaft sind wie eh und je die wirtschaftliche Basis des Ortes. Doch hat sich das Antlitz des Marktes in den vergangenen zwanzig Jahren wesentlich erneuert.

Bis 1964 wurde im Raum Ilz Braunkohle abgebaut. Seit dem Schuljahr 2012/13 wurde aus der Hauptschule Ilz eine Neue Mittelschule.

Die Marktgemeinde betrieb einmal ein Thermenprojekt („Steirertherme“), welches jedoch aus finanziellen Gründen eingestellt wurde.

Die Marktgemeinde Ilz von Süden

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ilz

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche zum hl. Jakobus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum der Pfarrkirche
Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä.

Die alte Kirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert wurde in den Jahren 1653 bis 1671 wegen Baufälligkeit durch einen Neubau ersetzt. Ab 1910 wurde diese nach Plänen von Johann Baltl (Grazer Stadtbaumeister) vollständig umgebaut und erweitert. Die Kirche ist 41 m lang, das Kirchenschiff 14 m breit. Der Priesterchor besteht noch aus alter Bausubstanz (1671). 1919/20 wurde die Kirche ausgemalt, entworfen von Schulrat Ludwig von Kurz zum Thurn und Goldenstein, ausgeführt von den Brüdern Johann, Alexander und Anton Walter aus Ilz. Jeweils 1928 und 2004 bekam die Kirche eine neue Orgel. 1992 fand eine Innenrenovierung der Kirche statt, die dabei durchgeführte Neugestaltung des Altarraumes plante das Architektenbüro Hermann Eisenköck aus Graz.[5] Im Jahr 2010 erhielt die Pfarrkirche neue Glocken, die am 19. September 2010 durch Diözesanbischof Egon Kapellari eingeweiht wurden.[6]

Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Feistritz bei Ilz,
Westseite mit Wohnturm
Schloss Feistritz um 1830,
Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
  • Das Schloss Feistritz liegt nördlich von Ilz an der Feistritz. Das Schloss war in den 1980er Jahren stark vom Verfall bedroht. Seit 1984 wird das Schloss von den jetzigen Besitzern saniert und adaptiert. Der Wohnturm wurde um 1200 errichtet.
  • Östlich des Ortes liegt das Schloss Kalsdorf.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum Ilz
Schloss Kalsdorf bei Ilz mit Umland
  • Das Heimatmuseum Ilz war ein Schulprojekt (1982) verbunden mit einer Ausstellung. Diese gab den Anstoß zur Errichtung des Heimatmuseums Ilz. Nach dem Prinzip des „Von-unten-Wachsens“ wurde ohne Verein, aber durch Mithilfe des gesamten Ortes und der Gemeinde das Wirtschaftsgebäude hinter dem Rathaus saniert, ein Schaustollen durch die örtliche Knappschaft angelegt und ein Museum eingerichtet, das 1991 eröffnet wurde. Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung des Marktes Ilz und seiner Umgebung ist die selbst definierte Aufgabe verbunden, vor allem auch ein Museum für die eigene Bevölkerung zu sein.
  • Ergänzt wird das Museum durch die Ilzer Museumsgalerie, die in zwei Räumen des Rathauses regelmäßig Sonderausstellungen zeigt und ihren Beitrag zum Ilzer Kulturleben liefert.
Marienstatue auf der Mariensäule (1666)

Tourismus / Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für Wanderer bietet Ilz den „Ilzer-Rosenapfelwanderweg“.
  • Im September findet das alljährliche Marktgemeindefest statt, bei dem es auch einen Ilzer Marktlauf gibt.
  • Seit Dezember 1983 zeigt das „Theater in Ilz“, eine aus der Landjugend hervorgegangene Laientheatergruppe rund um deren Initiator Johann Prenner, zum jeweiligen Jahresende anspruchsvolle Komödien, Boulevard und Theater-Klassiker. Dabei kamen u. a. Stücke von Johann Nestroy, Ferdinand Raimund oder Ephraim Kishon zur Aufführung. Auch die Klassiker Der Meisterboxer oder Der Raub der Sabinerinnen, Boeing-Boeing oder Neil Simons Barfuß im Park fanden sich auf dem Spielplan. Fallweise gab es auch begeisterten Zuspruch bei Sommer-Theater-Aufführungen von Der kleine Prinz oder Der Weibsteufel.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilz liegt an der Südautobahn (Ausfahrt 138) sowie an der Gleisdorfer Straße B 65 und ist Ausgangspunkt der Gleichenberger Straße B 66.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magna Powertrain hat in Ilz ein Montagewerk für Achskomponenten. Das Werk wurde 2000/01 errichtet.[8] 2009 hatte das Werk rund 450 Mitarbeiter.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den Gemeinderatswahlen 2015 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • 10 Sitze ÖVP
  • 10 Sitze Gemeindeliste Team Friedheim
  • 1 Sitz SPÖ

Bürgermeister ist Rupert Fleischhacker (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Ilz 1982.png

1982 verlieh Landeshauptmann Josef Krainer junior der Gemeinde ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit.

Wappen Ilz.png

Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 18. September 2015.[10]
Die neue Blasonierung lautet:

„In rotem Schild ein blauer, silbern eingefasster Schrägrechtswellenbalken, mittig überspannt von einer silbern gemauerten zweijochigen Brücke sowie oben und unten von je einer silbernen heraldischen Rose begleitet.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Marktgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ilz verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Mayr: Ilz. Ein Heimatbuch. Ilz 1965

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilz (Styria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marktgemeinde Ilz: Der neue Gemeindevorstand der Marktgemeinde Ilz (abgerufen am 16. April 2015)
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. § 3 Abs. 4 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  4. Statistik Austria, (Excel-Datei, 766 KB), abgerufen am 29. Juli 2015
  5. Website der Pfarre Ilz, abgerufen am 1. März 2014.
  6. Website der Marktgemeinde Ilz, abgerufen am 1. März 2014.
  7. Theater in Ilz auf www.vulkanland.at, abgerufen am 9. März 2014.
  8. „Magna errichtet weiteres Werk in der Steiermark“, Pressetext Austria vom 28. August 2000, abgerufen am 22. April 2014.
  9. „Halbes Jahr Kurzarbeit für Lannach und Ilz“ derstandard.at vom 21. Jänner 2009, abgerufen am 24. April 2014.
  10. 67. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. September 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Ilz (politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld), abgerufen am 18. September 2015
  11. a b Genauer Bestattungstermin laut schriftlicher Auskunft Pfarramt Ilz vom 19. Mai 2015.