Tomáš Enge

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Tomáš Enge
Tomáš Enge 2007
Nation: TschechienTschechien Tschechien
Formel-1-Weltmeisterschaft
Erster Start: Großer Preis von Italien 2001
Letzter Start: Großer Preis von Japan 2001
Konstrukteure
2001 Prost
Statistik
WM-Bilanz: WM-24. (2001)
Starts Siege Poles SR
3
WM-Punkte:
Podestplätze:
Führungsrunden:
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Tomáš Enge (* 11. September 1976 in Liberec) ist ein tschechischer Automobilrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Enge 1991 im Kartsport aktiv war, ging er von 1992 bis 1994 im tschechischen Ford Fiesta Cup an den Start. 1995 wechselte der Tscheche in den Formelsport und ging in der deutschen Formel Ford an den Start. Nachdem Enge in seiner Debütsaison Dritter im Gesamtklassement wurde, gewann er in der Saison 1996 den Meistertitel dieser Serie. 1997 wechselte Enge in die deutsche Formel-3-Meisterschaft, in der er als Teamkollege des Meisters Nick Heidfeld den zwölften Gesamtrang belegte. In der folgenden Saison bestritt er die erste Saisonhälfte erneut in der deutschen Formel-3-Meisterschaft.

Die zweite Saisonhälfte nahm Enge an der Saison 1998 der Formel 3000 teil. Er ersetzte den Briten Dino Morelli beim italienischen Auto Sport Racing-Team. Beim letzten Rennen auf dem Nürburgring erzielte er erstmals Punkte und belegte schließlich den 22. Gesamtrang. 1999 wechselte er zum WRT Fina-Team und belegte mit einer Podest-Platzierung Platz elf in der Gesamtwertung. 2000 bestritt Enge seine dritte Saison in der Formel 3000 für das Team MySap.com. Mit einem Sieg auf dem Hockenheimring belegte Enge den sechsten Gesamtrang. In seiner vierten Saison ging Enge 2001 als Teamkollege von Justin Wilson für Coca-Cola Nordic Racing an den Start. Mit Siegen in Barcelona und auf dem Nürburgring belegte er ein Rennen vor Schluss den dritten Gesamtrang. Da Enge beim letzten Rennen auf Grund seines Wechsels in die Formel 1 nicht mehr teilnehmen konnte, blieb er auf dem dritten Gesamtrang.

Nachdem Enge bereits 1999 und 2000 Formel-1-Testfahrer bei Jordan Grand Prix war, gab er 2001 beim Großen Preis von Italien sein Debüt als Formel-1-Rennfahrer. Er wurde von Prost Grand Prix als Ersatz für Luciano Burti, der sich beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps verletzt hatte, verpflichtet und bestritt die letzten drei Grand Prix der Saison. Sein bestes Resultat erzielte er bei seinem ersten Rennen, in dem er Zwölfter wurde. Enge holte in seiner Formel-1-Karriere, die nach diesen drei Rennen beendet war, keine Punkte.

Nach seinem kurzen Aufstieg in die Formel 1, kehrte Enge 2002 in die Formel 3000 zurück und nahm als Pilot für Arden Team Russia seine fünfte Saison in der Formel 3000 in Angriff. Als einer der Favoriten auf den Titelgewinn gewann er die Rennen in Zeltweg, Silverstone, Circuit de Nevers Magny-Cours und Budapest und lag vor dem entscheidenden Rennwochenende in Monza mit einem Punkt Rückstand auf den Führenden Sébastien Bourdais auf dem zweiten Platz im Gesamtklassement. Am Tag vor dem letzten Saisonrennen wurde bekannt, dass Enge nach seinem Sieg in Budapest beim Dopingtest positiv auf Cannabis getestet wurde. Enge bestritt die Einnahme von verbotenen Substanzen und durfte unter Vorbehalt beim Rennen in Monza starten.[1] Enge wurde hinter seinem Teamkollegen Björn Wirdheim Zweiter und führte somit die Gesamtwertung vor Bourdais an. Bei der folgenden Anhörung vor dem World Motor Sport Council in Paris wurde Enge sein Sieg in Budapest aberkannt. Damit verlor er die Führung der Gesamtwertung an Bourdais und wurde hinter dem Franzosen und Giorgio Pantano erneut Dritter in der Gesamtwertung.

2003 erhielt Enge kein Cockpit in der Formel 3000 und ging in der GTS-Klasse der American Le Mans Series an den Start und gewann zudem die GTS-Klasse des 24-Stunden-Rennens von Le Mans.

2004 kehrte Enge zurück in die Formel 3000 und startete in seiner sechsten Saison für das deutsche Team Ma-Con Engineering. Enge konnte kein Rennen gewinnen und belegte in der Gesamtwertung den vierten Platz. Zudem nahm er erneut am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil, bei dem er in diesem Jahr Vierter in der GTS-Klasse wurde. Zudem gab der Tscheche für Patrick Racing sein Debüt in der IndyCar Series.

