Townsend Bell

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Townsend Bell (2015)

Townsend Bell (* 19. April 1975 in San Francisco) ist ein US-amerikanischer Automobilrennfahrer. Er wurde 2001 Meister der Indy Lights. 2001 und 2002 startete er zu insgesamt elf Rennen in der CART-Serie. Von 2004 bis 2015 trat er zu einzelnen Rennen der IndyCar Series an. 2012 und 2013 fuhr er zudem in der American Le Mans Series (ALMS). Seit 2014 startet er in der United SportsCar Championship (USCC).

Karriere[Bearbeiten]

Bell begann seine Motorsportkarriere 1997 in der US Barber Formel Dodge West, in der den vierten Gesamtrang belegte. Danach ging er zwei Jahre in der Barber Dogde Pro Serie an den Start und wurde 1999 in seiner zweiten Saison Dritter in der Gesamtwertung. Anschließend wechselte Bell 2000 in die Indy Lights zu Dorricott Racing. Er gewann zwei Rennen und wurde bei vier Rennen Zweiter. Mit 146 zu 155 unterlag er Scott Dixon im Titelduell und wurde Vizemeister. Intern setzte er sich gegen seine Teamkollegen Casey Mears und Jason Bright durch. 2001 blieb Bell bei Dorricott Racing. Er gewann sechs von zwölf Rennen, startete achtmal von der Pole-Position und stand insgesamt achtmal auf dem Podium. Mit 193 zu 149 gewann er den Meistertitel vor Dan Wheldon. Sein Teamkollege Damien Faulkner wurde in dieser Saison Dritter. Bell erhielt 2001 zudem die Möglichkeit für Patrick Racing an zwei Rennen der CART-Serie teilzunehmen. Er erreichte den 30. Platz in der Fahrerwertung. 2002 blieb Bell zunächst bei Patrick Racing. Beim Rennen in Portland erreichte er mit einem vierten Platz seine beste Platzierung. Nach neun Rennen verlor er sein Cockpit an Oriol Servià. In der Meisterschaft belegte er den zwanzigsten Rang.

2003 wechselte Bell nach Europa in die Formel 3000. Als Teamkollege von Björn Wirdheim erhielt er ein Cockpit beim Spitzenteam Arden International. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen, der den Meistertitel gewann und neun Mal auf dem Podium stand, gelang es ihm nicht, mit Wirdheim mitzuhalten, und er erzielte eine Podest-Platzierung. Am Saisonende belegte er den neunten Gesamtrang. Außerdem macht Bell Anfang September erste Erfahrungen in einem Formel-1-Auto und absolvierte einen Testtag für British American Racing.[1] Im November gab es einen weiteren Formel-1-Test für Bell. Zusammen mit Christian Klien testete er für Jaguar, das beiden Piloten die Chance gab, sich für ein Renncockpit zu empfehlen.[2] Nachdem Jaguar Klien für das Renncockpit verpflichtet hatte, machte sich Bell Hoffnungen auf die Testfahrerposition.[3] Doch Jaguar entschied sich gegen Bell und verpflichtete stattdessen seinen ehemaligen Teamkollegen Björn Wirdheim.

Bell im Training zum Indianapolis 500 2009

Nachdem Bell auch kein Cockpit in der Formel 3000 erhalten hatte, kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und wechselte in die IndyCar Series. Bei Panther Racing stieg er zum siebten Rennen in die Saison ein und ersetzte Mark Taylor, der nur eine Zielankunft erreicht hatte. Bell erzielte bereits beim zweiten Rennen in Lebanon mit einem fünften Platz seine beste Saisonplatzierung. Bei zehn Rennen kam Bell insgesamt fünfmal innerhalb der Top 10 ins Ziel. In der Gesamtwertung wurde er 21. In den nächsten zwei Jahren, trat er nur zu je einem Rennen an. 2005 sprang er für den verletzten Tomáš Enge bei Panther Racing ein, 2006 erhielt er bei Vision Racing ein zusätzliches Fahrzeug, welches beim Indianapolis 500 eingesetzt wurde.

