Vico Torriani

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Vico Torriani, 1960
Autogramm von Vico Torriani
Werbeplakat, 1950 (gemalt von Erich Dittmann)
Vico Torriani bei einem TV-Auftritt 1969
Vico Torriani, 1990
Grabstätte von Vico Torriani

Ludovico Oxens „Vico“ Torriani (* 21. September 1920 in Genf; † 26. Februar 1998[1] in Agno) war ein Schweizer Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster und Kochbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schellackplatte Addio Donna Grazia, 1952
Schellackplatte Bella, bella donna, 1953

Torriani wurde als Sohn eines Reit- und Skilehrers geboren und wuchs in St. Moritz und Oberrüti auf. Nach der Schule lernte er Konditor, Koch und später noch Kellner. Bereits als 15-Jähriger gab er private Konzerte. Später betätigte er sich als selbständiger Gastwirt, unter anderem in Basel, und machte sich als Autor von Kochbüchern einen Namen. Zwischen 1978 und 1983 führte Vico Torriani das Restaurant Bonne Auberge am Spalenring in Basel.

Wie erst 2017 bekannt wurde, lebte Vico Torriani gemäss amtlichen Unterlagen zwischen 1929 und 1933 zusammen mit seiner Schwester Sonia als „Kostkind“[2] auf einem Bauernhof in Oberrüti.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 siegte er bei einem Talentwettbewerb und tingelte danach durch ganz Europa. 1949 hatte er in der Schweiz seinen ersten Hit Silberfäden. 1951 kam der erste grosse Erfolg in Deutschland mit Addio, donna grazia. Danach nahm Torriani zahlreiche Schallplatten mit Schlagern in verschiedenen Sprachen auf.

In den 1950er und 1960er Jahren trat er in zahlreichen Musikfilmen, Operetten und Musicals auf. Er gab Gastspiele in vielen Ländern, darunter auch im Iran. 1964 schien seine Plattenkarriere zunächst vorbei. 1966 sang er das Lied der ARD-Fernsehlotterie So schön, so leicht kann unser Leben sein.

In den 1970er Jahren hatte er wieder grosse Erfolge mit volkstümlichen Melodien. Sein grösster Erfolg wurde 1976 La Pastorella, ein Lied, das inzwischen zu den Evergreens der deutschen Unterhaltungsmusik gehört. Das Lied wurde auch von zahlreichen anderen Interpreten aufgenommen.

Fernsehstar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1952 trat er im Fernsehen auf. 1955 war Torriani der erste zu erratende Gaststar in der Ratesendung Was bin ich? bei Robert Lembke. 1958 trat er in der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson (jetzt: Eurovision Song Contest) an.

Er bekam zunächst in der Schweiz, später auch in Deutschland eigene Shows, wie Grüezi, Vico, Hotel Victoria und 1971 die Vico-Torriani-Show,[4] in denen zahlreiche Gaststars auftraten.

Zwischen 1967 und 1970 war er über viele Folgen hinweg Showmaster in der Fernsehsendung Der goldene Schuß im ZDF. 1977 war Torriani in der Tatort-Folge Drei Schlingen mit Hansjörg Felmy als Kommissar Haferkamp zu sehen.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Schlager Capri-Fischer landete er 1982 auf Platz eins der vom Zweiten Deutschen Fernsehen produzierten Musikshow Die schönsten Melodien der Welt. 1995 erhielt er den Bambi Lifetime-Award zusammen mit Caterina Valente und Helmut Zacharias. Im selben Jahr wurde er mit dem Ehren-Prix-Walo ausgezeichnet.[5]

Am 24. Februar 2016 wurde im Hotel Reine Victoria in St. Moritz das Musical Hotel Victoria uraufgeführt. Es basiert auf der gleichnamigen Fernsehserie, die von 1961 bis 1968 von Vico Torriani moderiert wurde.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torrianis Frau Evelyne Torriani-Güntert (* 17. Juni 1930; † 28. April 2010), mit der er seit 1952 verheiratet war,[7] stammte aus Basel. Das Ehepaar hatte die beiden Kinder Nicole und Reto.

