Tscherwonohrad

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Tscherwonohrad
Червоноград
Wappen von Tscherwonohrad
Tscherwonohrad (Ukraine)
Tscherwonohrad
Tscherwonohrad
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: keine Angabe
Fläche: 17,0 km²
Einwohner: 67.863 (2015)
Bevölkerungsdichte: 3.992 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 80100
Vorwahl: +380 3249
Geographische Lage: 50° 23′ N, 24° 14′ O50.38333333333324.233333333333Koordinaten: 50° 23′ 0″ N, 24° 14′ 0″ O
KOATUU: 4611800000
Verwaltungsgliederung: 2 Städte, 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Ihor Tschudijowytsch
Adresse: пр. Шевченка 19
80100 м. Червоноград
Statistische Informationen
Tscherwonohrad (Oblast Lwiw)
Tscherwonohrad
Tscherwonohrad
i1

Tscherwonohrad (ukrainisch Червоноград, bis 1951 Кристинопіль/Krystynopil; russisch Tscherwonograd, polnisch Krystynopol) ist eine ukrainische Stadt mit etwa 67.000 Einwohnern (2015).[1]

Innenraum der Heiligen Georg Kirche
Potocki-Schloss
Kirche des heiligen Geistes (1750)

Geographie[Bearbeiten]

Sie liegt in der Oblast Lwiw und befindet sich nördlich der Oblasthauptstadt Lemberg. Die nächstgrößere Stadt ist Lemberg, die Stadt wird vom Rajon Sokal umschlossen. Zum Verwaltungsgebiet der Stadt gehört auch die Stadt Sosniwka sowie die Siedlung städtischen Typs Hirnyk.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Mai 1685 kaufte der Wojewode Feliks Kazimierz Potocki ein neues Stück Land am Fluss Bug. 1692 gründete er eine Stadt auf dem Gebiet des Dorfes Nowy Dwór, welches nach seiner Frau Krystyna Lubomirski (1661–1699) benannt wurde. Potocki baute Krystonopil zum Familiensitz aus. Er starb hier am 22. September 1702. Sein Enkel Franz Salezy Potocki baute ein Palais und gründete 1763 ein Kloster der Basilianer.

Der Ort gehörte verwaltungstechnisch in dieser Zeit zur Woiwodschaft Bełz[2] innerhalb der Adelsrepublik Polen und kam 1772 nach der 1. Polnischen Teilung zum österreichischen Galizien, wo er bis 1918 verblieb.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zur Polen (in die Woiwodschaft Lemberg, Powiat Sokal, Gmina Krystynopol), wurde im Zweiten Weltkrieg ab September 1939 von der Sowjetunion und dann ab Sommer 1941 bis 1944 von Deutschland besetzt, hier wurde der Ort in den Distrikt Galizien eingegliedert.

Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort wieder ein Teil Polens, kam aber dann im Zuge eines Gebietsaustausches am 15. Januar 1951 zur Sowjetunion, dort wurde die Stadt der Ukrainischen SSR zugeordnet, am 3. November in Tscherwonohrad (wörtlich „Rote Burg“) umbenannt und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine.

Bereits 1884 erhielt der Ort einen Anschluss durch den Bau eines Bahnhofs an der heutigen Bahnstrecke Jarosław–Kowel, 1915 kam noch eine Verbindungsstrecke nach Lemberg (siehe Bahnstrecke Lwiw–Kiwerzi) dazu.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • 1900: 3.522 (2.651 Juden) - in Meyers-Lexikon steht: 3592 polnische und ruthen. Einwohner
  • 1939: 1.800
  • 1959: 12.241
  • 1970: 44.008
  • 1979: 54.921
  • 1989: 72.047
  • 2001: 70.568
  • 2015: 67.863[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Barockkirche des Heiligen Georg (1770)
  • Das Wahrzeichen der Stadt ist das Palais des Grafen Potocki.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Seit 1951 wurde die Stadt das Zentrum des neu entstandenen Steinkohlenbergbaus. Andere Unternehmen, neben dem Bergbau waren eine Gießerei zur Herstellung von Eisen-Beton-Erzeugnissen, Holzverarbeitungsbetriebe, eine Molkerei und die Textilindustrie.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke von Kowel nach Lemberg, hier zweigt eine Strecke nach Rawa-Ruska ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In der Stadt kam 1988 der ukrainische Fußballspieler Mykola Morosjuk zur Welt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bevölkerung der Städte und SsT in der Ukraine auf pop-stat.mashke.org, abgerufen am 9. Januar 2015
  2. Rizzi Zannoni, Woiewodztwo Ruskie, Część Krakowskiego, Sędomirskiego y Bełzkiego z granicami Węgier, y Polski, ktore gory Karpackie nakształt łańcucha wyciągnione, od góry Wolska aż do Talabry, wyznaczaią.; 1772

Weblinks[Bearbeiten]