Zoo Duisburg

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Zoo Duisburg
Duisburg 02.svg
Vollständiger Name Zoo Duisburg
Ort Mülheimer Straße 273
47058 Duisburg
Fläche 16 Hektar
Eröffnung 1934
Tierarten 262 Tierarten
Individuen ca. 3.657 Tiere
Organisation
Leitung Achim Winkler
(Zoodirektor)
Trägerschaft Stadt Duisburg
Zoo Duisburg AG
Förderorganisationen Verein der Freunde des Duisburger Tierpark e.V.
Mitglied bei WAZA, EAZA, VDZ
485 Schildkröten.JPG

Schildkröten im Duisburger Zoo

http://www.zoo-duisburg.de/
Zoo Duisburg (Nordrhein-Westfalen)
Zoo Duisburg
51.4352777777786.8052777777778Koordinaten: 51° 26′ 7″ N, 6° 48′ 19″ O

Der Zoo Duisburg wurde am 12. Mai 1934 von Duisburger Bürgern gegründet. Seither hat sich der Zoo zu einem beliebten Zoologischen Garten mit einem herausragenden Tierbestand und jährlich ca. 1 Million Besucher (2012: 900.000[1]) entwickelt. Überregional bekannt ist der Zoo Duisburg für sein Delfinarium und der in Deutschland ersten und lange Zeit einzigartigen Haltung und Zucht von Koalas. Daneben werden die klassischen Zootiere von Affe bis Zebra gehalten, sowie zahlreiche zoologische Raritäten, wie z.B. Riesenotter aus Südamerika, Bärenstummelaffen und Pinselohrschweine aus Afrika, Fossas aus Madagaskar, Nebelparder aus Asien oder Wombats aus Australien. Der Zoo liegt am nördlichen Ausläufer des Duisburger Stadtwalds an der Grenze zu Mülheim an der Ruhr und tangiert den nördlichen Campus der Universität Duisburg. Die Autobahn A 3 teilt den Zoo in einen westlichen und einen östlichen Teil, die über eine begrünte Landschaftsbrücke verbunden sind. Die Autobahn ist für den Besucher kaum sichtbar und bietet über die Ausfahrt Duisburg-Kaiserberg eine Anbindung für mit dem PKW anreisende Besucher. Der Zoo hat eine Fläche von ca. 16 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwergflusspferde

Die Gründerjahre des Zoo Duisburg

Gegründet wurde der Zoo Duisburg im Jahr 1934 auf Initiative des Duisburger Tierparkvereins als Duisburg-Hamborner Tierpark. Der erste Direktor war Eduard Wiedemann, der jedoch bereits 1942 zum Zoo Wuppertal wechselte, woraufhin der Zoo für einige Jahre kommissarisch vom Vorstand des Tierparkvereins geleitet wurde. Anfänglich wurden vornehmlich heimische Tierarten auf einer Fläche von kaum mehr als einem Hektar präsentiert. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges konnte der Zoo auf über 8 ha ausgedehnt und auch der Tierbestand erheblich erweitert werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten Anlagen und Gebäude des Zoos schwer beschädigt oder völlig zerstört, so dass der Zoo geschlossen werden musste. Zum Kriegsende in 1945 überlebten lediglich ein Emu, drei Flamingos, sowie einige Esel, Ziegen und Schafe.

