Via Claudia Augusta (Radweg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den neuzeitlichen Fahrradweg Via Claudia Augusta (Radweg); die antike Römerstraße wird unter Via Claudia Augusta beschrieben

 

Via Claudia Augusta
Via claudia augusta bayern.jpg
Gesamtlänge ca. 700 km
Lage Bayern, Tirol, Südtirol, Trentino, Lombardei, Venetien
Startpunkt Donauwörth
Zielpunkt Ostiglia bzw. Venedig
Orte am Weg Augsburg, Landeck, Meran, Trient, Verona
Bodenbelag meist asphaltierte oder geschotterte Radwege
Höhendifferenz Donauwörth: 406 Meter ü.M.
Fernpass: 1216 M.ü.M.
Imst: 827 M.ü.M.
Reschenpass: 1507 M.ü.M.
Quarto d’Altino: 1 M.ü.M.
Schwierigkeit mittel
Verkehrs­aufkommen meist separater Radweg
Anschluss an Donauwörth: Donauradweg und Via Danubia
Halblech: Allgäu-Radweg
Füssen: Bodensee-Königssee-Radweg
Landeck: Inn-Radweg
Reschen: Etsch-Radweg
ADFC-Zertifizierung 4 von 5 Sternen [1]
Webadresse viaclaudia.com

Die Via Claudia Augusta ist ein rund 700 km langer Fernradweg, der vom bayrischen Donauwörth über die Alpen ins italienische Ostiglia am Po bzw. alternativ nach Quarto d’Altino bei Venedig an der Adria führt. Zugleich ermöglicht der Weg eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad. Laut der ADFC-Radreiseanalyse 2013 zählt die Via Claudia Augusta nach dem Donauradweg zum beliebtesten ausländischen Radfernweg.[2]

Grundlage: eine antike Römerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weg orientiert sich großteils am Verlauf der historischen Via Claudia Augusta, einer Römerstraße, die der römische Kaiser Augustus ab ca. 15 vor Christus erbauen ließ.

Kulturelle und touristische Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1990er Jahre wurde die Via Claudia in einer grenzüberschreitenden touristischen und kulturellen Zusammenarbeit wiederentdeckt und revitalisiert. Vor allem für kulturell interessierte Touristen ist die Strecke gedacht: radeln auf alten Spuren und flankiert von geschichtlichen Zeugnissen der römischen Antike, das war die gemeinsame und länderübergreifende Grundidee.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Museen laden unterwegs zur geschichtlichen Vertiefung ein und eröffnen ein Gespür für historisches Reisen und römische Geographie.

Zu nennen sind unter anderem:

Nicht direkt an der Via Claudia Augusta gelegen, aber mit aussagekräftigen Exponaten dazu ausgestattet ist:

Historische Wegführung entlang von römischen und mittelalterlichen Passagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oft folgt gerade der Radweg im Gegensatz zur neuzeitlichen, asphaltierten Autostraße der alten römischen Wegführung. Der geschotterte Fernpassübergang etwa, der sich abseits der viel befahrenen Fernpassstraße befindet, folgt vorwiegend den alten Pfaden der römischen Via Claudia Augusta, sofern sich dieser Weg rekonstruieren lässt. Nicht an allen Orten ist das bislang im Detail ganz zweifelsfrei zu leisten, auch wenn die Grundrichtung nicht bestritten ist.

Hauptartikel: Via Claudia Augusta

Charakteristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn hinter dem Reschensee der 3905 Meter hohe Ortler am Radweg auftaucht, ist einer der alpinen Höhepunkte im Erlebnis des transalpinen Projektes erreicht, zugleich ist der Alpenhauptkamm überschritten

Die Via Claudia Augusta gilt als die für Radfahrer leichteste Alpenquerung in Europa. Damit ist sie auch eine häufig genutzte.

Im Blick auf die Fahrtrichtung kommt für die überwiegende Mehrheit nur die Tour von Norden nach Süden in Betracht. Es gibt in der Gegenrichtung wesentlich mehr steile und auch sehr lange Anstiege, wenn man etwa das Etschtal betrachtet.

In landschaftlicher Hinsicht ist die Via Claudia Augusta ausgesprochen vielseitig:

Bayern: von der Donau ins Ostallgäu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Donauwörth im Donautal und Landsberg prägt das breite und vergleichsweise flache Lechtal die Fahrt. Südlich von Landsberg wird das Voralpenland mit seinen Hügeln und Almen erlebbar.

Nordtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Füssen beginnt im Außerfern schließlich das Hochgebirge mit teilweise anspruchsvollerer Wegführung durch Felslandschaften. Erste Pässe (Kniepass, Ehrenberger Klause und Fernpass) führen zunehmend in die Höhe. Der ab Imst wegbegleitende Inn zeigt sich sodann als ein Gebirgsfluss, der Weg steigt stetig an und führt kurz vor dem Reschenpass für einen kleinen Abschnitt ins Unterengadin. Die Schweiz wird bald wieder verlassen.

Südtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Erreichen des Vinschgaus ist der Alpenhauptkamm überschritten. Somit wird vom Frühjahr bis in den Herbst hinein erster mediterraner Einfluss spürbar. Die Vegetation wird in Südtirol üppiger, ausgedehnte Obstplantagen wechseln sich mit Weingärten ab.

Venetien und Poebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der weitläufigen Po-Ebene wird ein flaches, fruchtbares Tiefland im Norden Italien erreicht, bevor dann zuletzt das Mittelmeer als Ziel in den Blick kommt.

Städte und Orte entlang der Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine detaillierte Auflistung aller wichtigen Ortschaften auf bayrischem, österreichischem und italienischem Gebiet findet sich in der Streckenbeschreibung Orte an der Via Claudia Augusta.

Ausbau und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markierungen und Ausschilderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die antike Via Claudia Augusta als neuzeitliche Fahrradunternehmung am Fernpass

Der Weg ist in weiten Teilen gut für den Radverkehr ausgebaut und touristisch erschlossen, so dass er sich seit seiner Eröffnung zu einer beliebten Transalp für Radfahrerinnen und Radfahrer entwickelt hat.

Die Beschilderung des Radweges fällt sehr unterschiedlich aus. In Bayern ist der Via Claudia Augusta-Radweg durchgehend bis zur Grenze mit quadratischen Tafeln bestückt. Diese sind weiß, darauf sind die drei Bögen der Via Claudia dargestellt, darunter steht in schwarz auf orange Via geschrieben und darunter Claudia Augusta. In Österreich ist die Beschilderung etwas dichter, jedoch sind die Schilder dort kleiner dimensioniert. Außerdem gibt es in Österreich auch Bodenmarkierungen. In Südtirol trifft man auf die Beschilderung des Vinschgau- bzw. Etschtal-Radweges. Im übrigen Italien gibt es nur abschnittsweise Beschilderung für die Via Claudia Augusta.

Zwischen Augsburg und Füssen ist inzwischen durchgehend die neue Beschilderung nach ADFC und FGSV, im Rahmen des INTERREG IIIb-Projektes umgesetzt. In allen Staaten fehlen teilweise die Schilder und Markierungen aufgrund von Vandalismus oder Bauarbeiten.

Pendel- und Shuttlebetrieb mit Fahrradtransport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die österreichische Auffahrt zum Reschenpass nach der Kajetansbrücke, die sogenannte Reschenrampe, ist für den Radverkehr gesperrt; allerdings gibt eine Ausweichstrecke durch das Engadin
Die Via Claudia Augusta folgt in Italien auf weiten Strecken dem abschnittsweise ordentlich ausgeschilderten Etsch-Radweg

Für Radtouristen verkehren über den Fernpass, auf den Reschenpass, zwischen Trento und der Valsugana, von Castelnuovo in der Valsugana ins Hochtal Tesino, über den Passo Croce D'Aune und auf den Praderadego-Pass Shuttlebusse mit Fahrrad-Transportmöglichkeit.

Außerdem betreibt die Via Claudia Augusta einen Shuttle, der die Radfahrer mit ihrem Rad von Italien, entlang der Route, nach Deutschland retour-transportiert. Einstiegsstellen sind: Quarto D'Altino bei Venedig, Verona, Rovereto, Trento, San Michele all'Adige nahe Trento, Bozen und Meran. Wie man die Shuttle über die Pässe und den Shuttle von Italien nach Deutschland bucht, erfährt man auf der offiziellen Homepage des Projektes Via Claudia Augusta.

Alternative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Albrecht-Route, eine alpenüberquerende Mountainbike-Strecke, führt in sieben Tagen durch Hochgebirgsregionen von Garmisch-Partenkirchen nach Torbole an den Gardasee. Sie benutzt dabei revitalisierte Abschnitte der Via Claudia Augusta.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Via Claudia Augusta (Radweg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] auf adfc-tourenportal.de. Abgerufen am 21. August 2017
  2. Die ADFC-Radreiseanalyse 2013 – Zahlen, Daten und Fakten. Website des ADFC. Abgerufen am 11. August 2017.
  3. Martin Aschaber, Günter Guglberger, Karl Sporschill: Brücken in Tirol. Studienverlag, Innsbruck 2010, ISBN 978-3-7065-4957-8, S. 82.
  4. Abteilung Denkmalpflege des Landes Südtirol (Hrsg.): Denkmalpflege in Südtirol 2008. Tappeiner, Bozen 2009, ISBN 978-88-7073-525-3, Kapitel Brücke, S. 152–153 (PDF-Datei).
  5. MountainBIKE-Magazin: Alpencross Garmisch–Riva. Jetzt schon ein Klassiker: Die Albrecht-Route kommt fast ganz ohne Schiebepassagen aus. Ausgabe Juni 2009. Online auf www.mountainbike-magazin.de. Abgerufen am 8. August 2017.