Welz (Linnich)

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Welz
Gemeinde Linnich
Koordinaten: 50° 57′ 37″ N, 6° 15′ 32″ O
Höhe: 80 (74–80) m ü. NHN
Fläche: 3,75 km²
Einwohner: 645 (31. Mai 2011)
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52441
Vorwahl: 02462
Karte
Ortskarte von Welz
Katholische Kirche

Welz ist der fünftkleinste Ortsteil der Stadt Linnich im Kreis Düren, zu der er seit der kommunalen Neugliederung im Jahre 1969 gehört.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in einem Tal zwischen Linnich und den beiden Ortsteilen Ederen und Rurdorf. Welz wird vom Merzbach, der an zwei Brücken mit Kraftwagen überquert werden kann, durchflossen. Der bewaldete kleine Hang in Richtung Rurdorf wird im Volksmund scherzhaft „Welzer Alpen“ genannt, der Hohlweg über diesen Hang „Grad“.

Bis zur Realisierung des Schengener Abkommens und des Europäischen Binnenmarkts gehörte der Ort zum Zollgrenzbezirk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde um 1300 zum ersten Mal in einem Kirchenverzeichnis erwähnt.[1]

Bis 1794 lag Welz mit seinem Nachbarort Rurdorf im Herzogtum Limburg; beide Orte bildeten somit eine Enklave im Herzogtum Jülich. Die Kommende des Deutschen Orden in Siersdorf bei Baesweiler besaß einen Bauernhof in Welz. Durch die wechselvolle Geschichte Limburgs gehörte Welz im Verlauf seiner Geschichte zum Haus Burgund, zu den spanischen Niederlanden, den niederländischen Generalstaaten und den österreichischen Niederlanden. Bedingt durch seine ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Limburg lag die Mairie Welz während der Franzosenzeit von 1795 bis 1814 im Kanton Rolduc (Herzogenrath), Arrondissement Maastricht, Département Niedermaas (Meuse-Inférieure). Somit war Welz eine Enklave im Rur-Département. 1816 wurde Welz Sitz einer preußischen Bürgermeisterei im Kreis Jülich.

Die Gemeinde Welz wurde 1936 in das neue Amt Linnich-Land eingegliedert, 1946 wurde das Amt Linnich gebildet. Am 1. Juli 1969 wurde Welz im Rahmen der kommunalen Neugliederung in die Stadt Linnich eingemeindet.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche ist Sankt Lambertus geweiht. Die Kollatur oblag bis 1794 (?) zunächst der Deutschordenskommende Siersdorf und später der Deutschordenskommende St. Aegidius in Aachen, welche der Deutschordensballei Alden Biesen unterstellt waren.[3] Bis 1818 gehörte die Pfarrei Welz zur Diözese Lüttich.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brauerei Rainer

Welz ist regional bekannt für die von der Familie Rainer geführte 1828[1] gegründete Privatbrauerei und Brennerei, welche nach der Schließung der Brauereien in Aachen und Waldfeucht-Haaren als die westlichste Brauerei Deutschlands gilt.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1997 gibt es den „Bürgerbus Linnich e.V.“, der die zum Stadtgebiet gehörenden Ortschaften mit dem Stadtzentrum verbindet. Außerdem fährt die Linie 278 der DKB und teilweise die Linie 279 der RVE durch den Ort.

Die Kreisstraße 12 führt durch den Ort und verbindet ihn mit den Nachbarorten Rurdorf und Ederen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welzer Funkturm
  • Das optisch auffälligste Bauwerk des Ortes ist der Funkturm des ehemaligen Luftschutzwarnamtes V, welches von 1957 bis in die 1990er Jahre tätig war. Von hier sendet heute Radio Rur sein Radioprogramm für den Kreis Düren auf UKW 107,5 MHz. Des Weiteren dient er als Sendemast für den Mobilfunk.
  • Die Gebäude des ehemaligen Warnamtes werden nun von der Bundespolizei genutzt.
  • Die Kirche St. Lambertus

Vereine und Gemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfverein Welz e.V.
  • Freizeit- Sport- Verein (FSV) Welz
  • Interessengemeinschaft Welzer Karneval
  • Katholische Frauengemeinschaft Welz
  • Kirchenchor Welz
  • St. Lambertus Schützengesellschaft Welz e.V.
  • Taubenverein Welz e.V.
  • Welzer Jugendinitiative e.V.
  • Welz aktiv

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Welz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chronik. Brauerei Rainer, archiviert vom Original am 29. September 2009, abgerufen am 13. November 2010.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.
  3. Website der kath. Pfarrgemeinde St. Gereon in Gereonsweiler. Abgerufen am 1. Mai 2012.
  4. WDR Studio Aachen: Die Jülicher Region. Sendung vom 27.07.2005, archiviert vom Original am 30. Juni 2008, abgerufen am 18. Mai 2008.