Torriani starb 1998 im Alter von 77 Jahren. Seine Witwe berichtete, dass er aus einem Nachmittagsschlaf nicht mehr aufwachte und widersprach damit Presseberichten, er sei an Krebs gestorben.[8] Sein Urnengrab befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Lugano.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[10]
Im Weißen Rößl
  DE 22 15.09.1967 (8 Wo.)
Singles[11]
Granada
  DE 1 1953 (4 Wo.)
Tango der Nacht
  DE 34 01.04.1954 (4 Wo.)
Bon soir, bon soir
  DE 3 01.05.1954 (28 Wo.)
Malaguena
  DE 13 01.11.1954 (12 Wo.)
Tausend Mandolinen
  DE 10 01.11.1954 (28 Wo.)
Grüß mir die Damen aus der Bar
  DE 3 01.09.1955 (28 Wo.)
In der Schweiz
  DE 3 01.11.1955 (24 Wo.)
Zwei Spuren im Schnee
  DE 2 01.12.1955 (20 Wo.)
Domani
  DE 6 01.02.1956 (20 Wo.)
In einer kleinen Konditorei
  DE 25 01.07.1956 (8 Wo.)
Torero
  DE 23 01.04.1957 (8 Wo.)
Verlieb dich in Lissabon
  DE 15 01.04.1957 (8 Wo.)
Mannequin aus Paris
  DE 27 01.07.1957 (4 Wo.)
Siebenmal in der Woche
  DE 1Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/NR1-Link 01.09.1957 (24 Wo.)
Ananas aus Caracas
  DE 3 01.10.1957 (20 Wo.)
Muchacha
  DE 24 01.12.1957 (4 Wo.)
Waikiki
  DE 25 01.03.1958 (4 Wo.)
Loana-Oh
  DE 28 01.06.1958 (4 Wo.)
Schön und kaffeebraun
  DE 3 01.09.1958 (20 Wo.)
Piano
  DE 49 01.10.1959 (8 Wo.)
Ave Maria no morro
  DE 21 01.01.1960 (24 Wo.)
Straße meiner Lieder
  DE 35 01.06.1960 (4 Wo.)
Romantica
  DE 34 01.06.1960 (8 Wo.)
Kalkutta liegt am Ganges
  DE 2 
Gold
Gold
01.07.1960 (24 Wo.) [9]
Sie war nicht älter als 18 Jahr’
  DE 23 01.11.1960 (8 Wo.)
Café Oriental
  DE 8 01.02.1961 (12 Wo.)
Bon soir, Herr Kommissar (Unterwelt-Tango)
  DE 38 01.05.1961 (8 Wo.)
Juanita
  DE 48 01.07.1961 (8 Wo.)
Lebe wohl, kleine Frau
  DE 43 01.09.1961 (8 Wo.)
Hafen-Casanova
  DE 24 01.02.1962 (4 Wo.)
Ching-Ching-Ching (Happy José)
  DE 26 01.06.1962 (8 Wo.)
Renata
  DE 21 01.11.1962 (16 Wo.)
Pepino
  DE 7 01.03.1963 (16 Wo.)
Laß uns mal ein Tänzchen wagen
  DE 33 01.07.1963 (3 Wo.)
Ski-Twist
  DE 27 01.02.1964 (12 Wo.)
Aus jedem Land ein Souvenir
  DE 25 01.09.1964 (8 Wo.)
Auf der Hütt’n (Hey, Hey, Hey)
  DE 27 01.12.1964 (12 Wo.)
  AT 8 15.02.1965 (4 Wo.)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1951: Bolero / In Milano in der Cafèteria (Elite Special 8926, 78rpm)
  • 1951: Silberfäden / Eine kleine Serenade (Elite Special 8927, 78rpm)
  • 1952: Addio, donna grazia
  • 1953: Bella, bella donna / Granada
  • 1953: Du schwarzer Zigeuner
  • 1953: Tango der Nacht (aus „Straßenserenade“) (DECCA, F 43614, 78 rpm)
  • 1953: Bon soir, bon soir (DECCA, F 43650, 78 rpm)
  • 1954: Gitarren der Liebe
  • 1955: In der Schweiz
  • 1955: Zwei Spuren im Schnee
  • 1955: Grüß mir die Damen aus der Bar von Johnny Miller
  • 1956: Die Stunde kommt / Das gewisse O-la-la
  • 1957: Siebenmal in der Woche
  • 1957: Ananas aus Caracas
  • 1957: Sie war ein Mannequin aus Paris
  • 1958: Schön und kaffeebraun
  • 1958: Der Stern von Santa Clara
  • 1960: Kalkutta liegt am Ganges
  • 1961: Bon soir, Herr Kommissar
  • 1961: Café Oriental
  • 1962: Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus
  • 1962: Der Hafen-Casanova
  • 1962: Chi-chica-chi
  • 1963: Pepino
  • 1963: Ski-Twist
  • 1967: Märchenerzähler
  • 1976: La Pastorella
  • 1981: Capri-Fischer
  • 1990: Ich könnt’ ohne Berge nicht leben
  • 1996: Einfach danke / Und der Himmel drückt ein Auge zu

