Lohfelden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lohfelden
Lohfelden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lohfelden hervorgehoben

Koordinaten: 51° 17′ N, 9° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 16,57 km2
Einwohner: 14.220 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 858 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34253
Vorwahlen: 0561, 05608, 05605
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lange Straße 20
34253 Lohfelden
Website: www.lohfelden.de
Bürgermeister: Uwe Jäger (SPD)
Lage der Gemeinde Lohfelden im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarWesertalReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Lohfelden ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel, sie liegt im Einflussbereich des direkt benachbarten Oberzentrums Kassel, mit dem sie auch Industrie- und Neubaugebiete teilt. Die historischen Ortskerne von Crumbach und Vollmarshausen werden durch Fachwerkhäuser geprägt und stehen als Gesamtanlagen unter Denkmalschutz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Vollmarshausen und Ochshausen fließt der Wahlebach (Fahrenbach). An Lohfelden grenzt südlich die Söhre, eine bewaldete Mittelgebirgslandschaft. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich große Sandvorkommen, in unterschiedlichen Gruben finden sich u. a. Mauersand, Putzsand und Streusand. Ein Teil der Gruben wurde mit Erdaushub und Bauschutt verfüllt und bildet heute den Berg Tannenkopf.[2] Alle drei historischen Ortskerne befinden sich in Tallagen von Bächen, Vollmarshausen und Ochshausen am Wahlebach, Crumbach am Wälzebach.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als neue Ortsmitte wurde zwischen Crumbach und Ochshausen die Hauptstraße angelegt, südlich davon ist die Lange Straße, die am Rathaus endet, wo sich auch die Mehrzweckhalle und die Gesamtschule befinden. Zwischen den Ortsteilen Crumbach und Lohfelden gibt es einen Park mit dem Namen „Grüne Mitte“. Aufgrund der Größe der Gemeindefläche ist nur in den alten Ortskernen verdichtet gebaut, Lohfelden ist allgemein eher von großzügigen Straßen mit Wohnbebauung sowie angrenzenden Gewerbegebieten und Grünflächen geprägt. Die Wohnbebauung geht übergangslos in Kassel (Forstfeld) und Kaufungen (Papierfabrik) über, ebenso das Gewerbegebiet mit Kassel-Waldau.

Lohfelden als Vorort von Kassel (besiedelte Fläche orange)
Lage der Ortsteile

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lohfelden besteht aus den Ortsteilen Crumbach, Ochshausen und Vollmarshausen sowie den beiden Industriegebieten Kassel-Waldau und dem Lohfeldener Rüssel, welche zum großen Teil auf Gemeindegebiet liegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohfelden/Vollmarshausen grenzt im Nordwesten an die kreisfreie Stadt Kassel, im Nordosten und Osten an die Gemeinde Kaufungen, im Süden an die Gemeinde Söhrewald, im Westen an die Gemeinde Fuldabrück (alle drei im Landkreis Kassel). Die Gemeinde wird zur „urbanen Zone“ der Stadt Kassel gezählt[3].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Söhrestraße in der Siedlung

Im 10. und 11. Jahrhundert wurden die gerodeten Flächen östlich um Kassel an Kolonisten vergeben, die Felder und Grundstücke wurden in Erbpacht vergeben[4]. Später wurden diese vom Kaiser an Klöster verschenkt. Das Stift St. Alban vor Mainz besaß 1008 Rechte in Crumbach[5] im 14. und 15. Jahrhundert dann der Mainzer Erzbischof, das Stift Kaufungen, die Klöster Weißenstein und Ahnaberg, das St. Martinsstift und das Karmeliterkloster.[6] Die drei Orte Vollmarshausen, Crumbach und Ochshausen hatten einen gemeinsamen Gerichtsplatz an der Linde in Vollmarshausen.

Die Landwirte in den drei Ortschaften waren überwiegend Nebenerwerbslandwirte und erzielten ihren Lebensunterhalt als Handwerker. Ursache der geringen Bedeutung der Landwirtschaft für die lokale Wirtschaft war das Erbrecht, das eine Teilung des Landes ermöglichte. Häufig wurde nur für den Eigenbedarf Landwirtschaft betrieben.[7] Mit der Gründung einer großen Schlosserei begann bereits ab 1750 die Industrialisierung. Die Brüder Grimm besuchten die drei Ortschaften in den 1820er Jahren; eine Zeichnung von Ludwig Emil Grimm die das spätsommerliche Crumbach zeigt, ist von 1821 erhalten[8], eine weitere Zeichnung lässt sich auf die Kirche von Vollmarshausen zuordnen[9].

