Abakan (Stadt)

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Stadt
Abakan
Абакан
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Wappen
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Republik Chakassien
Stadtkreis Abakan
Bürgermeister Nikolai Bulakin
Gegründet 1675
Stadt seit 1931
Fläche 112 km²
Bevölkerung 165.214 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1475 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 245 m
Zeitzone UTC+8
Telefonvorwahl (+7) 3902
Postleitzahl 655000–655023
Kfz-Kennzeichen 19
OKATO 95 401
Website www.abakan.ru
Geographische Lage
Koordinaten 53° 43′ N, 91° 25′ O53.71666666666791.416666666667245Koordinaten: 53° 43′ 0″ N, 91° 25′ 0″ O
Abakan (Stadt) (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Abakan (Stadt) (Republik Chakassien)
Red pog.svg
Lage in Chakassien
Liste der Städte in Russland

Abakan (russisch Абака́н; von chakassisch für Bärenblut, nach anderen Theorien Bärenfluss oder Fluss der Väter [also der Chakassen][2]) ist eine Stadt in Südsibirien (Russland) mit 165.214 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Sie ist die Hauptstadt der Republik Chakassien und liegt am Krasnojarsker Stausee, linksufrig an der Mündung des gleichnamigen Flusses Abakan in den Jenissei.

Geographie[Bearbeiten]

Abakan liegt im Vorland des Sajangebirges auf 250 m Höhe am Ufer des gleichnamigen Flusses, dort wo dieser in den Krasnojarsker Stausee am Jenissei mündet.

Es ist etwa 80 km von Schuschenskoje entfernt, dem ehemaligen Verbannungsort von Lenin. Die nächstgelegene Stadt ist Tschernogorsk 14 km nordwestlich von Abakan.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Steppenhügel der Kurgankultur und Felszeichnung im Chakassisch-Minussinsker Kessel bewahrten über Jahrhunderte viele Geheimnisse, die einzigartigen Spuren einer alten Zivilisation am Jenissei. Es wurde eine wahre Gemäldegalerie an Felszeichnungen unter freiem Himmel entdeckt. Die Zeichnungen auf den Steinen sind entweder mit Farbe aufgetragen oder eingemeißelt. Der große Salbyk-Hügel, der etwa 80 km von Abakan entfernt liegt, ist 2400 Jahre alt und war einst 30 m hoch. Die Steinplatten hier wurden von einem dutzende Kilometer entfernten Steinbruch hergeschafft.

Historisch gesehen für die gesamte Region bedeutsam ist das in der benachbarten Republik Tuwa an der Grenze gelegene Tal der Zaren bei Turano-Ujukskaja (bei der Stadt Turan in der Nähe des Flusses Ujuk). Dort, südlich des Sajangebirges, fanden Archäologen aus Deutschland und Russland 2001 den seit etwa 2500 Jahren unberührten Grabhügel, genannt Arschan-2, eines skythischen Herrschers. Anlage und Reichtum des Hügelgrabes widerlegen die antiken Quellen, die die Skythen nur als „wilde Horde“ schilderten. Mehrere weitere Funde ähnlicher Bedeutung kamen bei früheren und späteren Grabungen wieder ans Tageslicht.

Die Gründung der Stadt geht auf das 1675 an dieser Stelle errichtete Fort Abakansk (Абаканск) zurück. Um 1780 wurde daraus das Dorf Ust-Abakanskoje (Усть-Абаканское), das 1925 in Chakassk (Хакасск) umbenannt wurde. 1931 erhielt der Ort das Stadtrecht und seinen heutigen Namen Abakan.

Von 1943 bis 1953 waren in der Umgebung verschiedene Gulag-Straflager eingerichtet. Sie dienten hauptsächlich dem Bergbau von Kohle und Gold, dem Bau eines erdölverarbeitenden Kombinates sowie der Holzgewinnung.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 36.652
1959 56.416
1970 90.136
1979 128.311
1989 154.092
2002 165.197
2010 165.214

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Dank nahegelegener Eisenerz- und Steinkohlevorkommen gibt es in Abakan Eisenhüttenindustrie, ferner Maschinenbau, Holz verarbeitende und Nahrungsmittelindustrie. Die Stadt besitzt auch einen Binnenhafen.

Die Stadt ist an das Netz der Krasnojarsker Eisenbahn angeschlossen.

Mit dem nahegelegenen Flughafen Abakan verfügt Abakan auch über einen internationalen Verkehrsflughafen.

Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Abakan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource Wikisource: Abakansk – Artikel der 4. Auflage von Meyers Konversations-Lexikon

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Russische Wikipedia, leider auch dort kein Nachweis