Was der Himmel erlaubt

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Filmdaten
Deutscher Titel Was der Himmel erlaubt
Originaltitel All That Heaven Allows
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Douglas Sirk
Drehbuch Peg Fenwick
Produktion Ross Hunter für
Universal Pictures
Musik Frank Skinner
Kamera Russell Metty
Schnitt Frank Gross
Besetzung

Was der Himmel erlaubt (Originaltitel: All That Heaven Allows) ist ein US-amerikanisches Melodram von Douglas Sirk aus dem Jahre 1955, in dem Jane Wyman und Rock Hudson die Hauptrollen spielen. Der Film basiert auf dem Roman All That Heaven Allows von Edna und Harry Lee, der 1952 erschienen war.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit einiger Zeit verwitwete Cary Scott mauert sich in ihrer Trauer ein. Sie hat Freundinnen, vor allem Sarah Warren, und einen bejahrten Ausgehpartner namens Harvey, aber die Liebe scheint aus ihrem Leben verschwunden. Ihr einziger Trost sind ihre beiden bereits studierenden Kinder, die altkluge Kay und der konventionelle Ned. Das ändert sich durch Ron Kirby, der die Bäume in Carys Garten pflegt und beschneidet. Er ist wesentlich jünger als sie und gehört als Gärtner und Baumschulenbesitzer nicht ihrer Gesellschaftsklasse an. Rons Freundeskreis ist schlicht, natürlich und naturliebend; dort wird Thoreau gelesen und in herzlicher Freundlichkeit miteinander gefeiert.

Cary verliebt sich in Ron und er sich in sie. Schon bald macht er ihr einen Heiratsantrag und beginnt, eine alte Mühle auszubauen, die ihm gehört und die Cary sehr gut gefallen hat. Als die gehässige Dorf-Tratschtante Mona Plash die beiden miteinander beobachtet, spricht sich alles herum. Carys versucht nun, Ron in ihr Leben einzubinden, was aber scheitert: Im Country-Club wird über die Mesalliance gelästert, Cary wird abfällig wie ein leichtes Mädchen behandelt; ihre beiden Kinder wollen den neuen Mann an Carys Seite nicht akzeptieren und sagen sich von ihr los. Diesem Druck vermag Cary nicht standzuhalten. Sie teilt Kay und Ned mit, dass sie Ron nicht wiedersehen werde, was diese jedoch als nur selbstverständlich wegstecken.

Dann aber merkt Cary, dass ihre erwachsenen Kinder in Kürze fort sein und ihr eigenes Leben haben werden, dass ihr an der Anerkennung des Country-Clubs nichts liegt und dass sie Ron unverändert liebt. Nachdem sie wegen anhaltender Kopfschmerzen ihren Arzt aufsucht, redet ihr dieser ins Gewissen, weil sie sich vom Leben abwendet. Danach fährt sie zu Rons Haus, der mit einem Freund auf der Jagd war. Doch Cary verlässt der Mut, und sie will mit ihrem Auto wieder wegfahren. In diesem Moment kehrt Ron zurück, will zu ihr – und stürzt dabei einen Abhang hinunter. Als man Cary über Rons Unfall informiert, sucht sie den Bewusstlosen sofort auf. Als Ron die Augen aufschlägt und verwundert fragend ihren Namen sagt, antwortet sie ihm, dass sie nun für immer nach Hause gekommen sei.

Wirkung und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was der Himmel erlaubt rechnet gnadenlos mit der Gesellschaft der 1950er Jahre in Amerika ab, indem er sie als klatschsüchtig, arrogant, materialistisch und gehässig beschreibt. Als Gegenbild wird ihr der naturliebende Freundeskreis von Ron gegenübergestellt, in dem Walden von Thoreau gelesen wird. Der Film erhielt keinerlei Auszeichnungen, ist aber wegen seiner in betörend schönen Bildern eingefangenen subversiven Botschaft ein Musterbeispiel für Douglas Sirks Meisterschaft, ungeachtet des seinerzeit bei Studioproduktionen bestehenden Anpassungsdrucks dennoch zum Kern der Dinge vorzudringen und diesen durch ironische Brechungen noch zu verstärken – wie u. a. beim Happy End, wo in der letzten Einstellung ein Damhirsch durch ein schneebeschlagenes Fenster hereinschaut.[1] Seit den 1970er Jahren gehört der Film zusammen mit anderen Melodramen Sirks zu den großen Vorbildern von Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder (Angst essen Seele auf), Pedro Almodóvar, Quentin Tarantino und Todd Haynes (Dem Himmel so fern).

Produktionshintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Jahr zuvor hatte Douglas Sirk den Film Die wunderbare Macht (1954) gedreht, ebenfalls mit Jane Wyman und Rock Hudson in den Hauptrollen besetzt. Nachdem Die wunderbare Macht bereits ein Erfolg gewesen war, wurden die beiden Schauspieler erneut unter Sirks Regie gepaart. Dabei erhielt Sirk ein ordentliches Budget und weitgehende künstlerische Freiheiten in der Umsetzung. Mit einer Sache kam er jedoch nicht durch: Er wollte den Film zunächst damit beenden, dass Ron von der Klippe fällt und es offenlassen, ob er überlebt oder nicht. Das wurde aber von dem Filmstudio als zu düster angesehen und Sirk fügte sich dieser Meinung. Das Haus, in dem Cary lebt, stand auf dem Studiogelände von Universal Pictures und wurde von Paramount für den Film gemietet. Es ist dasselbe Haus wie das von Fredric Marchs Familie aus dem Thriller An einem Tag wie jeder andere (1955). Für diesen Film wurden jedoch vorher kosmetische Änderungen am Haus vorgenommen, weil das Publikum dies nicht erkennen sollte.[2]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand 1956 bei der Berliner Synchron mit einem Dialogbuch von Fritz A. Koeniger und unter Dailogregie von Klaus von Wahl.[3]

Rolle Schauspieler Dt. Synchronstimme
Cary Scott Jane Wyman Marianne Kehlau
Ron Kirby Rock Hudson Gert Günther Hoffmann
Sara Warren Agnes Moorehead Ursula Krieg
Harvey Conrad Nagel Paul Wagner
Kay Scott Gloria Talbott Marianne Prenzel
Ned Scott William Reynolds Gerd Vespermann
Alida Anderson Virginia Grey Ruth Piepho
Mick Anderson Charles Drake Horst Niendorf
Dr. Hennesy Hayden Rorke Alfred Haase
Mona Plash Jacqueline deWit Berta Drews
Howard Hoffer Donald Curtis Klaus W. Krause
George Warren Alex Gerry Robert Klupp
Mr. Weeks Forrest Lewis Erich Poremski
Mrs. Humphrey Eleanor Audley Agnes Windeck
Tom Allenby Tol Avery Hans Emons
Opa Adams Anthony Jochim Carl Heinz Carrell
Manuel Nestor Paiva Eduard Wandrey

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was der Himmel erlaubt war an den Kinokassen ein Erfolg, bei den amerikanischen Kritikern der 1950er-Jahre aber wenig angesehen (wie die meisten Filme von Sirk). So schrieb Bosley Crowther in der New York Times: „Solides und sensibles Drama musste deutlich Platz machen für offen emotionales Bulldozern und einfache Klischees. Was kann eine vernünftige Schauspielerin ausrichten, wenn Regisseur Sirk sie in üppig herbstlichen Farben badet und alles auf Klavier und Violien anschlägt?“[4]

Inzwischen hat sich die Wahrnehmung von Sirks Werk allgemein gedreht und Was der Himmel erlaubt erhält zumeist sehr positive Kritiken.[5]

Dave Kehr beschrieb den Film als „Meisterwerk“, es sei ein „tief bewegendes, tief mitfühlendes Porträt einer Frau, gefangen durch Moral und Sozialkodexe“. Durch seine Mise en Scène, wie den Objekten und Oberflächen im Film, würde Sirk seine Handlung fast ausschließlich verdeutlichen. Er sei einer der wenigen Filmemacher, die darauf bestehen würden, das „Bild zu lesen.“[6] Cinema schrieb: „Getarnt als ‘Frauenfilm’ in glühendem Technicolor, rechnet Regisseur Douglas Sirk, geboren in Hamburg als Detlef Sierck, mit der emotional verarmten bürgerlichen US-Gesellschaft der 1950er-Jahre ab. Fazit: Rigorose Attacke auf spießige Kleingeister“[7] Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Eine lebensferne, sentimentale Kinogeschichte in gepflegter Inszenierung. Die Sozialmelodramen der 1950er Jahre des Fassbinder-Vorbildes Douglas Sirk (= Detlef Sierck) sind inzwischen als Standardwerke eines spezifischen Gefühlskinos anerkannt.“[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Aufnahme in das National Film Registry als „geschichtlich, kulturell oder ästhetisch signifikant“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edna Lee, Harry Lee: All That Heaven Allows. Putnam, New York 1952.
  • Rainer Werner Fassbinder: Six Films by Douglas Sirk. In: Laura Mulvay, Jon Halliday: Douglas Sirk. Prescot 1972.
  • Georg Seeßlen: Kino der Gefühle, Geschichte und Mythologie des Film-Melodrams. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1980, ISBN 3-499-17366-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. z. B. Seeßlen S. 115 ff, Rainer Werner Fassbinder S. 96 f sowie Gary Morris in http://www.imagesjournal.com/issue10/reviews/sirk/text.htm
  2. IMDb Trivia
  3. Synchronkartei
  4. "Was der Himmel erlaubt" bei der New York Times
  5. "Was der Himmel erlaubt" bei Rotten Tomatoes
  6. Dave Kehrs Kritik beim Chicago Reader
  7. "Was der Himmel erlaubt" bei Cinema
  8. "Was der Himmel erlaubt" bei Zweitausendeins

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]