Bereits um 1850 wandelten sich die bisher ländlich geprägten Orte und die Verstädterung begann. Ein Teil der Bevölkerung bevorzugte fortan, in Kasseler Betrieben zu arbeiten, oder richtete sich unternehmerisch nach dort aus. Das spätere Höfesterben hatte daher kaum wirtschaftliche Folgen. 1912 wurde die Söhrebahn in Betrieb genommen.

Am 1. Juni 1941 wurden die beiden Gemeinden Crumbach und Ochshausen durch Beschluss des Oberpräsidenten in Kassel zur neuen Gemeinde Lohfelden zusammengeschlossen. Der Name geht auf die Flurbezeichnungen „Auf dem Loh“ und „Lohfeld“ zurück. Diese bezeichnet die Gärten und Fluren zwischen Crumbach und Vollmarshausen[10]. Auf dem Gebiet der Gemeinde, am damaligen Kasseler Flugplatz befand sich die Fieseler Flugzeugbau Kassel, bekannt für den Bau des Fieseler Storchs. Bis heute erinnert daran die Straße Am Fieseler Werk.

Zwischen den beiden Ortsteilen entstand die Siedlung, diese war bereits 1919 geplant und wurde dann Ende der 1930er Jahre nach Entwürfen von Hannsgeorg Oechler realisiert.[11] Die architektonische Ausführung war als großstädtische Gartenstadt mit klassizistischen Zitaten. Grund für die Planung war die Entwicklung Lohfeldens zu einem Kasseler Vorort. Im Endausbau sollte die Siedlung 12.000 Einwohner haben und auch ein Kreiskrankenhaus beherbergen. Bewusst wurden Flächen im Fuldatal Richtung Kassel freigehalten, um zukünftige Naherholungsgebiete nicht durch ein Häusermeer zu stören. Letztendlich zerschnitt der Autobahnbau (die heutige A 7) den uneingeschränkten Zugang zu diesen Flächen. Zwar wurde noch 1951 ein Rathaus eingeweiht, der Zweite Weltkrieg hatte jedoch die ambitionierten Pläne einer großen Gartenstadt obsolet gemacht. 1966 wurde die Söhrebahn eingestellt und die Trasse zu einem Radweg und zu Grünflächen umgebaut.

In Lohfelden betrieb die Deutsche Bundespost von 1961 bis 1964 den Grundnetzsender Kassel für das zweite Fernsehprogramm. Mit der Inbetriebnahme des Senders Söhrewald erfolgte die Stilllegung der Anlage und die Demontage des 50 m hohen Stahlgittermasts. Der Straßenname Am Sender erinnert noch an den Standort, an dem sich heute ein kleinerer Stahlgittermast für den Mobilfunk befindet.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die Gemeinden Vollmarshausen und Lohfelden freiwillig zur Großgemeinde Lohfelden.[12][13] Das neue Rathaus wurde an der Lange Straße zwischen dem bisherigen Lohfelden und Vollmarshausen gebaut. Kassel strebte die Eingemeindung des reichen Vororts an und reichte entsprechende Anträge beim Innenministerium ein. Mit zwei Abstimmungen (eine im Gemeinderat und eine in einer öffentlichen Bürgerversammlung) konnte Lohfelden einen gegenteiligen Volkswillen nachweisen[14], musste jedoch im Gegenzug 1975 einige Gemarkungen an Kassel abtreten.[15] Zusammen mit der Stadt Kassel wurden 1971 und 2009 zwei Gewerbegebiete erschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Kassel hat generell einen Rückgang der Bevölkerungszahlen zu verzeichnen. Demhingegen ist Lohfelden mit knapp über 6 % nach Baunatal die Gemeinde mit dem zweitgrößten Bevölkerungsanstieg von 1995 bis 2006. Beide Orte sind auch die einzigen, die in der Region ein kontinuierliches Wachstum aufweisen.[16]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche in Ochshausen um 1910
Die katholische St. Johannes Bosco-Gemeinde an der Langen Straße

Offiziell wurde 1526 mit der Homberger Synode die Reformation eingeführt. Es gibt die Evangelische Kirchengemeinde Lohfelden für die Ortsteile Crumbach und Ochshausen und die Evangelische Kirchengemeinde Vollmarshausen. Seit 1982 gehört der östliche Teil des Kirchenkreises Kassel-Land zum Kirchenkreis Kaufungen. Die expandierende Industrie von Kassel führte zu einem Zuzug von Katholiken, so aus dem Westerwald und dem Saarland. Ab 1939 fanden katholische Gottesdienste in der evangelischen Kirche in Crumbach statt, zu Weihnachten 1949 wurde die neue Kirche St. Johannes Bosco eingeweiht, 1977 folgte ein Neubau der von Josef Bieling entworfen worden war.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[18][19]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,0 19 56,1 21 66,2 24* 69,6 26
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,1 9 22,4 8 25,8 10 22,4 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,9 4 12,5 5 5,9 2 5,7 2
ULL Unabhängige Liste Lohfelden 14,0 5 8,1 3 2,2 1
FDP Freie Demokratische Partei 0,8 0 2,4 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,1 45,5 47,3 54,8
Das Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Lohfelden neben dem Bürgermeister neun ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 1. Juni 2016 Uwe Jäger (SPD).[20][21] Seine Amtsvorgänger waren

  • bis 2016 Michael Reuter (SPD)
  • bis 2004 Bernhard Blank (SPD)
  • bis 1992 Walter Knoche (SPD)
  • bis 1970 Gerhard Kühne (SPD)
  • bis 1965 Wilhelm Richter (SPD)
  • bis 1952 Heinrich Malsch (SPD)
  • 1945 bis 1950 Paul Althans (SPD)

Anmerkung: Die Bürgermeister bis 1970 beziehen sich nur auf die Altgemeinde (Crumbach und Ochshausen), anschließend auch auf den Ortsteil Vollmarshausen.

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2009 hatte Lohfelden kontinuierlich einen ausgeglichenen Haushalt. Erstmals für 2010 wurde ein Haushalt vorgestellt, der nicht ausgeglichen ist. Von den 24,5 Millionen Euro wurden 1,5 Millionen aus der Reserve entnommen, die somit bis auf 1 Million aufgebraucht wurde. Die größten Einzelposten waren die Erschließung des Neubaugebietes Lindenberg, die Kanalsanierung, Baumaßnahmen im Bereich Freibad/Panorama und Straßenerneuerungen. Ursache war ein unerwarteter Rückgang der Gewerbesteuer um 3 Millionen Euro.[22]

Ein Jahr später wurde das ursprünglich geplante Defizit von 1,1 Millionen Euro mit einem Überschuss von 142.000 Euro abgeschlossen, ein Vertrag mit Kassel nach Abtretung von Flächen hatte zwar nur 35 Jahre Laufzeit an Beteiligung an Gewerbesteuer, jedoch begann dieser (und endete somit) ein Jahr später als angenommen, wie der Gemeindekämmerer nachforschte.[23]

Im Oktober 2012 wurde für das ablaufende Jahr ein Überschuss von 490.000 Euro gemeldet[24]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohfelden unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Januar 1967 wurde der Gemeinde Lohfelden ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In von Gold und Grün geteiltem Schild drei (1:2) göpelförmig gestellte Eichenblätter in verwechselten Farben.[25]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der drei Altdörfer Crumbach, Ochshausen und Vollmarshausen wird mit dem ECO-Pfad Kulturgeschichte Lohfelden erschlossen, an dem entlang Hinweistafeln angebracht sind. Insgesamit gibt es am ARS Natura x-Weg 8 Kunstwerke auf dem Gemeindegebiet. Mit dem „Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“ ist Lohfelden an den Märchenlandweg angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile Crumbach und Vollmarshausen sind je vom Denkmalschutz als Gesamtanlage eingestuft[26], darüber hinaus sind 33 Bauten in Vollmarshausen auch Kulturdenkmäler.

Quelle: Eco Pfad Kulturgeschichte Lohfelden[27]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lohfelden gibt es insgesamt 5 Naturdenkmale, allesamt davon Bäume[28].

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FSC Lohfelden
  • Die Freie Sport- und Kulturgemeinschaft (FSK) Lohfelden bietet viele verschiedene Sportarten an. Dazu gehören unter anderem Fußball, Turnen, Leichtathletik, Badminton, Tennis, Tanzen, Tischtennis, Wintersport und Handball.
  • FSK Vollmarshausen
  • HSG Lohfelden Vollmarshausen, Handball

Lohfelden in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Roman Bis zum Ende der B-Seite von Jamal Tuschick ertrinkt ein Kind im Lohfeldener Freibad.[29]
  • Gleich in zwei Werken von Matthias P. Gibert kommt Lohfelden vor: Im Krimi Nervenflattern „entpuppte sich die Adresse in Lohfelden im Kasseler Südwesten als ein einsames Zweifamilienhaus am Ende einer Sackgasse.“[30] In Zirkusluft: Lenz' dritter Fall geht es um einen Tatverdächtigen der zeitweise in Lohfelden gemeldet war.

Zwei Volksmärchen haben ihren Ursprung oder Bezüge zu Lohfelden-Crumbach: Die Erscheinung in Crumbach[31] und das Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ort ist die Geranie Storchenschnabel Lohfelden benannt (Geranium cantabrigiense Lohfelden) diese wurde von dem Staudengärtner Heinz-Richard Klose gezüchtet, nach dem die Viola Klose benannt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Söhreschule
Die Mehrzweckhalle

Schulen/Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohfelden besitzt zwei Grundschulen, die Regenbogenschule in Crumbach und die Grundschule Vollmarshausen. Außerdem befindet sich in Ochshausen eine Gesamtschule (Söhreschule). Des Weiteren sind in Lohfelden fünf Kindergärten, zwei Kinderhorte, zwei Altenwohnheime und ein Alten- und Pflegeheim zu finden.[32] (Stand 31. Dezember 2007)

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohfelden besitzt vier Sporthallen und zwei Fußballstadien:

  • die 2003 erbaute Mehrzweckhalle in der Langen Straße
  • die Sporthalle der Söhreschule
  • die Wilhelm-Richter-Halle der Regenbogenschule
  • die Sporthalle Vollmarshausen
  • das Nordhessenstadion (ein Rasenplatz, zwei Kunstrasenplätze)
  • den Fußballplatz Vollmarshausen (ein Rasenplatz, ein Kunstrasenplatz, ein "Bolzplatz")

Weiterhin gibt es in Lohfelden ein Freibad und ein kleines Hallenbad in der Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autohof Lohfeldener Rüssel

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nord-Sürd Richtung führt die A 7 an Lohfelden vorbei, es zweigen ab die A 44 am Dreieck Kassel Süd und die A 49 am Kasseler Kreuz Mitte. Die A 7 trennt Kassel vom östlich gelegenen Lohfelden. Nördlich führt die B 7 Richtung Kaufungen. Die Autobahnraststätte Kassel Ost liegt auf Gemeindegebiet, ebenso der Autohof Lohfeldener Rüssel.

Lohfelden ist über Hauptverkehrsstraßen mit den Nachbarkommunen Kassel (Waldau), Kaufungen (Niederkaufungen), Söhrewald (Wellerode) und Fuldabrück (Bergshausen) direkt verbunden. Die Entfernung zum Zentrum Kassels beträgt 5,5 km.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führte bis 1966 die Söhrebahn. Die Reaktivierung der zum Radweg umgestalteten Trasse nach Vollmarshausen als Straßenbahn wurde von der Gemeinde abgelehnt. Kritikpunkte am alten Plan von 1998 sind die nur teilweise Anbindung des Ortes, eine Alternative ist bei der Neudiskussion seit 2010 die Weiterführung über Vollmarshausen nach Söhrewald, so dass auch Buslinien ersetzt werden können.[33]

Seit 1983 führt ein Industriestammgleis in das Industriegebiet. 2001 wurde dort ein Güterverkehrszentrum (GVZ) errichtet, welches 2004 eine Umschlagsleistung von 11.841 Waggons erreichte.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinien 35 und 37 der DB Regio Bus Mitte fahren zu Hauptverkehrszeiten im 7–8-Minuten-Takt nach Lohfelden. Die Fahrtzeit vom Königsplatz nach Vollmarshausen mit der Linie 37 beträgt 25 Minuten.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 19. Jahrhundert fand der Strukturwandel von einem ländlichen geprägten Gebiet zu einer städtischen Besiedelung statt. Bisherige Landwirte stellten sich auf die Bedürfnisse der jungen Industrie und Werkstätten ein. In Crumbach wurde die Crumbacher Müle errichtet, von der aus Kassel mit Mehl versorgt wurde. Lange Zeit waren die Fieseler-Werke ein wichtiger Arbeitgeber, nach 1945 entstand in der Nähe der heutigen Ortsmitte die Maschinenfabrik Adam Richter, nach Verkauf der Firma an die Quandt Gruppe übernahm Alstom das Gelände und produzierte chemische Anlagen, 2011 erwarb es die ZEED New Energy GmbH.[34] Von 1985 bis 1991 fertigte die ERK Solartechnik Elektrofahrzeuge in Lohfelden.