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Unter dem neuen Direktor Hans-Georg Thienemann, der vom Zoo Königsberg nach Duisburg kam, musste der Zoo nach dem Krieg komplett neu aufgebaut werden. Der Tierbestand konnte u.a. durch Leihtiere aus dem Münchener Tierpark Hellabrunn neu bestückt werden. Rasch entstanden neue Anlagen für u.a. Tarpane, Przewalskipferde, Rinder und Wisente, die in ihrer Grundstruktur noch heute erhalten sind. Bereits im Jahr 1951 konnte das frühere Juwel des Zoos, das Aquarium, wieder eröffnet werden, das heute als das älteste noch erhaltene Gebäude des Zoos gilt. Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Zoos war die Eröffnung des Großsäugerhauses für Elefanten und Giraffen im Jahr 1953, das heute, vergrößert und modernisiert, ausschließlich der Elefantenhaltung dient. Ebenfalls in den 1950er Jahren entstanden die seinerzeit für den Zoo Duisburg typischen Freianlagen mit Trockengräben, für z.B. Trampeltiere und Davidshirsche, sowie auf einem Erweiterungsgelände am Nordende des Zoos die Anlagen für Robben und Pinguine, die 1958 von dem Unternehmer und Förderer des Zoos, Helmut Horten, eingeweiht wurden.

Die Entwicklung zum modernen Zoo

Im Jahr 1959 wurde die Gesellschaftsform in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, mit der Stadt Duisburg und dem Tierparkverein als Hauptaktionäre. Im selben Jahr konnte ein zusätzliches Gelände von ca. 5 ha jenseits der Autobahn A3 hinzugewonnen werden, so dass sich die Gesamtfläche des Zoos auf über 15 ha ausweitete. Über die so genannte Expo-Brücke der Weltausstellung in Brüssel wurde das neue Areal erschlossen. Zoologischer Höhepunkt des neuen Geländes war das 1962 eröffnete Äquatorium, das seinerzeit größte und modernste Affenhaus der Welt. Als weiterer Höhepunkt wurde im Jahr 1965 das erste Delfinarium in Mitteleuropa auf dem neu erschlossenen Areal eröffnet. Die Haltung und Erforschung von Großen Tümmlern steigerte das Ansehen des Zoos, weil Delfine damals nur aus dem Fernsehen bekannt waren.

Flussdelfin
Beluga-Dressur (1980er Jahre)

Der Erfolg mit den Großen Tümmlern bewegte Wolfgang Gewalt, der im Jahr 1966 die Nachfolge des verstorbenen Direktors Thienemann antrat, im Jahr 1968 ein zweites Delfinarium zu bauen und weitere Delfinartige im Zoo Duisburg zu etablieren. In eigenständig geführten, heute kaum mehr vorstellbaren Fangexpeditionen brachte Wolfgang Gewalt im Jahr 1969 Weißwale (auch Belugas genannt) nach Duisburg, denen später aus weiteren Expeditionen Jacobita-Delfine (auch Commerson-Delfine genannt) folgten, die gemeinsam mit den Weißwalen im Walarium untergebracht wurden. Aus einer weiteren Expedition nach Südamerika brachte Gewalt die einzigartigen Amazonas-Flussdelfine nach Duisburg. Aufgrund des baufälligen Zustandes des in die Jahre gekommenen Walariums wurden im Sommer 2004 der Weißwal Ferdinand und der Jacobita-Delfin Yogi, die letzten Tiere ihrer Art in Duisburg, nach San Diego (USA) ins dortige Sea World geflogen, wo sie zusammen mit Artgenossen ihren Lebensabend verbringen sollten. Trotz ihres hohen Alters - beide Tiere zählten zu diesem Zeitpunkt schon zu den ältesten bekannten Tieren ihrer Art - überstanden beide den Transport gut. Während Yogi wenige Monate danach im hohen Alter verstarb, lebt Ferdinand noch. Nach der Abgabe der Weißwale und Jacobita-Delfine und der Schließung des Walariums konzentrierte der Zoo Duisburg sich fortan auf die Haltung der Großen Tümmler und Flussdelfine.

