Ulrike Folkerts

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Ulrike Folkerts (2014)

Ulrike Folkerts (* 14. Mai 1961 in Kassel) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie ist bekannt als Tatort-Kommissarin Lena Odenthal.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrike Folkerts wuchs in Kassel auf und legte dort 1980 das Abitur ab. Nach vier Semestern Studium der Theater- und Musikwissenschaft wurde sie von 1982 bis 1986 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover zur Schauspielerin ausgebildet. 1986 erhielt sie ein Engagement am Staatstheater in Oldenburg. 1987 hatte sie ihr Filmdebüt in Das Mädchen mit den Feuerzeugen unter der Regie von Ralf Huettner.

Bundesweit bekannt und populär wurde Folkerts in der Rolle der Ludwigshafener Hauptkommissarin Lena Odenthal, die sie seit 1989 in der ARD-Krimireihe Tatort darstellt. Damit hat sie vor Horst Tappert die längste „Dienstzeit“ aller deutschen Fernsehkommissare erreicht. Seit 1996 spielt Andreas Hoppe, den sie bereits im Studium kennenlernte, die Rolle des Kollegen Mario Kopper an ihrer Seite.

Folkerts spielt nach wie vor Theater und war 2005 und 2006 bei den Salzburger Festspielen als erste Frau im Jedermann in der Rolle des Tods zu sehen. Sie spricht ebenfalls Hörbücher und erhielt 1999 eine Auszeichnung als Vorleserin des Romans Und dahinter das Meer.[1]

Privates, Medien und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Fragebogen gab Folkerts zu Protokoll, wie sie gern in Erinnerung bleiben möchte: als „eine Schauspielerin, die uns in ihren Rollen neue Frauentypen beschert hat und die als bekennende Lesbe vielen Frauen Mut gemacht hat, zu ihrer Homosexualität ja zu sagen, sie zu leben …“[2] Gemeinsam mit ihrer Partnerin, der Künstlerin Katharina Schnitzler, brachte Folkerts im Oktober 2008 das Buch Glück gefunden auf den Markt. Sie wohnt in Berlin-Wedding.[3]

Als engagierte Hobbysportlerin nahm Folkerts bei den Gay Games 1994 in New York City und den Eurogames 1996 in Berlin teil.[4][2] Als Jurymitglied nahm sie am lesbisch-schwulen Grand Prix Cologne 1999 teil, der im WDR übertragen wurde. Bei den Gay Games 2002 in Sydney holte Folkerts mit der Schwimmstaffel des Berliner Vereins „Vorspiel“ eine Silber- und eine Bronzemedaille. Im Einzelwettbewerb wurde sie jedoch wegen eines Fehlstarts disqualifiziert.[4] Im Juli 2004 erschwamm sie eine Bronzemedaille bei den Eurogames in München.[5]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe bei der Verleihung des Grimme-Preises 2014

Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Landmine setzt sich Folkerts für ein Verbot aller Arten von Landminen ein. Anfang Juni 2004 hat sie die Projekte von Handicap International im Kosovo besucht.[6][7]

Folkerts engagiert sich auch für Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21), indem sie an einer Posterkampagne des DS-Infocenters teilnahm. Auf den Postern und Postkarten, die im Oktober 2005 veröffentlicht wurden, ist sie mit Ella Zoch zu sehen, einem Mädchen mit Down-Syndrom, das sie schon seit dessen Geburt kennt. Das Motto der Bilderserie lautet: „Ein Kind mit Down-Syndrom kann dir manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Genau wie jedes andere Kind auch.“

Als Botschafterin von burundikids e.V. unterstützt Folkerts den Bau einer Schule für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten in Burundi. Anfang März 2005 besuchte sie die Einrichtung im Norden der Hauptstadt Bujumbura.[8]

Folkerts hat in zwei Fernsehwerbespots der Aktion Deine Stimme gegen Armut mitgewirkt, die sich für weltweite Armutsbekämpfung einsetzt: Vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 und 2010 gemeinsam mit 12 Schauspielerkollegen aus dem Tatort in einem Spot im Vorfeld des UN-Millennium-Gipfels.[9]

In dem von Folkerts und ihrer Partnerin 2006 ins Leben gerufenen Verein kulturvoll e.V. engagiert sie sich für die kulturelle Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher.[10] Sie ist zudem Mitglied im Bundesverband Schauspiel.[11]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatort-Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Odenthal und Kopper#Folgen

Kinofilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Fernsehfilme und -serien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Klinik des Grauens
  • 1995: Bismarckpolka
  • 2009: Sores & Sîrîn
  • 2015: Rose

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrike Folkerts – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrike Folkerts. (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive) Areion Online
  2. a b Axel Schock, Karen-Susan Fessel: OUT! Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1
  3. SZ-Magazin Nr. 31, 1. August 2014, S. 10
  4. a b Anne-Katrin Löffler: Schauspielerin Ulrike Folkerts über ihren Start bei den Gay Games. In: Der Tagesspiegel, 8. November 2002
  5. Ulrike Folkerts: Schwimmergebnisse am ersten Wettkampftag. eurogames.info, 31. Juli 2004
  6. Im Wald hinterm Haus lauert die Gefahr – Von einer Reise mit Ulrike Folkerts in den Kosovo. Aktionsbündnis Landmine.de, presseportal.de, 20. Juli 2004
  7. „Es ist so absurd!“ Interview mit Ulrike Folkerts handicap-international.de, 11. Juni 2004
  8. Unterstützung burundikids.org, abgerufen 11. November 2006
  9. Ulrike Folkerts im TV-Spot Tatort Afrika. youtube.de
  10. kulturvoll e. V. Website kulturvoll e. V. Abgerufen am 4. März 2014
  11. BFFS-Mitgliederliste, Bundesverband Schauspiel, bffs.de, abgerufen am 2. Dezember 2015
  12. Verdienstkreuz: Bundespräsident ehrt Seyran Ates. In Berliner Morgenpost, 16. Juni 2007 (dpa)