2005 wechselte Enge in die IndyCar Series, in der er den 16. Gesamtrang belegte. Im Winter ging Enge in der A1GP-Saison 2005/2006 für sein Heimatland Tschechien an den Start. Er gewann ein Rennen und belegte den zwölften Gesamtrang. In der Saison 2006 nahm Enge erneut bei einem Rennen der IndyCar Series teil, wechselte danach allerdings in die GT1-Klasse der American Le Mans Series, in der den Dritten Platz belegte. Zudem wurde Enge Zweiter in der GT1-Klasse beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

In der A1GP-Saison 2006/2007 startete Enge erneut für Tschechien und belegte wieder den zwölften Gesamtrang. Im weiteren Saisonverlauf startete Enge in verschiedene Serien, wie der American Le Mans Series oder der FIA-GT-Meisterschaft. Zudem ging er erneut beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, bei dem er diesmal Vierter der GT1-Klasse wurde. Beim ALMS-Rennen in Saint Petersburg (Florida) am 31. März 2007 verletzte sich Enge schwer, als er mit hoher Geschwindigkeit in eine Betonmauer fuhr. Dabei wurde sein Auto auf der Fahrerseite schwer beschädigt und fing Feuer. Bei dem Unfall wurde sein linker Ellenbogen zertrümmert, mehrere Rippen und ein Knöchel gebrochen und ein Lungenflügel verletzt.[2][3]

2008 war Enge eine halbe Saison in der A1GP aktiv. Zudem wurde er zusammen mit Antonio García Vizemeister der GT1-Klasse in der Le-Mans-Series-Saison 2008. Durch seine früheren Aktivitäten im Sportwagensport bei Prodrive, Aston Martin und insbesondere seine Einsätze in der tschechischen Tourenwagenmeisterschaft ICTCC für Antonín Charouz ermöglichten zudem den Test eines Le-Mans-Prototypen mit Motor von Aston Martin des Teams Charouz Racing, die ihm später im Jahr zu seinem ersten Einsatz beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in der LMP1-Klasse verhalfen. Dort belegte er mit Jan Charouz und Stefan Mücke den neunten Gesamtrang. In der Winterpause zur Le-Mans-Series-Saison 2009 setzte Aston Martin Racing zusammen mit Prodrive und Charouz das Programm nun als Werksteam fort. Enge pilotierte nun zusammen mit Mücke und Charouz einen Lola-Aston Martin LMP1. Beim nicht zur Meisterschaft zählenden 24-Stunden-Rennen von Le Mans belegte er den vierten Platz in der LMP1-Klasse. In der Le Mans Series beendete das Fahrertrio die Saison als Meister der leistungsstärksten Prototypenkategorie der Serie, wobei sie zwei Rennen als Gesamtsieger und drei weitere der insgesamt fünf Meisterschaftsläufe auf dem Podium beendeten.

2012 wurde Enge wegen Dopings für 18 Monate gesperrt.[4]

Karrierestationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik in der Formel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Runden
Punkte WM-Pos.
2001 Prost Acer Prost AP04 Acer 3.0 V10 3 24.
Gesamt 3

Einzelergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
2001 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Brazil.svg Flag of San Marino (before 2011).svg Flag of Spain.svg Flag of Austria.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Europe.svg Flag of France.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of the United States.svg Flag of Japan.svg
12 14 DNF
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2002 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Prodrive Ferrari 550 GTS Maranello SchwedenSchweden Rickard Rydell SchweizSchweiz Alain Menu Ausfall Feuer
2003 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Veloqx Prodrive Racing Ferrari 550 GTS Maranello NiederlandeNiederlande Peter Kox Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jamie Davies Rang 10 und Klassensieg
2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Prodrive Ferrari 550 GTS Maranello NiederlandeNiederlande Peter Kox SchweizSchweiz Alain Menu Rang 11
2005 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing Aston Martin DBR9 NiederlandeNiederlande Peter Kox PortugalPortugal Pedro Lamy Ausfall Benzinpumpe
2006 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing Aston Martin DBR9 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Darren Turner ItalienItalien Andrea Piccini Rang 6
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing Aston Martin DBR9 NiederlandeNiederlande Peter Kox Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Johnny Herbert Rang 9
2008 TschechienTschechien Charouz Racing Lola B08/60 DeutschlandDeutschland Stefan Mücke TschechienTschechien Jan Charouz Rang 9
2009 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing Lola-Aston Martin LMP1 DeutschlandDeutschland Stefan Mücke TschechienTschechien Jan Charouz Rang 4
2010 DeutschlandDeutschland Young Driver AMR Aston Martin DBR9 NiederlandeNiederlande Peter Kox DanemarkDänemark Christoffer Nygaard Rang 22

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1999 ItalienItalien Team Rafanelli SRL Riley & Scott Mk III BelgienBelgien Eric van de Poele BelgienBelgien David Saelens Ausfall Ölleck
2002 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Prodrive Ferrari 550 Maranello SchweizSchweiz Alain Menu SchwedenSchweden Rickard Rydell Rang 28
2003 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Veloqx Prodrive Racing Ferrari 550 Maranello Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jamie Davies NiederlandeNiederlande Peter Kox Ausfall Kupplungsschaden
2006 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Aston Martin Racing Aston Martin DBR9 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Darren Turner DanemarkDänemark Nicolas Kiesa Rang 6
2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Petersen White Lightning Ferrari F430GT DeutschlandDeutschland Tim Bergmeister Ausfall Wagenbrand

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Enge fails drug test bbc.co.uk am 13. September 2002
  2. Enge nach schwerem Unfall in stabilem Zustand motorsport-total.com am 1. April 2007
  3. Enge: Lungenverletzung und Knochenbrüche motorsport-total.com am 1. April 2007
  4. http://nachrichten.rp-online.de/sport/rennfahrer-tomas-enge-wegen-dopings-gesperrt-1.2935865

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tomáš Enge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien