Tōkai (Ibaraki)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tōkai-mura
東海村
Tōkai (Ibaraki) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Kantō
Präfektur: Ibaraki
Koordinaten: 36° 28′ N, 140° 34′ OKoordinaten: 36° 28′ 22″ N, 140° 33′ 59″ O
Basisdaten
Fläche: 37,48 km²
Einwohner: 37.683
(1. Oktober 2016)
Bevölkerungsdichte: 1005 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 08341-1
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Tōkai
Baum: Japanische Schwarzkiefer
Blume: Lilium maculatum
Vogel: Japan-Brillenvogel
Rathaus
Adresse: Tōkai Village Hall
3-7-1, Tōkai
Tōkai-mura, Naka-gun
Ibaraki 319-1192
Webadresse: http://www.vill.tokai.ibaraki.jp
Lage Tōkais in der Präfektur Ibaraki
Lage Tōkais in der Präfektur

Tōkai (jap. 東海村 -mura) ist ein Dorf, etwa 120 km nördlich von Tokio, im Landkreis Naka in der Präfektur Ibaraki in Japan.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tōkai liegt zwischen den beiden Flüssen Kujigawa (jap. 久慈川) im Norden und Shinkawa (jap. 新川) im Süden. Der nördliche Teil entlang des Kuji und der Tieflandbereich im Osten bestehen aus Schwemmland, das auch für den Reisanbau genutzt wird. Die Hochebene liegt 20 bis 30 Meter über dem Meeresspiegel; trockene alluviale Flächen, sowie Tieflandwälder dehnen sich nach Osten mit einer sanften Neigung zum Pazifik aus.

Nuklearindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tōkai stehen das Kernkraftwerk Tōkai sowie die nationale Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken. Sie bildet zusammen mit weiteren Anlagen und Instituten einen großen kerntechnischen Komplex. Mit dem Bau der Wiederaufarbeitungsanlage, die für einen Jahresdurchsatz von 210 t ausgelegt ist, wurde 1971 begonnen. Im September 1977 begann der heiße Versuchsbetrieb, im Januar 1981 erfolgte die volle Inbetriebnahme. Schon frühzeitig war geplant, die in Tōkai gewonnenen Erfahrungen für die Errichtung und den Betrieb einer kommerziellen Anlage zu nutzen. Diese ist derzeit in Rokkasho im Bau. Die Anlage in Tōkai soll künftig in verstärktem Maße Forschungs- und Entwicklungsaufgaben übernehmen.

Am 11. März 1997 kam es durch einen Brand in der Verfestigungsanlage zum bis dato schwersten Atomunfall in Japan. 37 Arbeiter wurden verseucht, in der 60 Kilometer entfernten Stadt Tsukuba wurden eine Woche später „drastisch erhöhte Werte des radioaktiven Gamma-Strahlers Cäsium im Regenwasser“ festgestellt. Der laut Georg Blume damals „einflußreichste Politiker“ Japans Seiroku Kajiyama (LDP) meinte:„‚Wir haben über vierzig Jahre lang zuviel Vertrauen in die Atomindustrie gesetzt.‘“ Der Unfall wurde schließlich nach Stufe drei der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse qualifiziert. [1]

Am 30. September 1999 ereignete sich in der Brennelementefabrik der Japan Nuclear Fuel Concersion Company der Nuklearunfall von Tōkaimura. Beim Befüllen eines Salpetersäure-Tanks mit ca. 16 kg hoch angereichertem Uranoxid wurde die Kritikalität überschritten und es kam zu einer nuklearen Kettenreaktion. Mindestens 150 Menschen wurden starker Radioaktivität ausgesetzt, darunter 81 Arbeiter, die die Kettenreaktion stoppen wollten; zwei von ihnen starben an den Folgen der Strahlungsdosis. Mehrere hundert Anwohner wurden kontaminiert. Auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse wird der Unfall auf der Stufe 4 eingeordnet.[2]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Dorfs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tōkai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Blume: Das Fanal von Tokaimura. Zeit online, 21. März 1997, abgerufen am 20. Februar 2017.
  2. The international nuclear and radiological event scale (PDF)