Brechen (Hessen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brechen (Hessen)
Brechen (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brechen (Hessen) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 186 m ü. NHN
Fläche: 24,86 km2
Einwohner: 6518 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 262 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65611
Vorwahlen: 06438, 06483
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 1
65611 Brechen (Hessen)
Webpräsenz: www.gemeinde-brechen.de
Bürgermeister: Frank Groos (parteilos)
Lage der Gemeinde Brechen (Hessen) im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild

Brechen ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brechen liegt im südöstlichen Teil des Limburger Beckens zwischen Taunus und Westerwald. Das waldarme Lösshügelland wird hier von Südost nach Nordwest vom Emsbach durchquert, welcher bei Niederbrechen den Wörsbach aufnimmt und das Gebiet zur Lahn hin entwässert. Zusammen mit der sich südlich anschließenden Idsteiner Senke ist diese Landschaft unter dem volkstümlichen Namen Goldener Grund bekannt, welcher auf die Klimagunst und fruchtbaren Böden verweist.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Nordwesten grenzt die Gemeinde Brechen an die Kreisstadt Limburg, nach Norden an die Stadt Runkel, nach Nordosten an den Marktflecken Villmar, nach Südosten an die Gemeinde Selters (Taunus) und nach Südwesten an die Gemeinde Hünfelden (alle im Landkreis Limburg-Weilburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brechen besteht aus drei Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Römerlager Oberbrechen

Die erste urkundliche Erwähnung finden Nieder- und Oberbrechen unter dem Namen Brachina („an der Berglehne“) in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch vom 12. August 772. In der Folgezeit gehen die Orte in das Eigentum der Abtei St. Maximin Trier über. Über viele Jahrhunderte wechselt der Besitz zwischen den Kurfürstentum Trier und den Grafen von Molsberg hin und her.

Bedeutung haben die Orte durch die Lage an der Fernhandelsstraße Köln – Frankfurt (Via Publica) als Vorposten kurtrierischen Gebiets Richtung Frankfurt. Niederbrechen besaß im Mittelalter zeitweilig Stadtrechte und eine heute noch in Teilen erhaltene Stadtmauer.

Die auf dem Gemeindegebiet liegende Berger Kirche existiert seit karolingischer Zeit und war die Mutterkirche der Region. Sie war Ortskirche der Wüstung Bergen, die zwischen 1354 und 1490 untergegangen sein muss. Die erste urkundliche Erwähnung fand 910 statt; heutige Gebäudeteile lassen sich etwa bis zur Jahrtausendwende zurückdatieren.

Der Ortsteil Werschau wird 1235 erstmals urkundlich erwähnt.

1802 kommt das Gemeindegebiet zum Fürstentum Nassau-Weilburg, das 1866 von Preußen annektiert wird.

Ab 1886 gehörten die drei Gemeinden zum Kreis Limburg, ab 1974 zum Landkreis Limburg-Weilburg.

Die Gemeinde Brechen entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen. Zuerst schlossen sich Niederbrechen und Werschau am 31. Dezember 1971 zur neuen Gemeinde Brechen zusammen. Oberbrechen kam am 1. Juli 1974 hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
4
2
10
8
7
10 
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,0 10 34,8 11 41,1 13 40,7 13
FWG Freie Wählergemeinschaft Brechen 26,5 8 27,0 8 23,3 7 23,0 7
BWG Bürgerliche Wählergemeinschaft Brechen 20,9 7 20,0 6 20,2 6 15,7 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,3 4 14,8 5 15,4 5 20,6 6
FDP Freie Demokratische Partei 6,3 2 3,4 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 63,4 48,7 46,9 54,4
Rathaus der Gemeinde Brechen in Niederbrechen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Brechen neben dem Bürgermeister sieben ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit dem 1. Dezember 2016 der parteilose Frank Groos.[6][7] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren

  • bis 2016 Werner Schlenz
  • bis 2004 Bernhard Königstein

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brechener Wappen trägt in vier Feldern die Symbole der Kirchenpatrone der drei Ortsteile, Bär (Heiliger Maximin), Drache (Heiliger Georg) und Rose (Heilige Sieben Brüder) sowie das rote Trierer Kreuz als Hinweis auf die einstige Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Trier.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früher dominierende Landwirtschaft ist auch heute noch bedeutend, fast 70 % der Gemeindefläche wird von weniger als zehn Vollerwerbsbetrieben landwirtschaftlich genutzt. Brechen hat sich jedoch zur Wohngemeinde gewandelt, 90 % der Erwerbstätigen verdienen ihren Lebensunterhalt in den umliegenden Städten, hauptsächlich aber im Rhein-Main-Gebiet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brechen ist durch die 6 km entfernte Anschlussstelle Limburg-Süd der A 3 an das Fernstraßennetz angebunden. Durch die Gemeinde verläuft die B 8.

Die Haltepunkte Oberbrechen und Niederbrechen liegen an der Main-Lahn-Bahn von Frankfurt (Main) nach Limburg (Lahn) (RMV-Linie 20).

Die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main durchquert mit der Wörsbachtalbrücke das Gemeindegebiet. Über den rund fünf Streckenkilometer entfernten Bahnhof Limburg Süd verkehren Züge Richtung Frankfurt (Main) und Köln (und darüber hinaus) in einem weitgehenden Stundentakt.

Der Hessische Radfernweg R8 verläuft durch die Orte Niederbrechen und Oberbrechen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Realschulzweig in Niederbrechen sowie eine weitere Grundschule in Oberbrechen. Weiterführende Schulen gibt es im nahen Limburg.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schule im Emsbachtal in Niederbrechen
  • Grundschule Oberbrechen in Oberbrechen
  • Kindergarten Niederbrechen, In der Schlei 45
  • Kindergarten Niederbrechen, Westerwaldstraße 1–3
  • Kindergarten Oberbrechen
  • Kindergarten Werschau
  • Freiwillige Feuerwehr Niederbrechen, gegr. 1897 (seit 1947 mit Blasorchester)
  • Freiwillige Feuerwehr Oberbrechen, gegr. 1895 (seit 1972 mit Musikzug, seit 1. März 1988 mit Jugendfeuerwehr und seit 2012 eine Kinderfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Werschau, gegr. 1927 (seit 1. Mai 1972 mit Jugendfeuerwehr)
  • Katholische öffentliche Bücherei Niederbrechen
  • Katholische öffentliche Bücherei Oberbrechen
  • Katholische öffentliche Bücherei Werschau

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Waldecker: 1363: Verleihung der Stadtrechte an Niederbrechen. Niederbrechen, die Region und das städtische Leben im Spätmittelalter. Mit Überlegungen zu Niederbrechens Verlust der Stadtrechte. Brechen 2014 (Schriftenreihe Gemeindearchiv Brechen 11).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Brechen
  7. Gemeinde Brechen: Gemeindevorstand 2016 - 2021 abgerufen am 28. Juli 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brechen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien