Wahlsburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wahlsburg
Wahlsburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wahlsburg hervorgehoben
Koordinaten: 51° 37′ N, 9° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 147 m ü. NHN
Fläche: 11,43 km2
Einwohner: 2038 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37194
Vorwahlen: 05572 (05571)
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Mühlbach 15
37194 Wahlsburg
Website: www.wahlsburg.de
Bürgermeister: Jörg-Otto Quentin (parteilos)
Lage der Gemeinde Wahlsburg im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarOberweserOberweserWahlsburgReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Wahlsburg ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Hessen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlsburg liegt im äußersten Norden von Nordhessen an der Weser zwischen den Städten Hann. Münden und Bad Karlshafen. Nördlich erhebt sich der Solling, südlich der Kiffing, hinter dem sich der Bramwald (im Südosten) befindet, jenseits der Weser der Reinhardswald (im Westen bis Süden). Die Gemeinde wird von der Schwülme durchflossen, die von Osten kommend nach Durchfließen des Ortsteils Lippoldsberg in die Weser mündet.

Die Gemeinde Wahlsburg besteht aus den beiden Ortsteilen Lippoldsberg (Sitz der Gemeindeverwaltung) und Vernawahlshausen.

Der Berg Wahlsburg, zwischen beiden Dörfern gelegen, gehört nicht zum Gemeindegebiet von Wahlsburg, sondern zu dem der Nachbargemeinde Oberweser.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlsburg grenzt im Norden an den Flecken Bodenfelde und das gemeindefreie Gebiet Solling, im Osten an die Stadt Uslar (alle drei im Landkreis Northeim in Niedersachsen), im Süden an die Gemeinde Oberweser, im Westen an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Reinhardswald sowie im Nordwesten an Gewissenruh, einen Gemeindeteil von Oberweser (alle im Landkreis Kassel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1059 ließ Erzbischof Luitpold von Mainz eine hölzerne Kapelle am Ort des heutigen Lippoldsberg errichten. Der Ortsteil Vernawahlshausen wurde erstmals im Jahr 1233 als Wahlshusen erwähnt. Der Name wurde später zur besseren Unterscheidung von Wahlshausen geändert, da man weiter vom damaligen Regierungssitz entfernt angesiedelt war. Im 18. Jahrhundert war Vernawahlshausen als größte Leinenbleiche in Hessen bekannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 1. Februar 1971 die beiden Gemeinden Lippoldsberg und Vernawahlshausen zur Gemeinde Wahlsburg zusammen.[2] Der Name entstammt der karolingischen Fliehburg, deren nahezu vollständig abgetragene Ruine zwischen beiden Ortsteilen liegt.

Der Wahlsburger Gemeindeteil Lippoldsberg ist seit 1980 staatlich anerkannter Luftkurort.

Am 28. Oktober 2018, parallel zur hessischen Landtagswahl, stimmte eine Mehrheit der Bürger von Wahlsburg im Rahmen eines Bürgerentscheids für die Fusion mit der Nachbargemeinde Oberweser. Die Bürger von Oberweser stimmten in einem parallel stattfindenden Bürgerentscheid ebenfalls für den Zusammenschluss.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
  
Insgesamt 15 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 49,2 8 47,9 7 43,9 7 46,8 7
FWG Freie Wahlgemeinschaft Wahlsburg 48,9 7 43,5 7 41,9 6 28,5 4
GLW Grüne Liste Wahlsburg 8,5 1 6,6 1 5,5 1
EBW Einzelbewerber 1,8 0
LEB Liste Einzelbewerber 7,6 1 6,5 1
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 12,7 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 53,6 48,9 52,8 77,3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg-Otto Quentin wurde am 25. Februar 2007 mit 71,1 % wiedergewählt (erstmals gewählt am 1. April 2001). Im März 2013 wurde Quentin wieder im Amt bestätigt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Wahlsburgs zeigt auf der linken Seite eine weiße Säule auf rotem Grund als Symbol für die Klosterkirche von Lippoldsberg. Auf der rechten Seite wird weißer Leinen auf grüner Wiese in geschwungenen weißen und grünen Linien abgebildet, als Zeichen für die historische Bedeutung der Leinenbleiche in Vernawahlshausen zu früheren Zeiten.

Die Gestaltung des Wappens lag in den Händen des Heraldikers Heinz Hartung aus Hannoversch Münden.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Georges-de-Montaigu (Frankreich)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wahlsburg ist Mitglied der Deutschen Märchenstraße und hat als Märchenfigur das tapfere Schneiderlein.[8]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werkstatt und Museum im Schäferhaus (OT Lippoldsberg)
  • Museum im Wasserkraftwerk (OT Lippoldsberg)

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Klosterkirche Lippoldsberg finden monatlich wechselnde Konzerte und Veranstaltungen statt. Feste Termine sind das Karfreitagskonzert und die Adventsmusik (3. Advent).

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klosterkirche St. Georg und St. Maria in Lippoldsberg zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken des 12. Jahrhunderts. Sie wurde um 1142 bis 1153 erbaut. Der außen schlichte, ungegliederte Buntsandsteinbau besitzt innen eine gewölbte kreuzförmige Pfeilerbasilika quadratisch gebundenen Systems und ein doppeltürmiges Westwerk. Der Taufstein stammt aus dem 13. Jahrhundert. In der vernawahlshäuser Pfarrkirche St. Margarethen aus dem 11. Jahrhundert sind noch heute Reste der gotischen und romanischen Wandmalerei zu sehen, die in den letzten Jahren aufwendig restauriert wurden.

Die katholische Kirche St. Maria Goretti wurde 1957 am nördlichen Ortsrand von Lippoldsberg erbaut. In der katholischen Kirche Zur Heiligen Familie in Vernawahlshausen, 1966 am Alten Stadtweg errichtet, finden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zu Ostern Osterfeuer in beiden Ortsteilen
  • Fahrradmarkt am dritten Wochenende im April im Ortsteil Lippoldsberg.
  • Kirmes im Ortsteil Vernawahlshausen (letztes Wochenende im August).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wahlsburg liegt an der B 80.

Der Ortsteil Vernawahlshausen hat einen Bahnhalt an der Bahnstrecke Göttingen–Bodenfelde.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Arbeitgeber der Gemeinde Wahlsburg ist mit über 300 Beschäftigten[9] heutzutage die im Höhenzug Kiffing auf 200 bis 220 m Höhe gelegene „Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gGmbH“, zu dem bis Ende November 2012 auch ein Berufsförderungswerk gehörte.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Lippoldsberg
  • Ergoschule Lippoldsberg (vormals: Arbeits- und Beschäftigungstherapie)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Märchenfähre verbindet Lippoldsberg mit dem Vorwerk.
  • Der Weserradweg verläuft von Hann. Münden bis Cuxhaven und führt direkt an Lippoldsberg (Fahrradservice) vorbei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wahlsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wahlsburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  3. Bürgerentscheid zur Fusion. Abgerufen am 11. November 2018.
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/daten/direktwahlen/wahlsburg/index.html
  8. Wahlsburg - Weser-Überquerung mit der Märchenfähre Website des Vereins Deutsche Märchenstraße e.V. mit Kurzbeschreibung von Wahlsburg.
  9. Drei Monate Geld für 340 Mitarbeiter HNA-Artikel vom 22. März 2012
  10. Reha-Zentrum schließt Berufsförderungswerk HNA-Artikel vom 16. August 2012