AktionsGemeinschaft

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AktionsGemeinschaft
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Bundesobmann: Markus Habernig
Klubobmann: Michael Böhm
Geschäftsführer: Thomas Fauster
Gründung: 1981
Sitz: Wien (Bundesgeschäftsstelle)
Webseite: aktionsgemeinschaft.at

Die AktionsGemeinschaft (AG) ist eine Fraktion innerhalb der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH). Sie bezeichnet sich selbst als parteiunabhängig, steht aber zumindest auf Bundesebene inhaltlich teilweise der ÖVP nahe und wurde von ihr zeitweilig auch finanziell unterstützt.[1] Derzeitiger Bundesobmann ist Markus Habernig.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die AktionsGemeinschaft ging Anfang der 1980er-Jahre aus der Fusion der ÖVP-nahen Österreichischen Studentenunion (ÖSU) mit dem von Mitgliedern des ÖCV gegründeten Studentenforum[3] hervor. Die ÖSU war ihrerseits aus dem „Wahlblock“, einem Wahlbündnis verschiedener christlich-konservativer Verbände (ÖCV, ÖKV) durch Fusion mit der Freien Österr. Studentenschaft (FÖSt) hervorgegangen. Der Wahlblock hatte die Gremien der ÖH schon seit ihrer Gründung im Jahre 1945 dominiert. In den 1970er-Jahren kam es infolge mehrerer Abspaltungen zu einem zeitweiligen Verlust der ÖSU-Vormacht. Diese Fusion 1982 geschah mutmaßlich unter dem Druck von ÖVP und Cartellverband.[4]

2004 sprach sich die AG als eine der wenigen Fraktionen nicht gegen die Abschaffung der Direktwahlen zur ÖH-Bundesvertretung aus. Durch die neue Wahlarithmetik wurde bei den ÖH-Wahlen vom 31. Mai bis 2. Juni 2005 eine Verzerrung der Mandatszahlen zugunsten der AktionsGemeinschaft befürchtet. Das Gegenteil trat jedoch ein, der VSStÖ profitierte von dem neuen Wahlmodus, die AktionsGemeinschaft verlor an fast allen Universitäten Stimmen (mit einigen Ausnahmen, etwa Medizinische Universität Wien).

Nach der ÖH-Wahl 2007 gab es eine einjährige Koalition aus Unabhängigen Fachschaftslisten (FLÖ), Grüne & Alternative StudentInnen (GRAS) und VSStÖ. Nach der Hälfte der Amtszeit wurde der Vorsitzende Hartwig Brandls (FLÖ) abgewählt und in einer turbulenten Sitzung Samir al-Mobayyed zum neuen Vorsitzenden und Norbert Köck zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, womit die AG ohne Koalitionsbündnis den Vorsitz der ÖH führte.[5][6]

Bei der ÖH-Wahl 2009 konnte die AG ihre Position als mandatsstärkste Fraktion mit 22 Mandaten weiter ausbauen, ist jedoch nicht in der Exekutive vertreten.[7]

Bei der ÖH-Wahl 2011 erlangte die AktionsGemeinschaft ein weiteres Mandat in der ÖH-Bundesvertretung und hält somit bei 23 Mandaten.

Die AktionsGemeinschaft soll sehr enge Beziehungen zum Cartellverband unterhalten[8][9] (so gehörten im Jahre 2005 rund ein Drittel der AG-Mandatare in den Universitätsvertretungen auch dem CV an[10]), dies wird vonseiten der AG aber zurückgewiesen.[11]

Die AktionsGemeinschaft ist Gründungsmitglied der European Democrat Students (EDS) und begleitete im Sommer 2011 im Rahmen des 50. Jahrestages der EDS die XXXV. Summer University in Wien. [12]

Bei der ÖH-Wahl 2015 hat die AktionsGemeinschaft auf Bundesebene eine Kandidatenliste von 110 Studierenden aus allen Bundesländern und von den verschiedenen Hochschulen in Österreich eingereicht. Diese Liste wird angeführt von dem Deutschen Jens Eipper (Universität für Bodenkultur), der Oberösterreicherin Lisa Schwenn (JKU Linz) und dem Kärntner Peter Wiltsche (Universität Wien). [13]

Politische Position[Bearbeiten]

Die AG steht nach eigenen Angaben für eine ÖH-Politik, die sich nur um die Interessen der Studierenden drehen soll und nicht um Gesellschaftspolitik fernab der Hochschulen. Sie will dadurch die Interessen der Studierenden in den Vordergrund rücken und echte Verbesserungen im Studium erwirken. [14] Die AG setzt sich für einen Ausbau des Stipendien- und Beihilfensystems ein und für günstigere Tarife im öffentlichen Fernverkehr für Studierende. Dabei fordert die AG ein österreichweites Studententicket um einen "fairen" Preis. Eine zentrale Forderung der AktionsGemeinschaft ist die Ausfinanzierung der österreichischen Hochschulen und der Ausbau von Drittmittelfinanzierungen, um genügend Plätze in den Lehrveranstaltungen zu schaffen. Ein weiterer Kernpunkt ist die Forderung nach einer besseren Mobilität während des Studiums (Studienplatzwechsel, Auslandssemester). Gefordert wird außerdem mehr Einbindung der Studierenden in den Entscheidungsprozess der ÖH. Dies soll einerseits durch direkten Kontakt mit den Studierenden an den Hochschulen und andererseits durch regelmäßige Onlinebefragungen ermöglicht werden. [15]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Wahlergebnisse der AG bei den ÖH-Wahlen seit 1989:[16]

