Boslar

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Boslar
Stadt Linnich
Koordinaten: 50° 58′ 22″ N, 6° 19′ 58″ O
Höhe: 79 m
Fläche: 7,25 km²
Einwohner: 806 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52441
Vorwahl: 02462

Das Dorf Boslar gehört heute zur Stadt Linnich im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boslar

Landschaftlich gehört Boslar zur intensiv ackerbaulich genutzten Zülpicher Börde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt oberhalb des Malefinkbachs zwischen Tetz und Hompesch. Im Norden grenzt es an Gevenich, Kofferen und Hottorf, im Süden an Broich und die A 44.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird im Mittelalter als Villa Boslare 867 urkundlich erwähnt. Die Schreibweise des Namens hat sich im Laufe der Jahre vielfach verändert.

Im früheren Mittelalter war Boslar schon ein „Dingstuhl“, eine Gerichtsstätte mit Dingbuche, zu dem zahlreiche umliegende Ortschaften gehörten. Ende des 14. Jahrhunderts wurde dieses Gericht mit dem Dingstuhl Körrenzig zum Amt Boslar im Herzogtum Jülich zusammengelegt.

Die Herren von Palant und die Herzöge von Jülich hatten abwechselnd das Kirchenpatronat inne.

Die Dorfbewohner waren Erbberechtigte am Buchholzbusch, der bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nördlich von Körrenzig und Hottdorf lag.

Am 24. Februar 1945 wurde Boslar von amerikanischen Soldaten der 102. Infanteriedivision der 9. US-Armee im Zuge der Operation Grenade eingenommen.

Am 1. Juli 1969 wurde Boslar nach Linnich eingemeindet.[2]

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Flur Am Mühlenbruch zwischen Boslar und Tetz erinnert der 1874 eingerichtete jüdische Friedhof an die jüdische Gemeinde Boslars. Dort finden sich noch sechs Grabsteine (Mazevot). Die jüdische Gemeinschaft entstand am Anfang des 19. Jahrhunderts und gehörte zur Synagogengemeinde Müntz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vereinigte Vereine Boslar
  • Fußballclub Boslar
  • Karnevalsgesellschaft „Alle Mann“ Boslar 1950 e. V.
  • Kirchenchor St. Cäcilia Boslar
  • Sangesfreunde „Harmonie“
  • St. Sebastianus Schützenbruderschaft Boslar-Hompesch 1427 e. V.
  • Turn-Gymnastik-Verein Boslar 1982
  • Tambourcorps Boslar
  • Freiwillige Feuerwehr Boslar
  • Eicher Freunde Boslar e. V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://linnich.de/unsere_stadt/allgemeines/einwohnerzahlen.php
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. J. Paulißen (Hrsg.).: Geschichte der Juden in Rödingen und Müntz und Boslar – und ihre Friedhöfe. Titz 1986. Eigenverlag
  • Dieter Peters: BOSLAR – ein Dorf im Jülicher Land. Jülich 1991, Veröffentlichungen des Jülicher Geschichtsvereins, Heft 13

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]