Verbandsgemeinde Grünstadt-Land

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land
Verbandsgemeinde Grünstadt-Land
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land hervorgehoben
Koordinaten: 49° 34′ N, 8° 11′ O
Basisdaten (Stand 2017)
Bestandszeitraum: 1972–2017
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Fläche: 104,84 km2
Einwohner: 19.981 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Verbandsschlüssel: 07 3 32 5003
Verbandsgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Bürgermeister: Dieter Emmer (1972–1984), Werner Beyer (1984–1995), Eugen Ackermann (1996–2010), Reinhold Niederhöfer (2010–2017)
Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen
Lage der Verbandsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim

Die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land war eine Verwaltungseinheit in der Rechtsform einer Gebietskörperschaft im Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz). Der Verbandsgemeinde gehörten 16 eigenständige Ortsgemeinden an, der Verwaltungssitz war in der namensgebenden verbandsfreien Stadt Grünstadt. Diese lag inmitten der Verbandsgemeinde, ohne dass sie ihr angehörte.

Zum 1. Januar 2018 wurde die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land aufgelöst, die zugehörenden Gemeinden wurden der neuen Verbandsgemeinde Leiningerland zugeordnet.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verwaltungsgebiet der Verbandsgemeinde lag im Nordosten der Pfalz (Vorderpfalz). Es erstreckte sich vom nordöstlichen Pfälzerwald im Westen über den Nordteil der Deutschen Weinstraße bei Grünstadt, die im Hügelland des pfälzischen Weinbaugebiets verläuft, bis nach Dirmstein im Osten, wo die Rebenhänge in die Oberrheinische Tiefebene übergehen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde hatte Anteil an drei Landschaftstypen: Mittelgebirge, Grabenbruch und Tiefebene. Der Gebirgsanteil – der Pfälzerwald und seine Ränder Haardt und Leininger Sporn – besteht überwiegend aus Buntsandstein, die ebenen Flächen sind von jungen fluviatilen Sedimenten bedeckt. Die gewaltige Senkungszone des Oberrheingrabens ist an der Erdoberfläche – außer am Grabenrand bei Battenberg und Bobenheim – nicht zu sehen, kann aber geophysikalisch bis in etwa 20 km Tiefe nachgewiesen werden.

Verbandsangehörige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgemeinde Fläche (km²) Einwohner
Battenberg (Pfalz) 5,45 406
Bissersheim 2,57 447
Bockenheim an der Weinstraße 11,24 2.157
Dirmstein 14,67 2.947
Ebertsheim 5,29 1.242
Gerolsheim 4,81 1.731
Großkarlbach 5,26 1.142
Kindenheim 8,96 1.021
Kirchheim an der Weinstraße 8,98 1.905
Kleinkarlbach 2,70 881
Laumersheim 4,86 883
Mertesheim 2,20 420
Neuleiningen 9,07 804
Obersülzen 3,52 618
Obrigheim 10,81 2.605
Quirnheim 4,45 772
Verbandsgemeinde Grünstadt-Land 104,86 19.981

(Einwohner am 31. Dezember 2015)[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land bildete zusammen mit der Stadt Grünstadt und der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim den größten Teil des historischen Leiningerlandes. Die Verbandsgemeinde entstand auf der Grundlage des Dreizehnten Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz vom 1. März 1972, das am 22. April 1972 in Kraft trat. Bis dahin existierten die aus der Pfalz (1816–1946) stammenden Verwaltungsstrukturen. Bei der Verwaltungsreform von 1972 behielten die Ortsgemeinden ihre politische Selbstständigkeit.

Am 24. Februar 2016 beschloss der Landtag Rheinland-Pfalz in seiner letzten Plenarsitzung vor der Landtagswahl ein Gesetz, nach dem die Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim mit Wirkung vom 1. Januar 2018 zur neuen Verbandsgemeinde Leiningerland fusionieren können.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zum Zeitpunkt ihrer Auflösung; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][2]

Jahr Einwohner
1815 11.864
1835 14.226
1871 12.532
1905 13.039
1939 13.601
1950 16.262
Jahr Einwohner
1961 16.622
1970 16.885
1987 17.364
1997 19.568
2005 20.388
2016 20.065

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verbandsgemeinderat Grünstadt-Land bestand aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem. Von 2004 bis 2014, als die Einwohnerzahl über 20.000 betrug, gehörten dem Verbandsgemeinderat 36 Ratsmitglieder an.

Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 11 10 2 1 8 32 Sitze
2009 12 10 2 3 9 36 Sitze
2004 12 12 2 2 8 36 Sitze
1999 13 11 1 1 6 32 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Grünstadt-Land e. V.

Verwaltungsspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war Reinhold Niederhöfer (SPD), der in der Wahl vom 13. Juni 2010 mit 56,4 % der Stimmen auf acht Jahre gewählt wurde.[5]

Seine Vorgänger waren Dieter Emmer (1972–1984), Werner Beyer (1984–1995) und Eugen Ackermann (1996–2010), alle ebenfalls SPD.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen gruenstadt-land.jpg

Das 1973 geschaffene Wappen ist in vier Segmente geteilt bzw. gespalten. Drei davon geben Auskunft über die regionalen Herrschaftsverhältnisse vom Mittelalter bis in die Gegenwart: Rechts oben auf blauem Grund symbolisiert ein nach rechts gewendeter silberner Adler mit roter Bewehrung das Leininger Adelsgeschlecht, links oben auf schwarzem Grund steht, nach rechts gewendet und ebenfalls rot bewehrt, der goldene Löwe der Pfalz (ohne die Kurkrone) als Zeichen der Zugehörigkeit zum Bezirksverband Pfalz, rechts unten liegt diagonal auf schwarzem Grund, mit der Spitze nach rechts oben zeigend, der silberne Schlüssel des Fürstbistums Worms. Links unten auf blauem Grund ist der heutige Haupterwerbszweig zusammen mit der geographischen Lage der Verbandsgemeinde und ihrer Struktur verschlüsselt: Eine goldene Weintraube mit zwei Blättern und 16 Beeren zeigt an, dass die Verbandsgemeinde in den beiden fruchtbaren Talauen von Eck- und Eisbach liegt und 16 Weinbau betreibende Gemeinden umfasst.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b tbss (Timo Benß): Fusion: Grünes Licht für VG Leiningerland. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung. Nr. 47. Ludwigshafen 25. Februar 2016, S. 16.
  2. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2014, Verbandsgemeinderat
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Wahl der Bürgermeister der Verbandsgemeinden