Der Chinesische Garten im Zoo

Im Jahr 1970 benannte sich der Duisburger Tierpark offiziell in Zoo Duisburg um. Das Ansehen stieg von Jahr zu Jahr. Hierzu trugen nicht nur viele Erstzuchten bei seltenen Tierarten wie Beutelteufel, Löffelhund oder Baumkänguru bei, sondern auch einige innovative Anlagen, wie die Run-and-Fun-Anlage für Afrikanische Wildhunde, das Vogelwäldchen, das große Raubtierhaus, die Bärenfreianlage oder der gut einen Hektar große Chinesische Garten mit u.a. Kranichen und Kleinen Pandas als Geschenk der Duisburger Partnerstadt Wuhan. Abschluss der Ära von Wolfgang Gewalt war die Planung des dritten Delfinariums, das im Jahr 1995 unter seinem Amtsnachfolger Reinhard Frese als modernstes überdachtes Delfinarium Europas eröffnet wurde.

Der Übergang ins 21. Jahrhundert

Während der Direktionszeit von Reinhard Frese galt es den Zoo Duisburg für das 21. Jahrhundert aufzustellen und alte, nicht mehr zeitgemäße Anlagen durch moderne Neubauten zu ersetzen, was auch dazu führte, dass manche Arten wie z. B. Eisbären oder Schimpansen abgegeben werden mussten. Nach und nach verschwanden alte Käfigeinheiten, wie das so genannte Raritätenkabinett (das seinerzeit erste Affenhaus des Zoos) oder die vielen kleinen Raubtierkäfige. Neu entstanden großzügige, naturnah gestaltete Anlagen für u.a. Schildkröten, Otter, Nasenbären, Eisfüchse, Vielfraße und Fossas. Das ehemalige Großsäugerhaus wurde in einen modernen Elefantenkomplex umgestaltet, während die Giraffen eine Neuanlage am Haupteingang des Zoos erhielten. Dort entstand auch eine große, für Besucher begehbare Katta-Anlage. Das Äquatorium wurde durch eine neue Außenanlage für Gorillas und zwei neue Eingangsbereiche mit integrierten Anlagen für Bärenstummelaffen und Zwergflusspferde deutlich aufgewertet. Mit dem Beginn der Koalahaltung im Jahr 1993 etablierte der Zoo Duisburg ein weiteres bedeutendes Alleinstellungsmerkmal neben der Delfinhaltung. Die folgenden 20 Jahre waren Koalas deutschlandweit nur im Zoo Duisburg zu sehen. Im November 2013 erhielt der Zoo Dresden zwei Koala-Männchen aus der Zucht in Duisburg. Damit ist dieser Zoo der zweite in Deutschland, der diese Tiere zeigt. Weichen musste im Jahr 1997 die alte Expo-Brücke über der Autobahn A3, die durch eine neue, bis zu 30 m breite Landschaftsbrücke ersetzt wurde, die die zwei Seiten des Zoos miteinander verbindet. Im Jahr 2005 eröffnete der Zoo die Tropenhalle Rio Negro, die neben Faultieren, Krallenaffen und Tukanen u.a. einen großen Beckenkomplex für die einzigartigen, in den Flussläufen Südamerikas heimischen Amazonasdelfine bietet. Heute lebt dort noch als letzter Vertreter dieser Art außerhalb Südamerikas das Männchen ‚Butu’, nachdem sein deutlich älterer Partner ‚Apure’ mit weit über 40 Jahren in 2006 als ältester bekannter Flussdelfin an Altersschwäche verstarb.

Anfang 2007 übernahm der langjährige stellvertretende Direktor Achim Winkler die Leitung des Zoos, mit dem Ziel, die Modernisierung der letzten Jahre fortzusetzen. Es entstanden neue Anlagen für Wombats, Schildkröten, Riesenotter und Erdmännchen sowie ein großer Streichelzoo und eine moderne Holzhackschnitzelheizanlage. Als bedeutende Zuchterfolge gelangen im Jahr 2007 erstmals die gleichzeitige Aufzucht von zwei Großen Tümmlern und im Jahr 2008 erstmals im Zoo Duisburg die Zucht von Gorillas, ebenfalls mit zwei Jungtieren.

