Falkenbach (Villmar)

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Falkenbach
Marktflecken Villmar
Koordinaten: 50° 26′ 10″ N, 8° 14′ 45″ O
Höhe: 185 (170–245) m ü. NHN
Fläche: 2,06 km²[1]
Einwohner: 278 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 65606
Vorwahl: 06474

Falkenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Villmar im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falkenbach liegt auf dem rechten Hang des Lahntals. Der Fluss fließt unmittelbar am östlichen Ortsrand entlang. Der Ort liegt rund 5,5 Kilometer nordöstlich von Villmar und rund 14 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Limburg an der Lahn. Naturräumlich wird der Ort dem Weilburger Lahntalgebiet zugeordnet.

Die Gemarkung grenzt im Nordwesten an den Runkeler Stadtteil Wirbelau, im Norden und Nordosten an Gräveneck, im Osten an Blessenbach (beides Ortsteile von Weinbach), im Südosten in einem Punkt an Aumenau und im Süden und Südwesten an Seelbach (beides Villmarer Ortsteile). Die Lahn bildet die östliche Gemarkungsgrenze. Nur rund 400 Meter südöstlich vom Ortsrand, auf der anderen Seite der Lahn liegt Fürfurt, ein Weinbacher Ortsteil ohne eigene Gemarkung.

Der Ort hat sich von einem alten Kern auf dem Hang nahe an der Lahn in Richtung Westen ausgedehnt. Der Ort selbst liegt auf rund 170 Metern Höhe. Die Gemarkung wird vom breiten, sanft eingeschnittenen Tal des Falkenbachs geprägt, der von Westen kommend am südöstlichen Ortsrand in die Lahn mündet. In einem Waldgebiet nördlich des Ortes befindet sich ein paralleles, stärker eingeschnittenes Bachtal. Dieses doppelte Trogtal wird im Westen von einem Hügelzug und im Osten von der Lahn abgeschlossen. Der höchste Punkt wird mit rund 245 Metern nordwestlich des Dorfs erreicht.

Der nördliche und westliche Gemarkungsteil ist von Mischwald bedeckt, der sich im Norden unmittelbar an den Ort anschließt. Ein weiteres, kleineres Waldstück befindet sich südlich des Dorfes sowie auf dem Hang des Lahntals. Das Gebiet westlich und südwestlich von Falkenbach wird vornehmlich landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche
Gemeinschaftshaus, ehemals Schule

Im Jahr 1292 wurde der Ort in einem Abgabenregister des Stifts Dietkirchen erstmals erwähnt. Vermutlich gehörte der Ort in dieser Zeit bereits zur Herrschaft Runkel.

Kirchlich gehörte der Ort ab 1495 zur Pfarrei Villmar. Die Einwohner von Fürfurt nutzten Kirche und Friedhof in Falkenbach mit. Beide Orte waren durch eine Furt in der Lahn verbunden. Nach der Einführung der Reformation um 1570 wurde Falkenbach gemeinsam mit Aumenau der Pfarrei in Seelbach angeschlossen. Die alte Kapelle wurde 1821 abgerissen, 1927 wurde ein neuer Friedhof angelegt. Im Jahr 1953 wechselte Falkenbach aus dem Kirchspiel Seelbach in eine evangelische Pfarrgemeinschaft mit Gräveneck. Im Jahr 1957 wurde die neue evangelische Kirche fertiggestellt. Die wenigen Katholiken des Orts gehören der Pfarrgemeinde Villmar an. Schulort war bis 1819 Seelbach. Das daraufhin im Ort erbaute eigene Schulgebäude, zugleich Gemeindebackhaus, wurde 1966 abgerissen. Bereits ab 1901 wurde der Unterricht aber in einem neuen Schulhaus erteilt. Im Jahr 1970 stellte die Schule den Betrieb ein. Das Gebäude wird heute als Gemeinschaftshaus genutzt.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die Gemeinden Villmar, Falkenbach, Langhecke und Seelbach am 31. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis zur neuen Gemeinde Villmar.[3][4] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Falkenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falkenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
149
1840
  
161
1846
  
183
1852
  
190
1858
  
201
1864
  
195
1871
  
196
1875
  
203
1885
  
222
1895
  
206
1905
  
236
1910
  
252
1925
  
225
1939
  
227
1946
  
334
1950
  
351
1956
  
295
1961
  
281
1967
  
314
1970
  
318
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
261
2012
  
278
2015
  
276
2020
  
276
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970 Gemeinde Villmar (Webarchiv,[2]); Zensus 2011[6]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

1885: 217 evangelische (= 97,75 %), 5 katholische (= 2,25 %) Einwohner
1961: 255 evangelische (= 90,75 %), 26 katholische (= 9,25 %) Einwohner

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Falkenbach, gegr. 1934 (seit 5. Dezember 2009 mit Kinderfeuerwehr), sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falkenbach verfügt über die 1934 gegründete Freiwillige Feuerwehr Falkenbach (seit 12. Juli 1997 mit Jugendfeuerwehr und ab 5. Dezember 2009 mit Kinderfeuerwehr), den Gesangverein „Lahnfels“, den Turn- und Sportverein sowie über eine VdK-Ortsgruppe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Falkenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Falkenbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 19. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Zahlen – Daten – Fakten, Einwohnerzahlen in Kürze. In: Internetauftritt. Marktflecken Villmar, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. Zusammenschluss von Gemeinden zur Gemeinde „Villmar“, Oberlahnkreis vom 6. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 140, Punkt 168 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;