Warta Poznań

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Warta Poznań
Warta Poznan.svg
Basisdaten
Name Klub Sportowy Warta Poznań
Sitz Posen
Gründung 15. Juni 1912
Farben grün-weiß
Präsident PolenPolen Marek Łbik
Website wartapoznansa.pl
Erste Mannschaft
Cheftrainer TschechienTschechien Petr Němec
Spielstätte Stadion przy Drodze Dębińskiej
Plätze 2.500
Liga 1. Liga
2018/19 13. Platz
Heim
Auswärts
Warta Poznań 2011

Warta Poznań (offiziell Klub Sportowy Warta Poznań) ist ein Sportklub aus der polnischen Stadt Posen (polnisch Poznań), dessen Fußball-Abteilung zweimal Landesmeister wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahr 1912, als Posen noch zu Preußen gehörte, unter seinem heutigen Namen gegründet und ist somit zehn Jahre älter als der in den vergangenen Jahrzehnten sportlich erfolgreichere Lokalrivale Lech Posen. Der Clubname hat mehrere Bedeutungen: Er bezieht sich einerseits auf die Warthe (polnisch: Warta), an der Posen liegt, andererseits bedeutet er auf deutsch "Wache". Gemeint war damit nach dem Selbstverständnis der Vereinsgründer die Sorge um das Polentum. So trug der Verein regelmäßig Partien gegen andere polnische Vereine aus, darunter gegen Wisła in Krakau, das bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn gehörte.[1]

Der Verein gehörte 1927 zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Liga, der höchsten polnischen Spielklasse. 1929 errang er erstmals den Meistertitel. Dieser Titel war allerdings überaus umstritten, denn die Entscheidung darüber war nicht auf dem Sportplatz gefallen, sondern erst nach dem Ende der Saison am grünen Tisch: Im Nachhinein wurde ein verlorenes Spiel gegen Union Touring Łódź als Sieg für Warta gewertet, da die Łódźer einen Spieler ohne Lizenz eingesetzt hatten. So rückte Warta auf den ersten Platz der Liga vor, der neue Meister hatte lediglich einen Punkt Vorsprung vor Garbarnia Kraków, gegen die er kurz zuvor 1:5 verloren hatte.[2]

Hinter dem Verein standen nationalpatriotisch ausgerichtete Gruppierungen, allerdings spielten in ihm auch Angehörige der deutschen Minderheit, darunter der Torjäger Friedrich Scherfke und der Mittelfeldspieler Alexander Schreier, der wiederholt zu Lehrgängen der Nationalelf eingeladen wurde, aber letztlich nicht zum Einsatz kam.[3] 1937 forderte der Warta-Vorstand den Ausschluss jüdischer Vereine von der Meisterschaft.[4]

Nach dem deutschen Einmarsch in Polen und dem Wiederanschluss Posens an das Deutsche Reich im Oktober 1939 wurde der Verein aufgelöst. Scherfke und Schreier traten nun für den neugegründeten 1. FC Posen an, dem nur Deutsche angehören durften.[5] Den Polen war dagegen jeder organisierte Sport verboten.[6] Mehrere Warta-Spieler sollten zur Zwangsarbeit in das "Altreich" deportiert werden, doch gelang es Scherfke, der 1940 vorübergehend das "Fachamt für Fußball" in der neuen deutschen Sportverwaltung leitete,[5] sie von den Deportationslisten streichen zu lassen, darunter die früheren Nationalspieler Marian Fontowicz und Bolesław Gendera. Auch warnte er ehemalige Clubkameraden, die dem polnischen Widerstand angehörten, vor Aktionen der SS.

Einige der Spitzenspieler von Warta nahmen während der deutschen Besatzung an der inoffiziellen Stadtmeisterschaft teil, die konspirativ auf Sportplätzen am Stadtrand und im Umland ausgetragenwurde.[7][8] Mehrere Warta-Spieler kamen in deutsche Konzentrationslager. Im KZ Auschwitz I fanden die früheren Nationalspieler Marian Einbacher und Adam Knioła den Tod.

Nach dem Abzug der Wehrmacht wurde der Club im Februar 1945 neu gegründet.[9] 1947 gewann Warta zum zweiten und vorerst letzten Mal den Meistertitel. Zur Erfolgsbilanz gehören auch die Vizemeisterschaften der Jahre 1922, 1925, 1928, 1938 und 1946.