Im Jahr 2009 feierte der Zoo sein 75-jähriges Jubiläum. Nachdem am 31. März 2013 ein fünfjähriger Sponsoringvertrag mit der RWE AG ohne Verlängerung auslief und auch die Fluglinie Air Berlin das Sponsoring des Zoos eingestellt hat, musste die Stadt Duisburg ihren jährlichen Zuschuss von 2,2 Mio. € (zunächst einmalig) auf 3,2 Mio. € erhöhen, um die Liquidität des Zoos zu sichern. Vor dem Hintergrund der desolaten Finanzlage der Stadt Duisburg als Eigentümerin des Zoos, eines erheblichen Investitionsstaus bei der Zoo-Infrastruktur und massiver Proteste von Umweltgruppen gegen die Zoohaltung von Delfinen, die im Duisburger Zoo eine der Hauptattraktionen darstellen und in Deutschland neben Duisburg nur noch im Tiergarten Nürnberg gehalten werden, ist der mittel- und langfristige Bestand des Duisburger Zoos ungesichert.[2]

Direktoren[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Gehege[Bearbeiten]

Delfinarium[Bearbeiten]

Das Delfinarium wird von den neun Großen Tümmlern Ivo, Pepina, Delphi, Daisy, Dolly, Donna, Diego, Dörte und Darwin bewohnt, welche in einem Beckenkomplex leben, das annähernd 3 Mio. Liter Seewasser fasst. Das Beckenwasser wird nicht chemisch, sondern auf rein biologische Weise mit speziellen, vom Zoo Duisburg gemeinsam mit dem Forschungslabor Jülich entwickelten Eiweißabschäumern unter der Hinzufügung von Ozon gereinigt. Es ist das größte überdachte Delfinarium Deutschlands. Je nach Jahreszeit finden täglich zwei bis drei Vorführungen in der großen, 1.400 Besucher fassenden Arena statt. Für die Besucher ist das Delfinarium zwischen den Vorführungen in der Woche (nicht an Sonn- und Feiertagen) kostenfrei geöffnet. Es werden regelmäßig Aktionen angeboten, wie z.B. „Ein Abend bei Delfinen“, „Tierpfleger für einen ½ Tag“ oder „Kindergeburtstage“. Mehrmals wurden in Duisburg seit der Erstzucht im Jahr 1978 Delfinjungtiere großgezogen: Duphi (1988; inzwischen verstorben), Delphi (1992, Tochter von Flapine), Daisy (1996, Tochter von Pepina), Duke (2001, Sohn von Pepina; inzwischen gestorben), Donna (2007, Tochter von Pepina) und Dolly (2007, Tochter von Delphi), Diego (2011, Sohn von Pepina), Dörte (2011, Tochter von Delphi) und Darwin (2011, Sohn von Daisy). Dolly ist der erste Delfin im Zoo Duisburg, der in zweiter Generation geboren wurde, da auch das Muttertier Delphi bereits im Zoo zur Welt kam. 2011 wurde Delphi erneut Mutter und auch die 1996 in Duisburg geborene Daisy bekam ein Jungtier. Somit leben in Duisburg nun 3 Delfine in zweiter Generation. Noch heute erweist sich die Nachzucht der Delfine als sehr schwierig, da neugeborene Delfine über kein ausgeprägtes Immunsystem verfügen und somit sehr anfällig gegenüber Krankheitserregern sind. Zum Schutz der Jungtiere wurde das Altdelfinarium von 1968, das mit dem Neudelfinarium von 1995 über einen Schwimmkanal verbunden ist, als Quarantäneeinheit umfunktioniert, wo Mutter und Jungtier während der ersten Lebenswochen geschützt vor Erregern leben können. Seit 2007 wird das Delfinarium unter dem Namen RWE-Delfinarium geführt. Am 31. Dezember 2013 läuft der fünfjährige Sponsoringvertrag mit der RWE AG aus, auf dessen Grundlage der Zoo von der RWE AG jährlich mit 1 Mio. € unterstützt worden war[3].

