Timm Klose

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Timm Klose
AUT vs. SUI 2015-11-17 (168).jpg
Timm Klose (2015)
Spielerinformationen
Geburtstag 9. Mai 1988
Geburtsort Frankfurt am Main[1]Deutschland
Grösse 193 cm
Position Innenverteidigung
Junioren
Jahre Station
1993–2003 BSC Old Boys Basel
2003–2004 FC Basel
2004–2007 BSC Old Boys Basel
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007–2009 FC Basel U-21 47 (3)
2009–2011 FC Thun 59 (4)
2011–2013 1. FC Nürnberg 45 (2)
2013–2016 VfL Wolfsburg 30 (2)
2016– Norwich City 42 (2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2010–2011 Schweiz U-21 11 (0)
2011– Schweiz 16 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2016/17

2 Stand: 1. Juni 2017

Timm Klose (* 9. Mai 1988 in Frankfurt am Main) ist ein Schweizer Fussballspieler. Er spielt seit Januar 2016 für Norwich City.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BSC Old Boys und FC Basel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timm Klose ist Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin und besitzt deshalb auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Er fing im Juli 1993 beim BSC Old Boys Basel mit dem Fussballspielen an, nachdem seine Familie nach Basel, der Heimatstadt seiner Mutter, umgezogen war.[2] Dort fiel er dem FC Basel auf, der ihn für eine Saison in seine U-18 aufnahm, ihn jedoch Ende Saison 2003/04 wieder zu den Old Boys zurückschickte. Dort wurde er zunächst in der U-19 eingesetzt. Der Innenverteidiger hatte zu dieser Zeit (2006) mit dem Gedanken gespielt, seine Fussballkarriere aufzugeben, bevor Trainer Massimo Ceccaroni ihm die Gelegenheit gab, für die erste Mannschaft der Old Boys anzutreten.[1] Erneut weckte Klose die Aufmerksamkeit von Talentscouts und wechselte 2007 für zwei Jahre zur U-21 des FC Basel.[3] Doch weder Christian Gross noch Thorsten Fink trauten dem 193 cm-Hünen den Sprung zum Stammspieler in der ersten Mannschaft zu.[1]

FC Thun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders sah dies der langjährige FCB-Verteidiger und Nationalspieler Murat Yakin, der 2009 den Trainerposten beim FC Thun übernommen hatte. Dieser nutzte die Kontakte zu seinem ehemaligen Stammverein und holte Klose zusammen mit Marco Aratore und Nicolas Schindelholz ins Berner Oberland. Der Abwehrspieler unterschrieb bei den Thunern, die damals in der zweithöchsten Schweizer Liga spielten, einen Zweijahresvertrag bis 2011.[4] In der Saison 2009/10 bestritt Klose 29 Spiele und erzielte zwei Tore. Der FC Thun wurde in dieser Saison Challenge-League-Meister und stieg in die Axpo Super League auf.[5] Kurz darauf verlängerte der FC Thun den Vertrag mit Klose vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2013.[6]

Der Innenverteidiger blieb auch in der Spielzeit 2010/11 Teil der Thuner Hintermannschaft, die in dieser Saison die zweitstärkste Abwehr der höchsten Schweizer Liga stellte. Thun kassierte in dieser ersten Saison nach dem Aufstieg weniger Gegentreffer als der Schweizer Meister Basel.[7] In der Direktbegegnung vom 13. November 2010 errang Klose mit seinen Teamkollegen einen 3:1-Sieg. Niemals zuvor hatte eine Thuner Equipe die Basler im St. Jakob-Park bezwungen.[8][9]

1. FC Nürnberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klose nutzte schliesslich eine Ausstiegsklausel in dem bis 2013 laufenden Vertrag mit den Thunern, um am 26. Mai 2011 einen Dreijahresvertrag in seinem Geburtsland beim damaligen Bundesliga-Klub 1. FC Nürnberg zu unterschreiben.[10] Bei den Franken avancierte Klose rasch zum Leistungsträger und absolvierte in den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 45 Ligaspiele, in denen er zwei Tore erzielte.

VfL Wolfsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2013 wechselte Klose zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg und unterschrieb einen Vierjahresvertrag.[11][12] Beim VfL traf er mit Diego Benaglio und Ricardo Rodríguez auf zwei weitere Schweizer, mit denen er am 30. Mai 2015 den DFB-Pokal im Finale gegen Borussia Dortmund gewann.[13]

Norwich City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Januar 2016 wechselte Klose in die Premier League zu Norwich City. Er erhielt beim abstiegsbedrohten Verein einen bis zum 30. Juni 2019 gültigen Vertrag.[14]

Nationalmannschaftskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. August 2010 gab Klose unter Trainer Pierluigi Tami bei einem Freundschaftsspiel gegen die griechische U-21 sein Debüt in der Schweizer U-21-Nationalmannschaft.[15] In der Folge bestritt er noch ein weiteres Freundschaftsspiel und wurde bei drei U-21-EM-Qualifikationsspielen eingesetzt. Die letzten Vorbereitungsspiele für die EM-Endrunde vom 7. bis 26. Juni 2011 in Dänemark bestritt das Schweizer U-21-Nationalteam in Saudi-Arabien und Katar während eines Trainingslagers vom 21. bis 30. März 2011.[16] Klose und seine Mannschaftskollegen konnten beide Testspiele für sich entscheiden.[17]

Bei der Europameisterschaftsendrunde in Dänemark bildete Klose ab der zweiten Partie mit Jonathan Rossini die Innenverteidigung, flankiert von den Aussenverteidigern Philippe Koch und Gaetano Berardi, und war einer der Garanten dafür, dass die Schweiz ohne Gegentor erstmals in das Finale einer U-21-Europameisterschaft einzog und sich damit für das Olympische Fussballturnier 2012 in London qualifizierte.[18] Im Finale unterlag man der spanischen Auswahl mit 0:2, Klose war dabei erneut Leistungsträger und hatte in der 78. Minute per Kopf eine Grosschance zum 1:1-Ausgleich.[19] Am 10. August 2011 debütierte er in der Schweizer Nationalmannschaft, als der Verteidiger im Spiel gegen Liechtenstein für Philippe Senderos eingewechselt wurde.

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kloses Stärken gelten seine Antrittsschnelligkeit und sein taktisches Fingerspitzengefühl. Dank seiner Grösse kann er zudem die meisten Kopfballduelle für sich entscheiden und ist auch sonst sehr zweikampfstark.[20]

Titel und Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vereinsspieler

Mit dem FC Thun

Mit dem VfL Wolfsburg

Als Nationalspieler

Mit der U-21 der Schweiz

Weltrekord

Im Mai 2013 schlug Timm Klose Lionel Messi im Dribbel-Parcours mit der Weltrekord-Zeit von 4.976 Sekunden (Messi: 5.125 Sekunden).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Timm Klose – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Mathias Germann, sport.ch: Aus dem Windschatten getreten. 28. Oktober 2010; abgerufen am 19. März 2011.
  2. Nati-Kumpels knackten als Teenies eine Garage, www.blick.ch vom 4. September 2011.
  3. transfermarkt.ch: Transferdaten Timm Klose. Abgerufen am 19. März 2011.
  4. Alexander Wäfler, Berner Zeitung: FC Thuns enge Zusammenarbeit mit Basel. 27. März 2010; abgerufen am 19. März 2011.
  5. Sportinformation Si: Lugano stolpert - Thun steigt auf. 15. Mai 2010; abgerufen am 19. März 2011.
  6. fcthun.ch: Zwei neue Spieler für den FC Thun. Abgerufen am 20. März 2011.
  7. Swiss Football League: ASL-Tabelle. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 19. März 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.football.ch (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  8. Peter Pflugshaupt, Der Bund: Murat Yakins grossartige Rückkehr. Abgerufen am 20. März 2011.
  9. Sam Urech, Blick: So führt Thun den FCB vor. Abgerufen am 20. März 2011.
  10. Sébastian Lavoyer und Michel Wettstein, Der Blick: Timm Klose verlässt FCT. Abgerufen am 26. Mai 2011.
  11. Timm Klose verlässt den 1. FC Nürnberg. fcn.de, 1. Juli 2013; abgerufen am 2. Juli 2013.
  12. Klose da. vfl-wolfsburg.de, 1. Juli 2013; abgerufen am 2. Juli 2013.
  13. Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 1:3, DFB-Pokal, Saison 2014/15, 6.Spieltag - LIVE!-Match. Abgerufen am 31. Mai 2015.
  14. Norwich City: TRANSFER NEWS: NORWICH CITY SIGN TIMM KLOSE, 18. Januar 2016, abgerufen am 18. Januar 2016.
  15. transfermarkt.ch: Spielbericht Schweiz U21-Griechenland U21. Abgerufen am 19. März 2011.
  16. Swiss Football League: Trainingslager in Saudi Arabien und Katar. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 19. März 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.football.ch (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  17. Swiss Football League: Fünf Tore und ärgerliche Konter. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 29. März 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.football.ch (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  18. 20min.ch: «Die besten zwei Jahre meines Lebens»«Die besten zwei Jahre meines Lebens». Abgerufen am 28. Juni 2011.
  19. NZZ Online: Schweizer U 21 unterliegt im EM-Final. Abgerufen am 28. Juni 2011.
  20. sport.ch: Thun: Klose top, Schneider flop. 31. Januar 2011; abgerufen am 19. März 2011.
  21. Berner Zeitung: Bildstrecke Aufstiegsfeier. 15. Mai 2010; abgerufen am 19. März 2011.
  22. Berner Zeitung: Ergebnis Finalspiel. 30. Mai 2015; abgerufen am 24. Juni 2015.