Alexander Wassiljewitsch Medwed

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alexander Wassiljewitsch Medwed (russisch Александр Васильевич Медведь, weißrussisch Аляксандр Мядзведзь/Aljaksandr Mjadsweds; * 16. September 1937 in Bila Zerkwa, Ukrainische SSR) ist ein ehemaliger sowjetischer Ringer und weißrussischer Sportfunktionär.

Werdegang[Bearbeiten]

Medwed wurde als Sohn eines Försters geboren und trat 1957 in die Rote Armee ein. Unter Trainer Georgijew machte er rasche Fortschritte, zumal er die besten körperlichen Voraussetzungen für einen guten Schwergewichtsringer mitbrachte. Er trainierte fleißig und wurde 1959 dafür mit dem dritten Platz bei der II. Völkerspartakiade der UdSSR belohnt. 1961 belegte er bei der Allunionsmeisterschaft den 1. Platz im Superschwergewicht und wurde darauf hin zur Weltmeisterschaft nach Yokohama entsandt. Bei dieser Weltmeisterschaft unterlag er im Finale zwar noch dem deutschen Olympiasieger Wilfried Dietrich, danach begann er aber eine einmalige Siegesserie, die bis 1972 andauern sollte und nur einmal, 1965, unterbrochen wurde und ihn zum dreifachen Olympiasieger aufsteigen ließ.

Bei 15 schweren internationalen Meisterschaften (OS, WM, EM) unterlag er nur zweimal, einmal gegen Dietrich und 1965 gegen Ahmet Ayık, Türkei, gegen den er als einzigem Ringer der Weltklasse in drei Kämpfen nicht gewinnen konnte.

Nach den Olympischen Spielen 1972 beendete Medwed seine Ringerkarriere. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau war er als Kampfrichter tätig. Er sprach den Olympischen Eid der Kampfrichter bei der Eröffnungsfeier. Für seine Verdienste um den Ringersport wurde er im September 2003 als einer der ersten in die FILA International Wrestling Hall of Fame aufgenommen.[1]

Auch beruflich war Medwed sehr erfolgreich. Nach einem Studium an der Sporthochschule Minsk wurde er Sportlehrer am Radiotechnischen Institut in Minsk. Heute ist er Vorsitzender der interinstitutionellen Fakultät für körperliche Entwicklung am weißrussischen Institut für Information, Forschung und Radio-Elektronik und Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees Weißrusslands.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = Freistil, SS = Superschwergewicht, bis 1961 ab 87 kg Körpergewicht, von 1962 bis 1968 ab 97 kg Körpergewicht, ab 1969 ab 100 kg Körpergewicht, S = Schwergewicht, von 1962 bis 1968 bis 97 kg Körpergewicht, ab 1969 bis 100 kg Körpergewicht)

Nationale Erfolge[Bearbeiten]

Medwed gewann alle in der damaligen Sowjetunion zu vergebenden Titel mehrere Male, wobei es wegen der starken inländischen Konkurrenz oftmals schwerer war diese Meisterschaften zu gewinnen, als eine olympische Goldmedaille. Ferner gewann er noch viele internationale Turniere im In- und Ausland.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baumgartner and Smith among charter FILA 2003 Hall of Fame class, abgerufen am 11. Juli 2010 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]