1989 36,0 %
1991 40,1 %
1993 44,4 %
1995 38,3 %
1997 39,8 %
1999 40,6 %
2001 29,2 %
2003 28,8 %
2005 24,7 %
2007 31,3 %[17]
2009 33,3 % (22 Mandate)[18]
2011 30,8 % (23 Mandate)[19]
2013 27,2 % (21 Mandate)[20]

Die AG an den österreichischen Hochschulen[Bearbeiten]

Die AG ist an sechs Universitäten in Wien vertreten und an acht weiteren in den anderen Bundesländern[21][22]

Außerdem ist die AktionsGemeinschaft an den verschiedenen Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten vertreten:

Bekannte ehemalige Wahlblock-, ÖSU- und AG-Mitglieder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bericht (PDF; 135 kB) des Rechnungshofs von 2000
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarkus Habernig neuer Obmann der AG. In: Die Presse. 20. August 2013, abgerufen am 5. Januar 2015.
  3. Der ÖCV auf den Hochschulen nach 1945. In: oecv.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  4. Bernhard Weidinger: 1968 und die Reaktion(en): Neuer akademischer Kulturkampf und rechter Richtungsstreit an österreichischen Universitäten um 1970. In: Massimiliano Livi, Daniel Schmidt, Michael Sturm (Hrsg.): Die 1970er Jahre als schwarzes Jahrzehnt. Politisierung und Mobilisierung zwischen christlicher Demokratie und extremer Rechter. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-593-41011-1, S. 147–170, hier: S. 155.
  5. Vorsitzteam der Bundes-ÖH, Stand 23. Juli 2008
  6. derStandard.at: AG stellt vorläufigen ÖH-Vorsitz
  7. der ÖH-Wahl 09 - Bundesvertretung
  8. Leonhard Dobusch: Cartellverband: 11.072 Männer im konservativen Beziehungsnetwork – Der Cartellverband (CV) spielt nicht nur auf der Johannes Kepler Universität eine Rolle, Artikel für das Magazin „JKUrsiv“ der HochschülerInnenschaft an der Johannes Kepler Universität Linz, Ausgabe 1, Mai 2003, PDF 155 KB
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatChilli.cc: Schwarzer Samir siegt. Abgerufen am 5. Mai 2009.
  10. Der ÖCV auf den Hochschulen nach 1945. In: oecv.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  11. Wiener Zeitung: High Noon vor der Studenten-Wahl. 18. Mai 2007, abgerufen am 26. November 2013.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEDS: Plakat zur 50. Summer University in Wien. Abgerufen am 27. November 2012.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAktionsGemeinschaft Kandidaten. In: AktionsGemeinschaft. 20. April 2015, abgerufen am 5. Januar 2015.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAktionsGemeinschaft. In: ÖH-Wahl Wien Blog. 27. April 2015, abgerufen am 5. Januar 2015.
  15. AG: Politische Position der AG. Abgerufen am 1. Mai 2015.
  16. Wahlergebnisse AG seit 1989
  17. ÖH-Wahlen 2007: Die Ergebnisse. In: FM4.orf.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  18. ÖH-Wahlen 2009: Die Ergebnisse. In: FM4.orf.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  19. ÖH-Wahlen 2011: Die Ergebnisse. In: FM4.orf.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  20. ÖH-Wahlen 2013: Die Ergebnisse. In: FM4.orf.at. Abgerufen am 2. Mai 2015.
  21. Unigruppen der AG
  22. Ergebnisse der ÖH-Wahl im Detail In:derStandard.at, 16. Mai 2013
  23. Porträt: Gerfrid Gaigg Österreichisches Parlament, 24. Jänner 1996
  24. Kaderschmiede ÖH: Was aus den ehemaligen Vorsitzenden wurde, Oberösterreichische Nachrichten, 24. Mai 2011.
  25. "Ich bin ein Produkt des Proporzes", Der Standard, 17. Februar 2011.
  26. "Ein Aubesetzer besetzt das Umweltressort", Der Standard, 15. Dezember 2013.
  27. Kaderschmiede ÖH: Was aus den ehemaligen Vorsitzenden wurde, Oberösterreichische Nachrichten, 24. Mai 2011.
  28. Studium, Gaudium, Medium, KFUG Unizeit, 5/97.
  29. Bürgerlicher Rebell mit großem Ego, Die Presse, 15. März 2013.
  30. Neos-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry, Wiener Zeitung, 3. Oktober 2013. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  31. Biographie: Leo Wallner, orf.at, 11. April 2012.
  32. Lebenslauf des Landeshauptmannes, Land Vorarlberg, abgerufen am 29. März 2013