Nachdem er 2007 an keinem Rennen teilgenommen hatte, teilte er sich 2008 bei Dreyer & Reinbold Racing ein Cockpit mit der Rennfahrerin Milka Duno. Er nahm an acht Rennen teil und kam dreimal in die Top 10. 2009 bestritt er außer dem Indianapolis 500 kein Rennen. Bei dem Rennen belegte er für KV Racing Technology startend den vierten und in der Gesamtwertung den 32. Platz. 2010 trat Bell für Sam Schmidt Motorsports zum Indianapolis 500, das er auf dem 16. Platz beendete, an[4] und belegte am Saisonende den 38. Gesamtrang. 2011 nahm Bell erneut für Sam Schmidt Motorsports am Indianapolis 500 teil.[5] Nachdem er sich auf dem vierten Platz qualifiziert hatte und im Rennen unter den ersten zehn Piloten lag, schied er nach einer Kollision mit Ryan Briscoe aus und wurde 26. Im weiteren Saisonverlauf kehrte Bell als Vertretung für den verletzten Justin Wilson zu Dreyer & Reinbold Racing zurück und nahm an den letzten zwei Rennen teil.[6] Am Ende der Saison belegte er den 35. Gesamtrang.

2012 wechselte Bell zu Alex Job Racing in die American Le Mans Series (ALMS) und startete erstmals im GT-Sport. Nachdem er bei seinem Debüt die GTC-Wertung gewonnen hatte, bestritt er die restliche Saison in der GT-Klasse. Zusammen mit seinem Teamkollegen Bill Sweedler erzielte Bell den 17. Gesamtrang. Darüber hinaus kehrte er fürs Indianapolis 500 in die IndyCar Series zurück. Zum dritten Mal in Folge startete er für Sam Schmidt Motorsports.[7] Er erzielte den neunten Platz. 2013 blieb Bell bei Alex Job Racing in der ALMS und bestritt die ersten neun von zehn Rennen in der GT-Klasse. In dieser erreichte er den 16. Platz. Darüber hinaus nahm er in diesem Jahr für Panther Racing am Indianapolis 500 teil.

2014 erhielt Bell ein Cockpit in der neugegründeten United SportsCar Championship (USCC), die aus der ALMS hervorgegangen war. Er begann die Saison für Level 5 Motorsports, die nach einem Klassensieges beim 24-Stunden-Rennen von Daytona mit Bell, Alessandro Pier Guidi, Jeff Segal, Bill Sweedler und Scott Tucker das Auto an AIM Autosport abgaben. Bell beendete die Saison auf dem vierten Platz der GTD-Wertung. Im zur Serie gehörenden North American Endurance Cup gewann er zusammen mit Sweedler die GTD-Wertung. Beim Indianapolis 500 ging Bell für KV Racing Technology an den Start und schied aus. 2015 wechselte Bell innerhalb der USCC zur Scuderia Corsa. Darüber hinaus trat er für Dreyer and Reinbold – Kingdom Racing zum Indianapolis 500 an und wurde 14.

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 2004: IndyCar Series (Platz 21)
  • 2005: IndyCar Series (Platz 31)
  • 2006: IndyCar Series (Platz 34)
  • 2008: IndyCar Series (Platz 26)
  • 2009: IndyCar Series (Platz 32)
  • 2010: IndyCar Series (Platz 38)
  • 2011: IndyCar Series (Platz 35)
  • 2012: ALMS, GT (Platz 17)
  • 2012: IndyCar Series (Platz 30)
  • 2013: ALMS, GT (Platz 16)
  • 2013: IndyCar Series (Platz 35)
  • 2014: USCC, GTD (Platz 4)
  • 2014: IndyCar Series (Platz 32)
  • 2015: USCC, GTD
  • 2015: IndyCar Series