Chinesischer Garten[Bearbeiten]

Der Chinesische Garten des Zoo Duisburg ist ein Geschenk der Duisburger Partnerstadt Wuhan, der im Jahr 1988 mit Originalmaterialien aus China errichtet wurde. Neben einer charakteristischen chinesischen Gartengestaltung mit großer Teichanlage sowie allerlei landestypischen Pflanzen, wie z.B. Lotosblüten, Kirschbäumen und verschiedenen Bambusgräsern, entstanden typische chinesische Bauten, wie z.B. der Eingangs- und Bergpavillon, die Halle des Glücks, der Wasserpavillon oder die Bogenbrücke. Der auch als Garten des Kranichs bezeichnete Chinagarten ist Heimstätte für einige Tierarten aus dem fernen Osten, wie u.a. Sarus- und Mandschurenkraniche sowie Muntjaks und Kleine Pandas.

Rio Negro[Bearbeiten]

Die im Jahr 2005 eröffnete Tropenhalle Rio Negro stellt einen Ausschnitt aus dem südamerikanischen Dschungel dar. Kernstück der Tropenhalle ist der Beckenkomplex für die sehr seltenen, im Süßwasser heimischen Amazonasdelfine. Das Becken ist naturnah gestaltet und zum Besucherbereich mit einer über 8 m langen und gewölbten Glasscheibe abgetrennt. Die Halle ist natürlich gestaltet, z.T. mit Holzspan-Boden, einem hölzernen Ausguck in den Baumwipfeln, vielen Pflanzen und frei laufenden Tieren, wie u.a. Faultiere, Krallenaffen, verschiedene Vogelarten und Echsen. Über einen Besuchertunnel ist die Tropenhalle mit dem angrenzenden Aquarium verbunden. Vom Tunnel aus hat man einen Einblick in den Innenbereich des im Jahr 2008 neu gestalteten Geheges der Riesenotter, das sich im Außenbereich mit großem Wasser- und Landteil bis an den Eingang der Tropenhalle erstreckt. Im Jahr 2009 gelang dem Zoo Duisburg erstmals die Zucht der seltenen Riesenotter.

Koalahaus[Bearbeiten]

Koalahaus im Duisburger Zoo

Im Jahr 1994 betrat der Zoo Duisburg Neuland mit der Präsentation von Koalas. Zuvor galt die Haltung von Koalas in Mitteleuropa aufgrund der Futterlogistik als unmöglich. Als ausgesprochene Nahrungsspezialisten sind Koalas auf frische Eukalyptusblätter angewiesen, die in Mitteleuropa nicht ganzjährig verfügbar sind. Erst dank einer Vereinbarung mit der Fluggesellschaft LTU (heute Air Berlin), die die benötigte Eukalyptusnahrung von einer speziellen Plantage in den USA wöchentlich einfliegt, konnte eine dauerhafte Koalahaltung garantiert werden. Diese Lieferungen wurden 2013 eingestellt. [4]Die Koalas sind von den Besuchern durch eine Glasscheibe getrennt. Im Besucherraum finden sich Informationen zum Thema Koalas und Australien, sowie die Geschichte, wie die Koalas in den Zoo gelangt sind. Dazu passend gibt es im Koalahaus eine dauerhafte Foto-Ausstellung des Naturfotografen Ingo Öland zu sehen, die auf 22 großformatigen Motiven Australiens Landschaften und deren Tierwelt zeigt. Im Jahr 1995 gelang im Zoo Duisburg die erste erfolgreiche Aufzucht eines Koalas in Europa. Seither konnte fast jährlich ein Jungtier groß gezogen werden, so dass der Zoo Duisburg heute zu den führenden Haltern von Koalas weltweit zählt.