Alben (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Die schönsten Lieder
  • 1987: Grüezi, grüezi miteinander
  • 1990: Zauberwelt der Berge
  • 1991: Zähl' die Freunde, nicht die Jahre
  • 1995: Einfach Danke – Meine 20 größten Hits
  • 1998: Danke Vico – Zur Erinnerung an den legendären Sänger und Entertainer

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Sendungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961–1968: Hotel Victoria (Fernsehshow)
  • 1967–1970: Der goldene Schuss (Fernsehshow)
  • 1971–1972 + 1979: Die Vico Torrani Show (Fernsehshow)

Gastauftritte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960: Goldene Schallplatte für Kalkutta liegt am Ganges
  • 1995: Bambi-Lifetime-Award (zusammen mit Caterina Valente und Helmut Zacharias)
  • 1995: Ehren-Prix-Walo

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Jo Hanns Rösler: Das Vico Torriani Kochbuch. Ich koche mit Liebe und Musik. Verlag Carl Ulrich & Co, 1958.
  • Vico Torriani: Gaumenhits für Feinschmecker. Gloria-Verlag, 1974.
  • Vico Torriani: Alle meine Rezepte, alle meine Erlebnisse. Moewig 1981, ISBN 3-8118-4005-3.
  • Vico Torriani: Nudelfestival – Seine 100 besten Rezepte. Delphin 1988. ISBN 3-7735-5379-X.
  • Vico Torriani: Viva la Pizza. Delphin 1989. ISBN 3-7735-5405-2.
  • Mit Irmtraut Teltau: Cucina Fantastica. Meine Lieblingsgerichte. Delphin Verlag 1990. ISBN 3-7735-5441-9.
  • Gabriela Schöb: Vico Torriani. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 26. Oktober 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vico Torriani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. last.fm
  2. Gemäss Gemeindeverwaltung Oberrüti, 26. August 2019
  3. H. Elias Fröhlich: Vico Torriani (†): Seine traurigen Jahre als Verdingbub In: Glückspost vom 8. März 2017
  4. Fernsehserien.de
  5. Website von Prix Walo, abgerufen am 18. April 2017.
  6. Webseite des Musicals (Memento des Originals vom 24. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musical-hotelvictoria.ch
  7. Vico Torrianis Witwe ist tot in Blick, abgerufen am 24. Februar 2015
  8. SWR Sendereihe Ich trage einen großen Namen, Wiederholung vom 2. August 2015
  9. Günter Ehnert: Hit Bilanz – Deutsche Chart Singles 1956–1980. 1. Auflage. Verlag populärer Musik-Literatur, Norderstedt 2000, ISBN 3-922542-24-7, S. 446.
  10. Vico Torriani Alben. In: Chartsurfer.de. Abgerufen am 18. März 2018.
  11. Vico Torriani Songs. In: Chartsurfer.de. Abgerufen am 18. März 2018.