Weyer (Villmar)

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Weyer
Marktflecken Villmar
Koordinaten: 50° 22′ 3″ N, 8° 13′ 26″ O
Höhe: 178 (170–298) m ü. NHN
Einwohner: 1200 (31. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65606
Vorwahl: 06483

Weyer ist ein Ortsteil der Gemeinde Villmar im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyer liegt im Tal des Laubusbach des östlichen Hintertaunus, am Südostrand des Limburger Beckens. Der Ort liegt rund drei Kilometer südöstlich von Villmar und rund elf Kilometer östlich der Kreisstadt Limburg an der Lahn.

Die Gemarkung grenzt im Norden an die des Zentralorts Villmar, im Osten an Münster und im Südosten in einem Punkt an Eisenbach (beides Ortsteile von Selters), im Süden und Südwesten an Oberbrechen und im Westen über eine kurze Strecke an Niederbrechen (beides Gemeinde Brechen).

Der Ort selbst liegt im Tal des von Norden nach Südosten fließenden Laubusbachs, das sich an dieser Stelle durch das Einmünden eines weiteren aus Osten herankommenden Bachtales weitet. Der Ortskern hat den Aufbau eines Haufendorfs. Insbesondere im 20. Jahrhundert entstanden jedoch Neubaugebiete, insbesondere in Richtung Südwesten und Nordosten. Der Bach befindet sich im Ortskern auf rund 190 Metern Höhe. Oberhalb des Talhangs steigt das Gelände nach Westen nur leicht an, während die östliche Hälfte der Gemarkung und das Gebiet nördlich des Orts von stärkeren Höhenunterschieden geprägt sind. Der höchste Punkt mit 298 Metern befindet sich an der östlichen Gemarkungsgrenze. Die Gemarkung ist hauptsächlich von landwirtschaftlich genutzter Fläche bedeckt. Im Osten und Südosten ist die Gemarkung von einem Waldgebiet umschlossen. Außerdem prägt ein stillgelegter Basaltsteinbruch am Hahnberg nördlich des Orts die Landschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Weyer

Eine Steinkiste in der Weyerer Gemarkung lässt sich auf 1200 bis 1000 v. Chr. datieren. Erstmals urkundlich genannt wurde der Ort 790 n. Chr.

Spätestens ab dem 16. Jahrhundert wurden nahe Weyer Edelmetalle abgebaut, insbesondere Silber, darüber hinaus Blei.

Die Reformation wurde um 1550 eingeführt. Bis heute ist der Ort mehrheitlich evangelisch. Zudem existierte eine vergleichsweise große jüdische Gemeinde, deren Mitglieder 1940 verschleppt und ermordet wurden. Ein letzter überlebender Jude der Gemeinde, Jakob Simon, besuchte nach dem Krieg mehrfach Weyer und starb 2003 in Brasilien. Der jüdische Friedhof auf den Höhen von Weyer wird heute wieder gepflegt.

Am 31. Dezember 1971 schloss sich der Ort im Rahmen der Gebietsreform in Hessen der Gemeinde Villmar an.[2] Im gleichen Jahr wurde die Grund- und Hauptschule im Ort aufgelöst.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Weyer unterstand im Überblick:[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[3]

  • 1840: 905 Einwohner
  • 1905: 787 Einwohner
  • 1939: 703 Einwohner
  • 1961: 893 Einwohner
  • 1970: 931 Einwohner
Weyer: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
805
1840
  
905
1846
  
908
1852
  
880
1858
  
905
1864
  
990
1871
  
972
1875
  
941
1885
  
909
1895
  
853
1905
  
787
1910
  
746
1925
  
742
1939
  
703
1946
  
1.083
1950
  
1.067
1956
  
908
1961
  
893
1967
  
879
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammerrat-Schmidtsches Anwesen in der Ortsmitte

In Weyer ist ein Jüdischer Friedhof erhalten.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen ein Akkordeonverein, der Evangelischer Kirchenchor, die Frauenhilfe, die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1933, seit 7. Juni 1980 mit Jugendfeuerwehr und seit 29. April 2006 mit der Kinderfeuerwehr „Firekids“), der Landfrauenverein, der „MGV Eintracht“, die Natur- und Heimatfreunde, ein Obst- und Gartenbauverein, der Reitverein Oberbrechen/Weyer, der RSV Weyer, der Schützenverein „Falke“ und eine VdK-Ortsgruppe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Villmar: Einwohnerzahlen HW, abgerufen im Januar 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  3. a b Weyer, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 14. Oktober 2016)
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weyer – Sammlung von Bildern