Fossa-Anlage[Bearbeiten]

Fossaanlage im Duisburger Zoo

Die Fossa-Anlage ist mit viel Bewuchs und kleinen Wasseranlagen als Simulation des natürlichen Lebensraums der Fossa gedacht. Die Zuchterfolge gelten als die größten weltweit. Seit 1994 koordiniert der Zoo das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und seit 2000 das Internationale Zuchtbuch für diese Art. Die Fossa-Anlage wurde im Jahre 2000 vom Verein der Duisburger Zoofreunde gespendet. Über einen vom Zoo Duisburg initiierten Fossa-Fonds werden Schutzprojekte auf Madagaskar finanziert.

Äquatorium[Bearbeiten]

Das aus dem Jahr 1962 stammende Äquatorium gilt auch heute noch als eines der größten Affenhäuser der Welt mit einem herausragenden Affenbestand, vom Zwergseidenaffen bis zum Gorilla. Der Namen des Hauses bezieht sich auf die Tatsache, dass Tiere aus der Äquatorregion gehalten werden – neben Affen u.a. auch Faultiere, Leguane, Schildkröten, Zwergflusspferde und Papageien. Seit einigen Jahren wird das Äquatorium Stück für Stück renoviert und umgestaltet. Im Jahr 2002 wurde der Gorilla-Busch, eine große Freianlage für Flachlandgorillas und Brazza-Meerkatzen, eröffnet. Im Herbst 2005 eröffnete der neue, von der Firma ThyssenKrupp gespendete Ost-Eingang, hinter dem man Gebirgsloris in einer unter Aufsicht begehbaren Voliere sowie die seltenen Bärenstummelaffen sehen kann. Der gegenüber gelegene West-Eingang wurde bereits 2001 mit Unterstützung der Duisburger Stadtwerke komplett neu gestaltet und beinhaltet eine moderne Anlage für Zwergflusspferde. Das Äquatorium, ebenso wie das Delfinarium werden seit 2010 über ein modernes Holzhackschnitzelkraftwerk beheizt.

Schildkröten-Außenanlage[Bearbeiten]

Schildkröten-Außenanlage im Duisburger Zoo
Wärmehaus und Beschreibung der Schildkröten

Im Jahre 2006 wurde der Außenbereich der Tropenhalle Rio Negro als ein Gehege für Landschildkröten angelegt. Das nach Süden ausgerichtete Gehege orientiert sich an dem natürlichen Lebensraum der Schildkröten. So gibt es einen natürlichen Bachlauf und viele steinerne Höhlen und andere Unterschlupfe als Rückzugsmöglichkeit. In der Anlage gibt es zudem einige aus Plexiglas gefertigte Wärmehütten, in die sich die Schildkröten jederzeit zurückziehen können, um sich aufzuwärmen. Die Schildkröten ernähren sich vom üppigen und vielfältigen Bewuchs in der Anlage. Nebenan ist eine weitere Schildkröten-Anlage mit einem Gewächshaus als Warmhaus und mit einem großen Teich für Zierschildkröten und Riesenschildkröten gegeben.

Zoobrücke[Bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren erstreckt sich das Gelände des Zoo Duisburg auf beiden Seiten der Autobahn A3. Als Verbindung zwischen den beiden Zoohälften diente seit Anbeginn die Expo-Brücke, eine schmale Fußgängerbrücke mit einem 50 m hohen Stahlpylon, der zum architektonischen Erkennungszeichen der Stadt Duisburg wurde. Aufgrund einer Erweiterung der Autobahn A3 auf insgesamt sechs Fahrspuren musste die Expo-Brücke im Jahr 1997 durch eine bis zu 30 m breite Landschaftsbrücke ersetzt werden. Markenzeichen der neuen Zoobrücke sind übermannsgroße Bäume, die in der Form der Buchstaben ZOO gewachsen sind und von der Autobahn aus die Autofahrer schon von weitem auf den Zoo Duisburg aufmerksam machen.

