Niederbrechen

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Niederbrechen
Gemeinde Brechen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Niederbrechen
Koordinaten: 50° 21′ 51″ N, 8° 9′ 46″ O
Höhe: 166 (140–232) m ü. NHN
Fläche: 12,29 km²[1]
Einwohner: 3925 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65611
Vorwahl: 06438
Ortsansicht aus Richtung Westen, von der Berger Kirche aus
Ortsansicht aus Richtung Westen, von der Berger Kirche aus

Niederbrechen ist Verwaltungssitz sowie größter der drei Ortsteile von Brechen im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Tal des Emsbachs und an der Bundesstraße 8 sowie der Main-Lahn-Bahn. Westlich des Ortsrands mündet der Wörsbach in den Emsbach. Niederbrechen selbst liegt auf 140 bis 210 Metern Höhe. Im nordwestlichen Gemarkungsteil werden in der nur leicht hügeligen Landschaft bis zu 232 Meter erreicht. Südlich des Orts verlaufen die Bundesautobahn 3 und die ICE-Strecke Frankfurt-Köln. Die Gemarkung weist nur kleinere Waldstücke und vor allem landwirtschaftlich genutzte Fläche auf. Westlich und südwestlich des Orts befinden sich größere Kiesgruben, die teilweise bereits ausgebeutet und stillgelegt sind.

Die Niederbrechener Gemarkung grenzt im Nordwesten an Lindenholzhausen. Im Uhrzeigersinn folgen Villmar, Weyer, Oberbrechen, Werschau, Nauheim und Mensfelden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefangenenturm

In der ersten urkundlichen Erwähnung des Orts in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch aus dem Jahr 772 ist von "Brachina" die Rede, ohne Unterscheidung zwischen Ober- und Niederbrechen. Auf 1023 datiert die erste Benennung, die sich klar als Niederbrechen identifizieren lässt, damals unter der Bezeichnung "Burg Brechen". 1363 erhielt Niederbrechen von Kaiser Karl IV. Stadtrechte. Von 1367 bis 1379 entstand eine Stadtmauer mit vorgelagertem Graben. In kleinen, meist in Wohnhäusern eingebauten Resten ist die Mauer bis heute erhalten. Als letzter von einst sieben Türmen steht noch der Gefangenenturm.

Die heutige, dem Heiligen Maximin geweihte Pfarrkirche wurde von 1899 bis 1901 erbaut, wobei Reste der alten Kirche in den Bau einbezogen wurden. 1952 wurde der Kirchturm erneuert. Die Katholiken von Niederbrechen pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich und geben dort ihren Glauben kund.[3]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Niederbrechen und Werschau zur neuen Gemeinde Brechen zusammengeschlossen. Oberbrechen kam am 1. April 1974 hinzu.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Niederbrechen unterstand im Überblick:[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[5]

  • 1840: 1210 Einwohner
  • 1905: 1771 Einwohner
  • 1939: 2295 Einwohner
  • 1961: 3305 Einwohner
  • 1970: 3690 Einwohner
Niederbrechen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.183
1840
  
1.210
1846
  
1.268
1852
  
1.236
1858
  
1.283
1864
  
1.420
1871
  
1.398
1875
  
1.470
1885
  
1.547
1895
  
1.683
1905
  
1.770
1910
  
1.854
1925
  
2.121
1939
  
2.295
1946
  
2.711
1950
  
2.833
1956
  
3.009
1961
  
3.305
1967
  
3.660
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen folgende Vereine: Brieftaubenverein Luftpost 1863, Brieftaubenverein Taunusbote, Computer-Club Commodore, DLRG-Ortsgruppe Brechen/Runkel/Vilmar, DRK-Ortsverein, Förderverein der Schule Niederbrechen, Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1897, seit 1947 mit ihrem Blasorchester), Freundeskreis Berger Kirche, Fußballclub Alemannia 1911, Gebrauchshunde-Verein, Geflügel- und Vogelzuchtverein 1929, Gewerbeverein Brechen, Jazz-Club Brechen, KAB-Ortsverein St. Josef, Kath. Frauengemeinschaft, Katholische Junge Gemeinde, Kirchenchor Cäcilia, Landfrauen-Verein Brechen, Männergesangverein Concordia, Männergesangverein Frohsinn 1912, Mandolinenclub Wanderlust, PeeZ, Radfahrverein Torpedo, Schachklub 1948, Tennisclub 77 Brechen, Tennisclub 80 blau-weiß, Turnverein 1901 (mit Blasorchester), VdK-Ortsgruppe Brechen, Verschönerungsverein, Vogel- und Naturschutzverein und der Volks- und Gebirgstrachtenverein D'Emsbachthaler.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederbrechener Kirmes wird am zweiten Oktoberwochenende gefeiert. Eine Besonderheit ist der seit 1985 etablierte Rockabend am Freitagabend zur Eröffnung der Kirmes. Auch überregional bekannte Bands wie die Rodgau Monotones, Liquido (2004), J.B.O. (2005), Donots, Die Happy, Mickie Krause und Die Crackers sind dort bereits aufgetreten.

Zudem wird in jedem Jahr im Herbst ein Krammarkt veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport- und Kulturzentrum

In dem Ort existiert seit dem Jahr 1897 die Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen, die den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe sicherstellt sowie die katholische öffentliche Bücherei. Für die Kinderbetreuung stehen der Kindergarten in der Westerwaldstraße, das Kinderhaus in der Schlei sowie seit August 2011 die neu errichtete Kinderkrippe zur Verfügung. Weiterhin sind die Schule im Emsbachtal, das Kultur- und Sportzentrum in der Runkeler Straße und die neu gebaute Sportanlage Im Mittelweg vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Niederbrechen liegt an der Main-Lahn-Bahn. Zudem liegt der Ort an der B 8.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Flächenstatistik im Internetauftritt der Gemeinde Brechen, abgerufen im August 2016.
  2. „Zahlen - Daten - Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Brechen, abgerufen im Januar 2017.
  3. Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137–141.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. a b Niederbrechen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 14. Oktober 2016)
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederbrechen – Sammlung von Bildern