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2004 Panther Racing HMS PHX MOT INDY TXS RIR KAN NSH MIL MIS KTY PPI NZR CHI FON TX2       193 21.
            17 5 6 8 21 12 18 22 9 9      
2005 Panther Racing HMS PHX STP MOT INDY TXS RIR KAN NSH MIL MIS KTY PPI SNM CHI WGL FON     15 31.
                    15                
2006 Vision Racing HMS STP MOT INDY WGL TXS RIR KAN NSH MIL MIS KTY SNM CHI           12 34.
      22                              
2008 Dreyer & Reinbold Racing HMS STP MOT[# 1] LBH[# 2] KAN INDY MIL TXS IOW RIR WGL NSH MDO EDM KTY SNM DET CHI SRF[# 3] 117 26.
  21 10     10 11     8       25   19     23
2009 KV Racing Technology STP LBH KAN INDY MIL TXS IOW RIR WGL TOR EDM KTY MDO SNM CHI MOT HMS     32 32.
      4                              
2010 Sam Schmidt Motorsports SAO STP ALA LBH KAN INDY TXS IOW WGL TOR EDM MDO SNM CHI KTY MOT HMS     18 38.
          1610                          
2011 Sam Schmidt Motorsports STP ALA LBH SAO INDY TXS MIL IOW TOR EDM MDO NHA SNM BAL MOT KTY LSV   40 35.
        264                            
Dreyer & Reinbold Racing   11 C
2012 Schmidt-Hamilton Motorsports STP ALA LBH SAO INDY DET TXS MIL IOW TOR EDM MDO SNM BAL FON         26 30.
        920                            
2013 Panther Racing STP ALA LBH SAO INDY DET TXS MIL IOW POC TOR MDO SNM BAL HOU FON 10 35.
        27°22                            
2014 KV Racing Technology STP LBH ALA IMS INDY DET TXS HOU POC IOW TOR MDO MIL SNM FON   22 32.
        2522                            
2015 Dreyer and Reinbold – Kingdom Racing STP NOL LBH ALA IMS INDY DET TXS TOR FON MIL IOW MDO POC SNM       32 33.
          14                    
Anmerkung
  1. Fand am selben Tag wie der Toyota Grand Prix of Long Beach statt.
  2. Fand am selben Tag wie der Indy Japan 300 statt.
  3. Es wurden keine Punkte vergeben.

(Legende)

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2015 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scuderia Corsa Ferrari 458 Italia GT2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Sweedler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeff Segal Rang 24

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alex Job Racing Porsche 997 GT3 Cup Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Sweedler SudafrikaSüdafrika Dion von Moltke Rang 31 und Klassensieg
2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Team West AJR Boardwalk Ferrari Ferrari 458 Italia GT2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Sweedler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Leh Keen Ausfall Defekt
2014 KanadaKanada AIM Autosport Ferrari 458 Italia GT3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Sweedler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeff Segal ItalienItalien Maurizio Mediani Rang 24

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „BAR-Honda legte mehr als 5.000 Kilometer zurück“ (Motorsport-Total.com am 4. September 2003)
  2. „Kampf um das Jaguar-Cockpit in vollem Gange“ (Motorsport-Total.com am 25. November 2003)
  3. „Verpflichtet Jaguar Townsend Bell als Testfahrer?“ (Motorsport-Total.com am 9. Januar 2004)
  4. „Indy 500: Townsend Bell für Sam Schmidt und Ganassi“ (Motorsport-Total.com am 13. Januar 2010)
  5. „Indy 500: Howard fährt bei Sam Schmidt“ (Motorsport-Total.com am 24. Februar 2011)
  6. “Townsend Bell becomes latest stand in for Justin Wilson at Dreyer & Reinbold” (autosport.com am 23. September 2011)
  7. “Townsend Bell back with Sam Schmidt Motorsports for Indianapolis 500” (autosport.com am 4. Mai 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Townsend Bell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien