Yaakov Litzman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yaakov Litzman bei einer Konferenz der OECD

Yaakov Litzman (hebräisch יעקב ליצמן, * 2. September 1948 in Deutschland) ist ein israelischer Politiker (Agudat-Jisra’el-Partei) und ehemaliger Gesundheitsminister. Er ist ein Nachkomme der Ger-Chassidischen Dynastie und leitet die Agudat-Jisra’el-Partei innerhalb der Fraktion des Vereinigten Thora-Judentums in der Knesset. Von 2015 bis zu seinem Rücktritt im November 2017 war er Gesundheitsminister Israels.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litzman wurde 1948 als Sohn polnischer Überlebender des Holocaust in einem DP-Lager in Deutschland geboren. Als er zwei Jahre alt war, immigrierte die Familie in die Vereinigten Staaten; dort wuchs Litzman im Viertel Borough Park im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf. Im Alter von 17 ging er nach Israel, um dort zu studieren. Seine erste Anstellung war die des Leiters der chassidischen Beis-Yaakov-Mädchenschule in Jerusalem.

Litzman ist verheiratet, hat fünf Kinder und lebt in Jerusalem.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde später politisch aktiv unter der Leitung des Gerrer Rebbes, Rabbi Simcha Bunim Alter. Nach einiger Zeit wurde er bekannt als die rechte Hand des Rebbes, eine Rolle die er auch unter dem derzeitigen Rebbe Yaakov Aryeh Alter weiter einnimmt.

Im Jahr 1999 bat der derzeitige Rebbe Litzman darum, für die Kandidatenliste der Aguda hinsichtlich der Parlamentswahlen zur Verfügung zu stehen. Seitdem fungierte Litzman in der Knesset als Führer der Agudat-Jisra'el-Fraktion. Litzman vertritt eine streng orthodoxe Form des Judentums. Dass er aus diesem Grund den Handschlag mit Frauen verweigert, sorgte teilweise für Unverständnis und Empörung bei Besuchen ausländischer Politikerinnen.[1] Zwischen Mai 2015 und November 2017 war er Gesundheitsminister.

Litzman trat Ende November 2017 zurück, weil seiner Auffassung nach die Heiligkeit des jüdischen Feiertags verletzt worden sei.[2] Die israelische Staatsbahn hatte am Sabbat Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.[3] Die Arbeitsruhe für den Sabbat ist im jüdischen Religionsgesetz festgeschrieben. Regierungschef Netanyahu bedauerte Litzmans Schritt und sagte, der Sabbat sei für alle Israelis wichtig - ebenso wie ein sicheres und regelmäßiges Verkehrswesen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kein Handschlag, weil sie eine Frau ist. Der Standard, 24. Mai 2012
  2. a b tagesschau.de: Israel: Rücktritt aus Protest gegen Arbeit am Sabbat. Abgerufen am 26. November 2017 (deutsch).
  3. KNA, Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, Deutschland, Bonn: KNA-News. Abgerufen am 26. November 2017.