1971 begann die Entwicklung des Gewerbegebietes Kassel-Waldau, welches überwiegend auf dem Gebiet der Gemeinde liegt. Von 1665 Beschäftigten im Jahr 1975 stieg die Zahl bis 2002 auf 4100.[35] Ab 2009 erfolgte erneut mit der Stadt Kassel die Erschließung eines zweiten Gewerbegebiets, dem Lohfeldener Rüssel. Der Begriff geht auf den Beginn der A 49 zurück, der umgangssprachlich so bezeichnet wird. Bekannt ist dieser auch durch den gleichnamigen Autohof. Im neuen 205.000 m² große Gewerbegebiet haben sich u. a. Maschinenbaubetriebe, Hotels und LKW-Servicecentren angesiedelt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Lohfelden berichtet die Tageszeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine. In Lohfelden erscheint seit 1981 Blickpunkt Lohfelden, der auch Bekanntmachungsblatt der Gemeinde ist und wöchentlich kostenlos an alle Haushalte der Gemeinde verteilt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lohfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten, S. 145 1996
  3. H. Schroedel, in: Akademie für Raumforschung und Landesplanung: Zur Abgrenzung und inneren Gliederung städtischer Siedlungsagglomerationen, S. 142, 1976
  4. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten, S. 83 1996
  5. Mainzer Urkundenbuch, Band 1: Die Urkunden bis zum Tode Erzbischofs Adalberts I. (1137), bearbeitet von Manfred Stimming, Darmstadt 1932 (ND 1972), Nr. 439.
  6. Streifzüge durch 900 Jahre Ortsgeschichte Crumbach und Ochsenhausen 1102–2002, herausgegeben vom Gemeindevorstand der Gemeinde Lohfelden, 2001.
  7. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten, S. 269 1996
  8. Walter Reuter: Ein Spätsommertag 1821 in Crumbach, in Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, 1991
  9. Ludwig Emil Grimm: Zeichnungen und Gemälde: Werkverzeichnis (S. 375?)
  10. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten, S. 17 1996
  11. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten. 1996, S. 279
  12. Zusammenschluss der Gemeinden Lohfelden und Vollmarshausen im Landkreis Kassel zur Gemeinde „Lohfelden“ vom 13. November 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 48, S. 2253, Punkt 2249 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,6 MB]).
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 400.
  14. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer - ein Ort. Geschichte und Geschichten, S. 346 1996
  15. Festschrift
  16. Michael Glatthaar: Stadtregionale Verbände. Lösung des Steuerungsdilemmas in schrumpfenden Regionen. S. 68 Quelle Statistik Hessen
  17. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  18. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  19. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  20. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Lohfelden
  21. Verabschiedung und Einführung des Lohfeldener Bürgermeisters
  22. HNA: Es fehlen 1,5 Millionen Euro, Artikel vom 19. Dezember 2009.
  23. HNA: Schwarze Zahlen in Lohfelden, vom 31. Oktober 2011.
  24. HNA: Überschuss von 490.000 Euro in Lohfelden, vom 28. Oktober 2012.
  25. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Lohfelden, Landkreis Kassel, Regierungsbezirk Kassel vom 13. Januar 1967. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 5, S. 154, Punkt 107 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,4 MB]).
  26. Denkmalgeschützte Anlagen nach Kreisen
  27. Eco Pfad Kulturgeschichte Lohfelden
  28. Junge Riesen (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive)
  29. Jamal Tuschick: Bis zum Ende der B-Seite, Suhrkamp 2003
  30. Matthias P. Gibert: Nervenflattern, S. 282, 2007
  31. Burckhard Garbe: Die schönsten Sagen aus Hessen, 2017
  32. Lohfelden Gemeindeinformationen Statistik (Memento vom 7. April 2012 im Internet Archive)
  33. HNA: Straßenbahn nach Lohfelden. Entscheidung über Machbarkeitsstudie fällt im Herbst, vom 22. März 2010.
  34. HNA: Millionen-Projekt: ZEED GmbH errichtet Zentrum für erneuerbare Energien, vom 2. November 2011.
  35. Gewerbegebietes Kassel-Waldau (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today)