Erlebniswelt[Bearbeiten]

Neu eröffnet in 2011 wurde ein großer Streichelzoo, der mit dem angrenzenden Kinderspielplatz zur neuen Sparkassen-Erlebniswelt vereint wurde. Neben dem Spielplatz bietet das Areal einen großen Bauernhof mit heimischen Haustieren, einen afrikanischen Kral mit Schafen und Ziegen, ein südamerikanisches Gehege mit Alpakas, einen Naturteich sowie ein großes Entdeckerhaus, mit verschiedenen Tierarten. Themenschwerpunkt der Erlebniswelt ist der Werdegang vom Wildtier zum Haus- und Nutztier.

Brillenbärenanlage[Bearbeiten]

Brillenbär in der neuen Anlage

Anstelle der alten, aus den frühen 1980er Jahren stammenden, Kodiakbäranlage wurde im Jahr 2012 eine wesentlich größere, naturnah gestaltete Anlage für südamerikanische Brillenbären eröffnet, die zum Großteil mit Geldmitteln des Fördervereins des Zoos finanziert wurde. Verschiedene Blicknischen, u. a. über einen Teich, aus Besucherhütten heraus oder durch hohe Sichtscheiben, erschließen den Besuchern das üppig bepflanzte und mit Kletterbäumen ausgestattete Gehege. Schon im Oktober 2013 kam der erste Nachwuchs zur Welt. Der Zoo feiert den Zuchterfolg als Sensation, denn Brillenbären gehören zu den stark bedrohten Arten: Rund 70 Tiere leben derzeit in europäischen Zoos, und lediglich vier bis fünf Jungtiere werden dort pro Jahr geboren.[5]

Riesensalamander-Anlage[Bearbeiten]

Am 17. Juni 2014 wurde eine neue, naturnahe Anlage für Chinesische Riesensalamander eingeweiht. Die Nachbildung eines chinesischen Gebirgsabschnitts mit Bach und Felsen hat rund 150.000 Euro gekostet. Einblicke gewährt eine acht Meter breite und 700 kg schwere Glasfront. Der Chinesische Riesensalamander (Andrias davidianus), eine archaische, seit frühen Zeiten der Evolution wenig veränderte Amphibienart, wird bis zu 180 Zentimeter lang und bis zu 50 Kilogramm schwer.

Ruhrpott-Schnauzen[Bearbeiten]

Das ZDF strahlte ab Juni 2006, mit fünfmonatiger Pause, die Doku-Serie „Ruhrpott-Schnauzen“ aus. Sie lief montags bis freitags von 15:15 Uhr bis 16:00 Uhr und berichtete über Geschichten aus dem Zoo Duisburg. Die Ausstrahlung der bisher letzten Staffel endete am 8. Juli 2008. Vom 20. Oktober 2008 bis 13. August 2010 war der Zoo Duisburger (neben der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen, Zoo Wuppertal, Meeresmuseum und Ozeaneum Stralsund, Tiergarten Schönbrunn in Wien und dem Aquazoo Düsseldorf) in der Nachfolgesendung „Tierische Kumpel“ am selben Sendeplatz vertreten. Wiederholungen werden auf ZDF Neo ausgestrahlt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Taeschner: Besuchermagnet Wale und Delphine; In: Takin 2/1996, Berlin 1996, S. 13-14.
  • Ruhrpott-Schnauzen. Geschichten aus dem Duisburger Zoo. Zusammen mit Renate marel und Olaf Heuser. Bebra Verlag, Berlin. 2008. ISBN 978-3-86124-621-3
  • Achim Winkler: 75 Jahre Zoo am Kaiserberg. Vom Duisburger Tierpark zum Zoo Duisburg, Münster: Schüling 2009, ISBN 978-3--86523-140-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zoo Duisburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 2012 kamen nur 900.000 Besucher, Der Westen, 10. Januar 2013
  2. Den Zoos bleiben die Besucher aus, Der Westen, 2. April 2013
  3. http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/der-energiekonzern-rwe-wird-den-duisburger-zoo-id1848896.html
  4. Tierparks leiden unter massivem Spendenmangel
  5. Jubel am Kaiserberg über ein Brillenbärchen RP.online, 30. Januar 2014.