1950 stieg sie aus der höchsten polnischen Spielklasse ab. Im selben Jahr wurde Warta, die in den Augen der neuen kommunistische Führung der Club des politischen Gegners der Vorkriegszeit war, mit dem Betriebsclub des Maschinenbaukombinats HCP zwangsvereinigt, der neue Club hieß Stal Poznań. Nach dem kurzen politischen Tauwetter des Jahres 1956 wurde der alte Name wieder eingeführt, doch war der Club weiter auf die Finanzierung durch HCP angewiesen. Die regionale politische Führung favorisierte allerdings den Lokalrivalen Lech.[10]

Einen vorübergehenden Aufschwung nahm Warta erst Anfang der 1990er Jahre. 1993 gelang der Aufstieg in die Ekstraklasa. 1995 stieg man jedoch wieder ab und spielte danach nur noch in der zweiten und dritten Liga. 2007 gelang der Aufstieg aus der dritten Liga.

Im Januar 2011 geriet der Verein in die Schlagzeilen der Presse, als das Fotomodell und frühere polnische „Playmate des Jahres“ Izabella Łukomska-Pyżalska zur Clubpräsidentin gewählt wurde.

In der Saison 2012/13 stieg Warta wieder in die 2. Liga ab[11] und erhielt dort in der folgenden Saison keine Lizenz und musste somit in die 3. Liga absteigen.[12] In der Saison 2014/15 wurde der Verein zwar Erster der 3. Liga, scheiterte jedoch in den Aufstiegsspielen an Polonia Bytom.[13] In der nächsten Saison schaffte man dann den Aufstieg gegen Garbarnia Kraków und in der Saison 2017/18 den Aufstieg in die zweitklassige 1. Liga.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenteam spielt in der höchsten polnischen Liga und erreichte in der Saison 2010/11 den dritten Platz.

  • Polnischer Feldhockeymeister der Herren: 1963, 1965, 1967, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973, 1975, 1976, 1980
  • Polnischer Hallenhockeymeister der Herren: 1964, 1969, 1970, 1971, 1973, 1975, 1976, 1979, 1982
Europapokalbilanz Herren Feld[14]
Jahr Wettbewerb Niveau Platz Ort
1969 Club Champions Cup 1 5 Brüssel
1971 Club Champions Cup 1 12 Rom
1973 Club Champions Cup 1 6 Frankfurt am Main
1974 Club Champions Cup 1 7 Utrecht
1976 Club Champions Cup 1 11 Amsterdam
1977 Club Champions Cup 1 8 London
1981 Club Champions Trophy 2 4 Rom

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 75 lat Poznańskiego Okręgowego Związku Piłki Nożnej 1921-1996. Poznań 1996, S. 21.
  2. Posener Tageblatt, 21. Dezember 1929, S. 7.
  3. Przegląd Sportowy, 31. August 1939, S. 1. http://buwcd.buw.uw.edu.pl/e_zbiory/ckcp/p_sportowy/1939/numer070/imagepages/image1.htm
  4. R. Gawkowski/J. Rokicki, Stosunki polsko-żydowskie w sporcie II RP, in: Parlamentaryzm, konserwatyzm, nacjonalizm. Warszawa 2010, S. 236.
  5. a b Der Kicker, 18. Juni 1940, S. 23.
  6. Stanisław Chemicz: Piłka nożna w okupowanym Krakowie. Kraków 1982, S. 200.
  7. Gazeta Wyborcza (Wielkopolska), 23. August 2011, S. 20. http://poznan.wyborcza.pl/poznan/1,36001,10155716,Niemiecki_pilkarz__gwiazda__Warty___Po_1939_r__gral.html?as=2
  8. 60-lecie piłkarstwa wielkopolskiego. Poznań 1969, S. 46.
  9. 60-lecie piłkarstwa wielkopolskiego. Poznań 1969, S. 50.
  10. 75 lat Poznańskiego Okręgowego Związku Piłki Nożnej 1921-1996. Poznań 1996, S. 95–97.
  11. Tabelle der 1. Liga 2012/13 (polnisch)
  12. Tabelle der 2. Liga 2013/14 (polnisch)
  13. Aufstiegsspiele zur 2. Liga in der Saison 2014/15 (polnisch)
  14. EHF-Handbook 2016 (Memento vom 14. März 2016 im Internet Archive)